Nicht zuende gedacht, liebe Stadt Aschaffenburg

Seit es das Bürgerservicebüro im Rathaus gibt, funktioniert der Behördengang in Aschaffenburg eigentlich recht gut, muss man sagen. Man kann inzwischen sogar online Termine machen, und auch das klappt wie am Schnürchen.

Heute musste ich mal wieder auf’s Rathaus, und weil ich gerade in der Nähe war, bin ich einfach hingegangen, ohne Termin. Es war recht voll, also habe ich mir eine Nummer gezogen und mal beobachtet, wie es vorangeht. Die Sachbearbeiter waren flott und die 46 Nummern, die vor mir dran waren, ratterten in sehenswertem Tempo durch, so dass ich beschloss zu warten. Nach meinem Erlebnis in der Post gestern, begann ich sogar darüber nachzusinnieren, ob die Behörden in Deutschland inzwischen tatsächlich nicht doch besser organisiert sind, als die privaten Unternehmen.

Doch dann schlug das Schicksal zu, und zwar in Gestalt des mittaglichen Glockengeläuts. Dieses nahm gut die Hälfte der Sachbearbeiter zum Anlass, den Stift fallen- und das Bürgerservicebüro zu verlassen. Inzwischen waren 40 Nummern vor mir durch, so dass es nur noch sechs verbleibende waren. Selbstverständlich wollte ich die bereits investierte Wartezeit nicht in den Wind schießen und hoffte, dass es dennoch halbwegs zügig weitergehen würde. Diese Hoffnung zerplatzte nach einigen Minuten jedoch wie eine Seifenblase. Die letzten lumpigen sechs Nummern haben mich, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, noch einmal genauso lange gekostet, wie die 40 davor!

Liebe Stadt Aschaffenburg, ich verstehe, dass Sachbearbeiter auch mal was Essen müssen und Anrecht auf eine Mittagspause haben. Aber müssen die das (fast) alle gleichzeitig tun? Und wenn, wäre es dann nicht konsequenter, das Servicebüro über Mittag zu schließen?

So, wie es momentan ist, ist es auf jeden Fall extrem frustrierend. Man nimmt Wartezeiten inkauf, es geht gut voran und dann auf einmal kommt alles zum Stillstand. Wenn es von Anfang an absehbar gewesen wäre, dass es so lange dauert, wäre ich nach Hause gegangen und hätte mir einen Termin für morgen gemacht. So musste ich wegen der letzten sechs Nummern eine weitere halbe Stunde warten.

Die Organisation des Bürgerservicebüros ist meiner Meinung nach vorbildlich – aber hier habt ihr nicht zuende gedacht. Und nicht nur ich war frustriert. Im Wartebereich kam es zu ziemlich genervten Gesprächen.

Mein Vorschlag: Entweder, ihr macht über Mittag zu, oder aber ihr sorgt dafür, dass die Sachbearbeiter nicht alle gleichzeitig in die Mittagspause gehen. Das würde den Bürgern auf jeden Fall den Frust, den ich heute erlebt habe, ersparen.

Gerade auf der Post …

Es gibt diese Momente, an denen die Deutsche Post AG einfach nicht leugnen kann, dass sie tief im Herzen immer noch ein Staatsbetrieb mit Beamtenapparat ist. Heute wollte ich ein Einschreiben in der Hauptpost abholen, das an die Sann GmbH addressiert ist.

Post: „Das ist an eine Firma adressiert, da bräuchte ich eine Vollmacht.“

Ich: „Die Firma heißt Sann GmbH. Ich heiße Sann [zeige Ausweis] und bin unter derselben Anschrift gemeldet.“

Post: „Nein, das reicht nicht. Das könnte Zufall sein.“

Ich wollte ihm gerade anbieten, mir selbst vor seinen Augen eine Vollmacht zu schreiben, als mir noch die Option einfällt, ihm das Impressum unserer Website zu zeigen, wo ich als Geschäftsführer stehe. Er ist großzügig und akzeptiert das ausnahmsweise, nicht jedoch, ohne mir einen Vordruck für eine Vollmacht in die Hand zu drücken.

Ich werde mir dann also mal selbst eine Vollmacht ausstellen, dass ich zukünftig meine eigenen Sendungen abholen darf … *kopfschüttel*

Glaskunststück

Heute morgen habe ich mir gedacht: „Beginnst Du die Woche mal mit einem physikalischen Experiment …“

Aufgabenstellung: Verteile einen kleinen Glaskrug mit einer einzigen Handbewegung so im Raum, dass er die maximale Fläche einnimmt. Hinweis: Der Krug muss am Ende nicht mehr zwangsläufig benutzbar sein.

