Jehova! Jehova! Jehova!

Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass wir nicht alles, was geschieht, in den Medien erfahren und das, was wir in den Medien erfahren nicht immer der (vollen) Wahrheit entspricht, bin ich kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Auch wenn ich mir erlaube, zu vielen Themen eine eigene Meinung zu haben, die nicht unbedingt dem Mainstream entspricht, habe ich nicht das Bedürfnis, diese an die große Glocke zu hängen oder gar andere zu missionieren – es möge jeder nach seiner Façon selig werden. Das ist eines der höchsten Güter, die wir uns im Verlauf vieler Revolutionen und Kriege erarbeitet haben.

Ich habe lange mit mir gerungen, ob und wie ich zu dem Themenkomplex Coronavirus Stellung beziehen soll. Bis vor wenigen Tagen hatte ich vor, einfach den Mund zu halten und das Ganze auszusitzen. Aber das kann ich nun nicht mehr, denn das, was da draußen geschieht, macht mir abwechselnd eine Gänsehaut, lässt mir sich die Nackenhaare aufstellen oder auch das Blut in den Adern gefrieren. Jeder, der noch einen Funken seines gesunden Menschenverstandes übrig hat, muss doch sehen, dass gerade unglaubliche und durch nichts gerechtfertigte Dinge geschehen.

Sie waren von Anfang an da, aber inzwischen mehren sich die Stimmen von Fachleuten, die nicht verstehen können, wie man auf ein Virus, das selbst nach offizieller Datenlage des Robert Koch Instituts eher noch etwas harmloser ist als die alljährliche Influenza, so überreagieren kann. Es werden die Standards des empirischen Arbeitens, die noch bis vor kurzem der heilige Gral der Wissenschaftsgemeinde waren und an denen alles andere – beispielsweise die Homöopathie – immer gemessen wurde, leichtfertig über Bord geworfen. Es werden fahrlässig (oder vorsätzlich) bombastische Statistiken mit großen Zahlen erzeugt und verbreitet, die die Massenhysterie nur noch weiter anfeuern.

Und die Masse lechzt geradezu danach, in Hysterie zu geraten. Fast hat man den Eindruck, dass die 75 Jahre Ruhe seit der letzten großen Katastrophe, dem 2. Weltkrieg, zu lange waren und den Menschen langweilig geworden ist. Und die Medien machen das, was sie immer machen: Sie berichten nicht unbedingt das, was ist, sondern das, was Quoten bringt oder auch das, was die Menschen hören sollen – beides ist gleichermaßen gruselig.

Dafür, dass sich Wohlstand und Frieden für die Menschen abgenutzt haben spricht schon alleine die Begierde, mit der sich die Masse auf das Drama stürzt und fast wollüstig darin suhlt. Was mir jedoch tatsächlich das Blut in den Adern gefrieren lässt, ist die Bereitwilligkeit, mit der zugelassen wird, dass die mühsam erkämpften demokratischen Freiheitsrechte wieder abgeschafft werden. Klar, erstmal nur auf Zeit bis die „Pandemie“ vorbei ist. Aber der Präzedenzfall ist geschaffen und eine Lehre, die ich aus der aktuellen Situation gezogen habe ist diese: Man braucht sich nur eine leidlich gute Geschichte einfallen zu lassen und sie mit viel Angst zu würzen, um die Menschen zu fast allem bringen zu können. Diesmal ist es „nur“ der Verzicht auf Freiheiten, ich hoffe, dass es beim nächsten Mal nicht wieder ein Feind ist, gegen den man unbedingt in den Krieg ziehen muss.

Denn auch dazu wären anscheinend viele Menschen bereit. Ich finde es erschreckend, wie sich die lange tot geglaubte Blockwartmentalität in der Frühlingssonne wärmt, während sie andere, die sich nicht penibel an die Ausgangsbeschränkungen halten, verpetzt. Andere gehen noch weiter. Gerade habe ich auf Facebook einen Post des Magazins „quer“ vom Bayerischen Rundfunk gesehen. Die Bürgermeister im Tegernseer Tal sind unzufrieden, zu viele Münchner kommen nach wie vor um dort am Wochenende spazieren zu gehen und die Berge zu genießen – und das in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen. In der Kommentarspalte ist man sich einig, dass das gar nicht geht und es werden sogleich Kontrollen an den Münchener Ausfallstraßen oder auch Fahrverbote über Landkreisgrenzen gefordert. Warum nicht gleich Zäune und Selbstschussanlagen?

