Wir fahren jetzt japanisch

Bisher war es mein Ziel, im Sinne der Förderung der heimischen Wirtschaft, auch nur heimische Autos zu fahren. Bei unserem Fiat haben wir schon eine Ausnahme gemacht, aber immerhin kommt der noch aus der EU. Nachdem die Finanzierung unseres VW nun ausgelaufen ist, haben wir ernsthaft über einen Nachfolger nachgedacht, am liebsten wieder aus Deutschland.

Man sagt, dass Inspektion & Co. bei VW teurer sind als anderswo. Aus der Zeit, als ich noch BMW gefahren bin, weiß ich, dass das tatsächlich so ist – leider ohne nachvollziehbaren Grund, den Qualität und Service sind bei BMW noch eine Ecke besser als bei VW. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf für ein Auto aus Deutschland. Dazu kommt, dass wir mit dem Service unseres VW Händlers auch nicht immer zu 100 Prozent zufrieden waren. Qualität ist gut, jedoch kommt man sich als Kunde gelegentlich wie ein Bittsteller vor. Für den Preis erwarte ich jedoch, besonders zuvorkommend behandelt zu werden.

Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war dann die Episode, in der die Werkstatt auf die Frage nach Optionen bei einer in den Reifen gefahrenen Schraube hochnäsig antwortete: „Reifen flicken wir grundsätzlich nicht – ein neuer kostet 200 € und es sind zwei notwendig.“ Hmpf. Mag sein, dass es gute Gründe dafür gibt, aber die Art und Weise …

Ein kurzer Besuch bei einer bekannten Werkstattkette ergab dann, dass der Reifen tatsächlich nicht sinnvoll geflickt werden kann und dass aufgrund des Restprofils in der Tat auch zwei neue Reifen notwendig sind. Vernünftig erklärt ergibt das auch Sinn. Unnötig zu erwähnen, dass der Preis, der dort aufgerufen wurde, bei weniger als der Hälfte dessen war, was VW haben wollte.

Doch es kam anders.

Aufgrund eines Prospektes im lokalen Revolverblatt haben wir einen Mitsubishi Outlander probegefahren, vor allem weil er als Plug-in Hybrid Auto extrem charmant ist, gut aussieht und allen möglichen Schnickschnack hat, den man bei den dagegen altbacken wirkenden deutschen Modellen teuer dazukaufen muss. Zwar wollte ich nie im Leben eine Reisschüssel fahren, aufgrund meiner Affinität zu Japan, habe ich dem Outlander doch eine Chance gegeben.

Der Rest ging dann wie als Wink des Universums wie von selbst: Mittwoch Probefahrt mit dem alten Modell. Donnerstag kam das neue Modell beim Händler an, nach einer kurzen Begutachtung haben wir uns für dieses entschieden und direkt unterschrieben. Freitag wurde er zugelassen und am Nachmittag habe ich ihn abgeholt. Auf der Fahrt nach Hause ging mir dann der Gedanke durch den Kopf, dass ich am Montag noch nicht gewusst habe, dass ich am Freitag ein neues Auto fahren würde …

Den Reifen haben wir dann erst gar nicht mehr tauschen lassen, weil der Mitsubishi Händler den VW (Diesel!) für einen niedrigen aber noch akzeptablen Preis in Zahlung genommen hat.

Inzwischen haben wir unseren Japaner seit zwei Wochen und sind noch immer von seiner Eleganz und Bequemlichkeit. Wenn es etwas zu berichten gibt, werde ich es tun, aber bisher haben wir keinen Grund zur Klage, lediglich die versprochenen Verbrauchswerte hält er (erwartungsgemäß) nicht ein …

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