Ergebnis: Eine Fläche von ca. 20 m2 ist locker erreichbar. Nur das Aufräumen hinterher ist ein wenig lästig.

#montagmorgen #grobmotorik #murphyslaw #scherbenbringenglück

Über das Bändigen von Abrechnungsdrachen

Während andere am Vatertag mit Bollerwagen und Hopfenblütentee auf die Walz gehen, setzt sich der Carsten hin und richtet die frisch erworbene Software zur Erstellung von Nebenkostenabrechnungen für vermietete Immobilien ein.

Zugegeben, wir haben in unserem Haus einige nicht ganz triviale Eigenheiten bei den Wasseruhren und der Abrechnung der Heizkosten. Nach zähem Ringen ist es mir jedoch gelungen, der Software das alles so beizubringen, dass sie es zukünftig (fast) alleine kann.

Jetzt weiß ich ungefähr, wie es sich anfühlen muss, wenn man einen Drachen gebändigt hat – ein höchst befriedigendes Gefühl. Und obendrein habe ich auch heute keinen Kater 😉

Mal wieder ein Betrugsversuch

Nach längerer Zeit mal wieder ein Betrugsversuch mit einem geschwollen geschriebenen, offiziell daherkommenden Text (diesmal per E-Mail), der mich dazu auffordert meiner Pflicht nachzukommen, und meine Umsatzsteuer ID zu veröffentlichen  …

Betr.: Veröffentlichung Ihrer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am 13. Juli 2010 wurde die Richtlinie 2010/45/EU des Rates der Europäischen Union zu den Rechnungsstellungsvorschriften verabschiedet. Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union waren rechtlich verpflichtet, diese Richtlinie spätestens bis zum 1. Januar 2013 in nationales Recht umzusetzen.

Die entsprechenden Vorschriften gelten nunmehr auch für Ihr Unternehmen. Zur Vereinfachung von Rechnungsstellung und Abrechnungsprozessen wurde die Online-Datenbank USt-IdNr.org eingerichtet.

Nach Europäischem Recht und nun auch nach nationalen Vorschriften am Standort Ihres Unternehmens, ist jedes Unternehmen, das Waren oder Dienstleistungen an Abnehmer in anderen EU-Staaten liefert, verpflichtet, dem Abnehmer eine Rechnung zur Verfügung zustellen, in der sowohl die eigene USt-IdNr. als auch die USt-IdNr. des Abnehmers vermerkt ist.

Bitte überprüfen Sie die dargestellten bereits erfassten Angaben zu Ihrem Unternehmen und bestätigen Sie eu-database.net die Richtigkeit der Daten und die Auftragserteilung zur Erfassung und Veröffentlichung:

Hier prüfen und bestätigen:
http://www.eu-database.org/index.php?p=97ex0a2a17c9fx9a6b1ded52x725dx535944x9bf

Wenn man mal vorsichtig auf deren Seite schaut, dann sieht man im Kleingedruckten, dass man ein Abo zum Schnäppchenpreis abschließt. Nur 984,00 EUR im Jahr. Für drei Jahre.

Weil ich gerade so drauf war, habe ich es mir nicht nehmen lassen, adäquat darauf zu reagieren – mit einem kleinen Bild:

 

Rabattschlacht

Heute in der Tageszeitung: Rabattcoupons von Müller. 10 %. Auf (fast) alles. Jeweils auf den gesamten Einkauf. Gültig bis März. Und davon insgesamt acht Stück.

Wenn die es sich leisten können, so mit Rabatten um sich zu werfen, dann frage ich mich, wieviel Marge die auf den regulären Preis einkalkuliert haben. Und irgendwie finde ich es unanständig. Ich habe lieber einen fairen regulären Preis und dafür keine utopischen Rabatte …

An einem schlechten Tag …

… hätte meine Tischkante jetzt neue Beißspuren. Gottseidank ist heute ein guter Tag. Deshalb kann ich diesen Drang elegant in einen sarkastischen Blogpost kanalisieren.

