De Probitatem

Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient sollte geprägt sein von Redlichkeit (lat.: probitas) und gegenseitigem Vertrauen. Wenn dies nicht gegeben ist, ist meiner Meinung jeder weitere Besuch überflüssig. Im Folgenden beschreibe ich ein Erlebnis, das dazu geführt hat, dass ich eine bestimmte Arztpraxis in diesem Leben sicher nicht mehr aufsuchen werden. Ich halte mich dabei ausschließlich an Fakten und überlasse die Schlussfolgerungen dem geneigten Leser.

Schon seit längerem habe ich mich mit dem Gedanken getragen, eine Hautstelle mal vom Arzt anschauen zu lassen. Nichts Wildes, aber sicher ist sicher. Auf Empfehlung meiner Hausärztin habe ich dann eine dermatologische Privatpraxis in Aschaffenburg kontaktiert und einen Termin gemacht. Dass ich über einen Monat auf den Termin warten musste war zwar ungewöhnlich, hat mich in diesem Fall aber nicht gestört. War ja, wie gesagt, nicht dringend.

Erster Besuch in der Praxis: Elegant eingerichtet und ich komme sogar fast pünktlich dran. So weit, so gut. Der Arzt spricht kurz mit mir, schaut sich die Stelle auf der Haut an und rät mir, nichts zu machen, weil nicht nötig und die Nachteile sogar überwiegen würden. Immer noch alles gut – ich bin beruhigt und nehme mir Bedenkzeit.

Nach diesen ca. fünf Minuten hätte der Besuch schon vorbei sein können, jedoch spricht mich der Arzt noch auf einen Check der Muttermale an. Wollte ich eigentlich nicht, aber als er beharrlich bleibt (“Wenn Sie schon einmal da sind …”), willige ich ein, in dem Bewusstsein, dass das extra kostet. Ist vielleicht wirklich mal wieder fällig. Mit dem, zugegeben hochmodernen, System dauert der Check und die Dokumentation der Muttermale geschätzte 10-15 Minuten. Ich verlasse die Praxis mit leicht gemischten Gefühlen, weil ich mir etwas habe aufschwatzen lassen, was ich so ganz eigentlich gar nicht wollte. Passiert mir selten.

Eine gute Woche später kommt dann die Rechnung von einem Abrechnungsdienstleister. Die Begutachtung der Muttermale kostet stolze 110 Euro – der eigentliche Grund meines Besuchs etwas über 30 Euro. Stutzig werde ich, als ich lese, dass für die Untersuchung ein “erhöhter Regelsatz wegen zeitlichem und/oder technischem Mehraufwand” berechnet wurde. Irgendwie kann ich mich nicht daran erinnern … aber das kann man ja klären. Ich schreibe direkt eine E-Mail an die Praxis und bitte um eine kurze Begründung des in Rechnung gestellten Mehraufwands.

Dann folgt eine lange Pause. Sicherheitshalber weise ich die Abrechnungsfirma darauf hin, dass ich dem Arzt eine Rückfrage geschickt habe und deshalb die Zahlung zurückhalte.

Als nach zwei Wochen immer noch keine Antwort da ist, schicke ich ein Fax. Diesmal bekomme ich eine Rückmeldung. Die erste Mail (über das Kontaktformular) sei nicht angekommen. Entweder schlechter Webmaster oder schlechte Organisation, fällt mir dazu ein. Man würde sich aber nun darum kümmern. Wiederum eine Woche später bekomme ich eine E-Mail, in der man mich noch um etwas Geduld bittet.

Als kurz darauf die erste Mahnung des Abrechnungsdienstleisters eintrifft, wird es mir zu bunt. Ich rufe dort an und weise darauf hin, dass ich (wie bereits geschrieben) eine Rückfrage zur Rechnung habe und auf Antwort des Arztes warte. Die Dame am Telefon informiert mich, dass ich die Rückfrage doch bitte an sie hätte schicken sollen. Bitte? Eine Rückfrage zu einer Behandlung? Und abgesehen davon, ist auf der Rechnung kein Hinweis darauf zu lesen. Ich entscheide mich, eine Akontozahlung zu leisten, damit der Dienstleister erst einmal zufrieden ist. Zusätzlich verspricht die Dame von der Abrechnungsfirma, sich mit der Arztpraxis in Verbindung zu setzen. Mal sehen, wie lange ich noch auf die Begründung des Arztes warten muss.

Mehr als zwei Wochen nach dem Telefongespräch und knapp zwei Monate nach der ursprünglichen Rechnung trifft dann tatsächlich ein knappes Schreiben des Arztes bei mir ein. Darin teilt er u.a. mit, dass  a) er hochmodernes Gerät verwendet hat (stimmt!) und b) die Untersuchung aufwändig gewesen wäre und mehr als 30 Minuten gedauert hat. Zur Erinnerung: oben hatte ich etwas von 10-15 Minuten geschrieben.

Intereressant, wie das Zeitempfinden doch auseinander gehen kann, insbesondere wenn es um Geld geht. Dumm nur, dass ich so vertrauensselig war, und die Dauer des Termins nicht dokumentiert habe. So bleibt mir nur, zähneknirschend zu bezahlen – ohne harte Belege bringt es nichts.

