Auch ein alter Hund kann neue Tricks lernen

Im Englischen gibt es eine Redensart: „You can’t teach an old dog new tricks“ – Man kann einem alten Hund keine neuen Tricks beibringen. Manchmal funktioniert das aber dann doch, und in diesem Fall bin ich der „alte“ Hund, der etwas tut, was er bisher immer vermieden hat.

Als ich mich letztes Jahr habe breitschlagen lassen, auf der Liste der Kämpfer für die Judo Landesliga Nord zu stehen, konnte ich noch nicht ahnen, wohin mich diese Reise führen würde. Für mich war klar, dass in meiner Stellenbeschreibung für das Team „Fotograf und Maskottchen“ steht, und dass ich das Kämpfen denjenigen überlasse, die erfahrener und versierter darin sind – und vielleicht auch noch etwas jugendlicher als ich. In der letzten Saison hat das auch funktioniert: Es gab viele schöne Fotos und aufregende und erfolgreiche Kampftage mit dem sensationellen Ligateam der DJK Aschaffenburg.

Als ich dann am Freitag ins Dojo kam und mir ein „Hey, Du kämpfst morgen – die anderen 73er haben alle abgesagt“ entgegen geschmettert kam, war ich erstmal überfordert. Als Jugendlicher hatte ich mich immer davor gescheut, auf Turnieren zu kämpfen und es stand jetzt auch nicht gerade ganz oben auf meiner „Bucket List“ . Zwar war ich schon im letzten Jahr aus Neugier bei der Offenen Deutschen Meisterschaft der Veteranen angetreten und habe mich mit einem 5. Platz dabei besser geschlagen als erwartet, jedoch habe ich nicht wirklich darauf gebrannt, wieder anzutreten. Aber das Universum hatte offensichtlich andere Pläne …

Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen„, also stand es nicht zur Debatte, zu kneifen. Wie in solchen Fällen üblich, war ich der Meinung, nicht in der richtigen Form zu sein – viel Arbeit, zuletzt wenig trainiert, Reste von Jetlag. Es hätte viele Ausreden gegeben, jedoch keine ausreichenden. Außerdem hätte ich mir selbst nicht mehr wirklich in die Augen blicken können, wenn ich das Team hätte hängen lassen. Also A****backen zusammenkneifen und durch.

Als ich im letzten Jahr in Wiesbaden angetreten war, hatte ich das Ziel, mindestens einen Kampf zu gewinnen. Am Ende waren es sogar zwei, jedoch ohne, dass ich dabei selbst eine Wertung erzielen konnte. Gewonnen habe ich jeweils durch Bestrafungen der Gegner. So etwas knabbert natürlich schon etwas an meinem Stolz, deshalb war es mein Ziel heute, mindestens einen Kampf mit einer Wertung zu gewinnen.

Wieder war es das Universum, das einen seltsamen Sinn für Humor bewies. Nicht nur, dass meine Gewichtsklasse per Los als letzte dran war, auch das Ergebnis bis dahin (5:4) machte diesen, meinen Kampf zu einer Schlüsselbegegnung. Mit einem Gleichstand in die Pause zu gehen ist etwas anderes, als mit einer Führung. Aber zu dem Zeitpunkt, als ich auf die Matte ging, war ich mir dessen glücklicherweise nicht bewusst. Wenn du weißt, dass du gleich dran bist und dich einer Herausforderung stellen musst, setzt der denkende Verstand aus und du bist im Hier und Jetzt wie selten.

Erst als ich mir das Video meines Kampfes am nächsten Tag angesehen habe, habe ich bewusst wahrgenommen, was für eine Stimmung das Team am Mattenrand und das Publikum gemacht und mich angefeuert haben. Das und mein Wunsch, mein Bestes zu geben haben dann dazu geführt, dass ich den Kampf tatsächlich gewonnen haben, und zwar mit zwei halben Punkten (Waza-ari), die seit dieser Saison wieder einen Ippon ergeben und somit zum (vorzeitigen) Sieg führen. Zwar habe ich bis ins Golden Score gebraucht, um den zweiten Waza-ari zu erzielen, aber Ippon ist Ippon, und ich habe mein Ziel, mit einer Wertung zu gewinnen, sogar noch übertroffen.