Da bekommt doch meine minderjährige Tochter in unregelmäßigen Abständen Werbebriefe von einem aufdringlichen, großen Telekommunikationsunternehmen, die ihr unbedingt einen Glasfaseranschluss aufschwätzen wollen. Und das noch in einer Aufmachung, die einem „offiziellen“ Schreiben nachempfunden ist. Die Adresse stammt offensichtlich von irgendeinem dubiosen Adresshändler, da der Name zusätzlich auch noch fehlerhaft ist. Diese freche Vorgehensweise und die Tatsache, dass wir bereits einen solchen Anschluss von einem andern großen, nicht ganz so aufdringlichen, andersfarbigen Telekommunikationsunternehmen besitzen, hat mich dazu bewogen, dem Kundendienst der Briefeschreiber mitzuteilen, dass wir keine weiteren Anschreiben wünschen. Insbesondere nicht an minderjährige Haushaltsangehörige. Meine Worte ließen an Klarheit nichts zu wünschen übrig:

Hiermit widerspreche ich jeglicher postalischer Werbung durch Sie an die o.g. Adresse. Dies gilt für alle Mitglieder der Familie Sann unter dieser Anschrift. Ich bitte um kurze Bestätigung, dass die Werbesperre eingetragen wurde.

Die Antwort ließ, wie angekündigt, nur 36 Stunden auf sich warten.

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Um Ihr Anliegen haben wir uns bereits gekümmert. Alle weiteren Informationen senden wir Ihnen per Post zu.

Aaargh … Tischkante, wo bist Du?!

Manchmal muss man Opfer bringen

Man sagt, dass es mitunter mit Leiden und Schmerz für die Eltern verbunden ist, wenn die Kinder aufwachsen und größer werden. Heute war so ein Tag …

Nachdem ich meine Kleine für die 5. Klasse in der neuen Schule angemeldet habe („größer werden“), waren wir zur Feier des Tages ausnahmsweise bei Fastfood Restaurant mit der Krone. Für mich seit Jahren mal wieder. Jetzt ist mir schlecht („Leiden und Schmerzen“).

Rettungsversuche mit einem frischen grünen Salat, Espresso und Averna waren leider nur teilweise erfolgreich. Was tut man nicht alles für seine Kinder (*örks*).

Wir haben Körper

Immer wenn ich jemanden jammern höre, dass er, sie oder ein Mitglied der Familie „Magen-Darm“ hätte, denke ich mir: Warum die Aufregung? Meine ganze Familie und ich haben auch jeweils einen Magen und einen Darm und bis auf ganz wenige Tage im Jahr funktionieren die prächtig. Wenn das mal nicht der Fall ist, fühlt es sich in der Tat nicht so toll an, aber das liegt nicht an der Tatsache, dass wir einen Magen und einen Darm besitzen, sondern vielmehr daran, dass dieselben kurzzeitig erkrankt sind – genannt wird sowas umgangssprachlich „Magen-Darm-Grippe“ …

Im Judo haben wir daraus ein Bonmot entwickelt. Nach einem besonders anstrengenden Training, wenn man also so richtig platt ist und jeden Knochen spürt, sagen wir dann gerne „Wir haben Körper“ 🙂

Militanter Veganer

Gerade im Netz gefunden: Da ist ein junger Mann in der Schweiz, der vegan lebt und zum Militär will. Die Armee mustert ihn letztlich deswegen nachträglich aus, weil er sich sogar weigert, Stiefel aus Leder zu tragen.

Eine Sprecherin der Armee erklärte, Spezialbehandlungen bei Ernährung oder Kleidung könne nicht gewährt werden. Leichte Anpassungen seien wohl möglich, dennoch müssten Anwärter bereit sein, Kompromisse einzugehen.

Der junge Mann entscheidet sich deshalb, die Armee zu verklagen, weil er unbedingt Militärdienst leisten will.

Ich fasse mal kurz zusammen:

Der Typ ist Veganer, aller Wahrscheinlichkeit nach unter anderem deswegen, weil er Tiere weder töten noch ihnen Schaden zufügen will. Er ist aber bereit bzw. offensichtlich sogar ziemlich wild darauf, zum Militär zu gehen und im Zweifelsfall Menschen zu töten.

Er selbst sagt dazu:

„Ich betrachte das als eine Erfahrung, die mir sehr viel bringen kann“, erklärt er. Und noch etwas ist ihm wichtig: „Wenn ich Erfolg habe, ist dies ein Sieg für alle, die sich für die Rechte der Tiere einsetzen.“

Hat zufällig jemand die klinische Definition von Schizophrenie zur Hand?