Meine Quintessenz aus dem Erlebnis: Zum einen werde ich eine Arztpraxis, in der so abgerechnet wird, sicher nie mehr betreten. Zum anderen werde ich zukünftig genau Buch führen, wenn ich einmal zu einem neuen Arzt gehen sollte.  Und das macht mich besonders traurig, denn auf professioneller Ebene gibt es wohl kaum ein Kunden/Dienstleister-Verhältnis, dass sensibler ist als das zwischen Patient und Arzt. Und wenn ich den Gedanken weiterführe, frage ich mich, wie viele Abrechnungen wohl noch falsch sind – insbesondere auch solche mit den Krankenkassen, die der Patient nie zu Gesicht bekommt …

Angewandte Ehrlichkeit

Wenn man wie ich der Überzeugung ist, dass Ehrlichkeit, Integrität und Authentizität das Fundament der neuen Energie bilden, in die die Menschheit und die Erde sich gerade hineinbewegen, dann hat das zwangsläufig Konsequenzen für das tägliche Leben. Eine dieser Konsequenzen ist, dass ich niemals Geld oder Dinge behalte, die mir unberechtigterweise zufallen. So gebe ich zum Beispiel zuviel gezahltes Wechselgeld oder zuviel gelieferte Waren immer zurück.

Manchmal hat das schon dazu geführt, dass mir von Seiten des Lieferanten gesagt wurde, ich könne das zuviel Gelieferte behalten (was mich dann natürlich auch freut), in den meisten Fällen sind die anderen jedoch einfach dankbar für meine Ehrlichkeit – so wie ich, wenn einer unserer Kunden uns zuviel gelieferte Essenzen zurückschickt.

In den letzten Wochen scheint das Universum mir jedoch etwas mitteilen zu wollen – ich bin nur noch nicht drauf gekommen, was das genau ist. Vor meiner Reise nach Montana habe ich mir noch eine schöne Edelstahl-Trinkflasche bestellt – berechnet wurde eine, geliefert wurden drei. Ich habe also zwei wieder zurückgeschickt.

Während ich weg war ist bei uns die FRITZ!Box gestorben und meine Frau musste eine neue kaufen. Die alte hatte noch Herstellergarantie, also habe ich sie eingeschickt. Als wir dann gestern aus dem Urlaub zurückgekommen sind, finde ich statt einer ausgetauschten FRITZ!Box gleich zwei davon vor. Hmmm …

Ich werde morgen dann mal mit AVM Kontakt aufnehmen und schauen, wie ich die zuviel ausgetausche Box wieder retournieren kann …

Reisebericht Kanada (4) – Pacific Essences

Seit gestern und bis zum Ende meiner Reise habe ich das Privileg, bei Sabina Pettitt zuhause nächtigen zu dürfen. Es gibt einiges zu besprechen und zu tun. Am Abend unserer Ankunft nimmt uns jedoch Sonia, Sabinas rechte Hand mit auf einen Spaziergang in einen der vielen “Regional Parks” mit. Die Regional Parks sind Naturschutzgebiete, die von den regionalen Regierungen ausgerufen werden. Was für ein Ausblick.

Es ist nicht mehr als eine Fahrt von sieben Minuten von Sabinas Haus bis in den Park und man ist direkt mitten in der Natur. Wir sehen Seehunde, Adler und eine Reihe weiterer wild lebender Tiere. Es steht für mich vollkommen außer Frage, welchen Weg ich weiter verfolgen werde. Im Einklang mit der Natur zu sein – sei es “nur” durch Essenzen oder durch das tatsächliche Erleben von Mutter Erde ist für mich zu einem zentralen Thema geworden.

Tatsächlich ist es so, dass all die Themen und Attribute, die die neue Energie mit sich bringt – Authentizität, Integrität, Ehrlichkeit – für mich zu einem unverzichtbaren Teil meines Lebens geworden sind. Und dabei geht es nicht darum, sie “auch” zu leben, sondern darum, sie ausschließlich zu leben. Mein Interesse an der klassischen Wirtschaftswelt mit ihren Hierarchien, Kämpfen und der allgegenwärtigen Menschenverachtung ist vollständig erloschen. Es kann nur noch einen Weg geben: Vorwärts mit den Essenzen und der Kinesiologie.

Ich habe beschlossen, meinen Fokus in der Praxis auf die Beratung und die Essenzen zu verlagern und die Kinesiologie als ein – nichtsdestotrotz wichtiges – Werkzeug einzusetzen. Offensichtlich ist es so, dass die Essenzen der wesentliche Teil meiner Arbeit sind, also werde ich diese Erkenntnis respektieren.

Den Nachmittag verbringe ich damit, mit auf Sabinas Grundstück in einem natürlichen Kreis von Erlen zu meditieren und mich anschließend durch Gartenarbeit zu erden.

Selbst hier, auf dem Grundstück ist die Natur allgegenwärtig – Raubvögel, Rehe, Kolibris und Spechte geben sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand.

Noch zweieinhalb Tage, dann geht es wieder nach Hause. Ich sauge weiterhin soviel wie möglich dieser Energie auf, um in Deutschland leicht darauf zurückgreifen zu können.