Obwohl ich nach wie vor großen Respekt vor der Zweikampfsituation bei einem Turnier habe, ist die größte Herausforderung momentan doch eher die Kondition. Meine Begegnung in der Rückrunde habe ich – den ersten Kampf noch in den Knochen – dann zwar recht schnell verloren, für das Endergebnis war das jedoch nicht mehr von Bedeutung, da die Judoka der DJK Aschaffenburg mit einer grandiosen Teamleistung den letztjährigen Tabellenzweiten ASV Fürth mit 13:7 klar besiegt haben. Dies ist insbesondere bemerkenswert, da wir nicht nur in meiner Gewichtsklasse nicht optimal besetzt waren. Wenn dann die Leistungsträger wieder dabei sind, steht dem Erfolg der Mission Titelverteidigung nur wenig entgegen.

Rücklickend betrachtet entbehrt meine späte Annährung an Judo-Wettkämpfe nicht eines gewissen Humors. Angefangen habe ich gleich mal mit der nationalen Deutschen Meisterschaft, um mich danach zur Landesliga Nord „herunterzuarbeiten“. Vielleicht erreiche ich mein nächstes Ziel, einen direkten Ippon zu erzielen, ja auf einem Turnier auf Bezirksebene 😉 Unter dem Strich habe ich auf der Matte schon jetzt viel mehr erreicht, als ich jemals gedacht hätte, und auch wenn mir die über 20 Jahre Pause manchmal immer noch schmerzlich abgehen, löse ich mich Schritt für Schritt von der Überzeugung, dass ich deshalb einen gravierenden Nachteil habe. Ein alter Hund kann eben doch noch neue Tricks lernen, wenn er will und sich anstrengt.

Über das innere Kind

Das innere Kind ist, anders als viele denken, nichts Esoterisches. Es ist ein sehr realer Ort in uns, an dem wir immer noch Kind sind und immer Kind sein werden. Es ist der Ort, an dem die spielerische Leichtigkeit, Ausgelassenheit und Freude zuhause sind, es ist aber auch der Ort, an dem all die ungeheilten Verletzungen aus unserer tatsächlichen Kindheit immer noch vorhanden sind und sich so anfühlen, wie in dem Moment, als sie passiert sind. Im Laufe unseres Lebens haben wir lernen müssen, die damit verbundenen Gefühle zu unterdrücken – entweder weil wir niemanden hatten, der uns das sichere Umfeld gegeben hat, um sie auszudrücken, oder weil uns immer wieder gesagt wurde, dass sich das nicht gehört, dass es nicht angemessen ist etc.

Der Weg zu einem erfüllten und glücklichen Leben führt zwangsläufig immer über die Heilung des inneren Kindes, denn solange wir seelische Verletzungen mit uns herumtragen, ist der Zugang zur kindlichen Leichtigkeit und Lebensfreude schwer oder sogar ganz verwehrt. Wenn wir jedoch beginnen, uns um unser inneres Kind zu kümmern, dann wir mit jedem Schritt den wir gehen, egal wie groß oder klein, ein Brocken aus dem Weg geräumt und wir kommen ein Stück mehr heraus aus dem Schmerz und finden ein wenig mehr Leichtigkeit und Freude.

Manchmal reagieren wir auf kleine Ereignisse mit scheinbar unangemessen großem Schmerz. Was hier passiert, ist, dass das Ereignis eine alte Verletzung getriggert hat. Das was wir gerade fühlen, hat dann nur zum kleinsten Teil mit der aktuellen Situation zu tun. Wenn wir in der Lage sind, das rechtzeitig zu erkennen, dann können wir vermeiden, mit unserer, für den äußeren Betrachter unangemessen großen Reaktion, einen großen Streit vom Zaun zu brechen. Stattdessen können wir uns beispielsweise zurückziehen und mit den angetriggerten Emotionen arbeiten.

Die Art und Weise, wie wir auf die Welt reagieren wird öfters als wir denken davon bestimmt, „wie alt wir gerade sind“, oder anders ausgedrückt: aus der Perspektive welches Alters wir gerade die Welt sehen. Wenn wir als Erwachsene uns gerade die Schnürsenkel binden und uns eine unerklärliche Welle von Stolz überfällt, dann sind wir wahrscheinlich gerade so um die sechs Jahre alt. Andere, scheinbar grundlose, Emotionen in verschiedenen Situationen können Hinweise darauf sein, dass wir die Welt gerade aus der Perspektive eines anderen Alters wahrnehmen. Wenn wir uns das bewusst machen und unseren Verstand nutzen, um die automatisierten Reaktionsmuster des jeweiligen Alters zu durchbrechen und stattdessen eine aus Sicht eines Erwachsenen angemessene Reaktion wählen, dann können wir oft vermeiden, in den sprichwörtlichen Sandkasten zu steigen und uns mit anderen Erwachsenen auf der Ebene von Dreijährigen zu streiten. Stattdessen werden reife und angemessene Lösungen möglich.

Auch in der Beziehung zu unseren eigenen Kindern passiert es oft genug, dass wir aus unserer Position als Erwachsene fallen und uns plötzlich emotional auf dem Schulhof wiederfinden, um uns mit unserem Kind zu streiten. Oder wir sind beleidigt wie ein Zehnjähriger, anstatt den Konflikt aus der Perspektive des Erwachsenen zu sehen, der wir sind.

In Paarbeziehungen ist es besonders wichtig, sich des inneren Kindes und seines Einflusses auf unsere Sicht der Welt bewusst zu sein. Nirgendwo sonst ist das Potenzial für Sandkastenschlachten größer – und nirgendwo sonst kann man gemeinsam kindliche Freude so intensiv erleben.

Die Erforschung und Heilung des inneren Kindes ist etwas, für das jeder selbst die Verantwortung übernehmen muss. Das heißt nichht, dass man alles alleine tun muss, aber es heißt, dass niemand anderes dafür Verantwortung trägt als man selbst. Dies gilt insbesondere auch für die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes. Nur wir selbst können für unser inneres Kind ein Vater/eine Mutter sein – niemand sonst. Eine Beziehung, in der man vom jeweiligen anderen Partner erwartet, dass er sich um die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes kümmert, steht auf keiner stabilen Basis.

Es gibt viele Wege, wie man den Weg zum inneren Kind finden kann. Eine Reihe von hilfreichen Methoden und Fallbeispielen findet sich im Buch „Aussöhnung mit dem inneren Kind“ von Erika Chopich und Margaret Paul. Sehr hilfreiche Essenzen sind die Wild Child Essences von Daniel Mapel.

Das Wissen um die Existenz und die Bedürfnisse des eigenen inneren Kindes ist kein Allheilmittel für alle unsere Probleme und Herausforderungen. Aber es fügt unserer Sicht auf die Welt eine neue Perspektive hinzu und ist ein effektives Werkzeug für den eigenen Weg der Heilung und des Wachstums.

 

Mein Kind …

… ich werde niemals etwas für Dich tun, von dem ich weiß, dass Du es auch selbst tun kannst. Ich werde Dich niemals einer Gelegenheit berauben, Dir selbst Deine Fähigkeiten und Talente zu zeigen. Ich werde Dich immer als der fähige, effektive, mächtige Schöpfer sehen, der zu sein Du hierher gekommen bist. Und ich stehe im Hintergrund als Dein begisterter Fan und feuere DIch an. Aber ich werde nicht das für Dich tun, was Du vorhast selbst zu tun. Bitte mich um alles, was Du benötigst – ich bin immer da, um Dich zu loben oder Dir zu helfen. Ich bin hier, um Dich zum Wachstum zu ermutigen, nicht um meine eigenen Erfahrungen durch Dich zu rechtfertigen.

Child of mine, I will never do for you that which I know you can do for yourself. I will never rob you of an opportunity to show yourself your ability and talent. I will see you at all times as the capable, effective, powerful creator that you’ve come forth to be. And I will stand back as your most avid cheerleading section. But I will not do for you that which you have intended to do for yourself. Anything you need from me, ask. I’m always here to compliment or assist. I am here to encourage your growth, not to justify my experience through you.

Abraham
http://www.abraham-hicks.com

Absolute Wissenschaft – echt jetzt?!

In den etablierten Wissenschaften herrscht die Meinung vor, dass Forschungsergebnisse als eine Art absolute Wahrheit anzusehen sind. Die einzige absolute Wahrheit dabei ist jedoch, dass Wissenschaft von Menschen gemacht wird und Menschen Fehler machen. Illustriert wird das Ganze an diesem wunderschönen Beispiel:

„Student Thomas Herndon entlarvte die meistzitierte Arbeit über Schulden und Wachstum als völlig fehlerhaft.“

Der Artikel in Form eines Interviews ist kurz, prägnant und absolut lesenwert 🙂

http://derstandard.at/1385169111513/Wie-ein-Student-Top-Oekonomen-aufblaettert

Das Leben

„Du solltest verstehen, dass absolute Freiheit die Grundlage des Lebens ist. Absolute Freude sein Sinn. Und absolutes Wachstum sein Ergebnis.“

Abraham