Vor dem Virus habe ich keinerlei Angst, ebenso wie ich in den Jahren zuvor keine Angst vor der Influenza hatte. Das, was mir Gänsehaut macht, ist die Reaktion der Menschen auf die überzogenen Maßnahmen der Politik weltweit. Und die hat das eigentlich recht klug gemacht, denn hätten sie maßvoll gehandelt, was eigentlich ihre gottverdammte Aufgabe gewesen wäre, und es wäre etwas schief gegangen, hätte man die Verantwortlichen medial gelyncht und sie hätten ihren Hut nehmen müssen. Mit dem genialen Schachzug des Aktionismus und den sensationsgeilen Medien im Rücken, kann die Politik jedoch nur gewinnen. Wäre das Virus wirklich gefährlich, dann wären die Maßnahmen tatsächlich sinnvoll – geschenkt. Kommt es jedoch nicht befürchteten Katastrophe weil das Virus tatsächlich „nur“ wie eine Influenza ist, dann werden das Merkel, Söder & Co. natürlich nie öffentlich zugeben und sich stattdessen die „Rettung der Menschheit“ selbst ans Revers heften. Und gleichzeitig hat man mal ausgetestet, ob die alten Propagandamethoden noch ziehen. Genial.

Alles was bleibt ist, einen offenen Geist zu behalten. Wenn mir jemand wirklich glaubhaft macht, dass das Virus nicht nur ein Schreckgespenst ist, dann werde ich ohne zu zögern widerrufen und meinen Hut vor den Politikern ziehen. Bis dahin höre ich mir jedoch auch diejenigen Stimmen an, die eine abweichende Meinung verkünden und lege deren Aussagen genauso auf die Goldwaage, wie ich es mit dem mache, was in den Mainstream-Medien verkündet wird.

Schade nur, dass man mit den wenigsten Menschen offen darüber diskutieren kann. Sascha Lobo hat es in seiner Kolumne auf Spiegel Online „Vernunftpanik“ genannt. Ich würde es für mich so formulieren, dass die medial geschürte Angst dazu geführt hat, dass das Vernünftigsein sich zu einer neuen Religion entwickelt hat. Mit Fakten und gesundem Menschenverstand hat das schon lange nichts mehr zu tun und ebenso wie in der Vergangenheit um die anderen Religionen, wird auch hier in allen nur denkbaren Diskussionsforen Krieg geführt. Schlagt den Ketzer ans Kreuz und verbrennt die Hexe!

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, Stellung zu beziehen. Ich werde nicht schweigen. Stattdessen werde ich hier und auf Facebook interessante Artikel und Beiträge posten, die abweichende Meinungen vertreten. Es möge sich auf ihrer Basis bitte jeder seine eigene Meinung bilden. Und meine lasse ich mir nicht nehmen. Jehova!

Traue keiner Statistik …

Wie entsteht in Deutschland eigentlich die Statistik der Sterbefälle durch Covid-19? Muss doch alles streng wissenschaftlich und evidenzbasiert sein, oder? Natürlich werden nur die Sterbefälle gezählt, bei denen das Virus die tatsächliche Sterbeursache ist, oder? Leider nicht …

Der Präsident des deutschen Robert-Koch-Instituts bestätigte am 20. März 2020, dass testpositive Verstorbene unabhängig von der wirklichen Todes­ursache als »Corona-Todes­fälle« gezählt werden: »Bei uns gilt als Corona-Todesfall jemand, bei dem eine Corona­virus-Infektion nachgewiesen wurde«, so der RKI-Präsident auf die Frage einer Journalistin. (Quelle)

Der Arzt Dr. Bodo Schiffmann sammelt seit einiger Zeit (tatsächliche) Fakten und Zahlen zum Thema Covid-19 und veröffentlicht sie in seinem YouTube Kanal. Er bringt die Praxis des RKI überspitzt aber dennoch sachlich richtig in einem Video auf den Punkt:

Wenn sie einen Herzinfarkt kriegen und fallen dann vom Dach eines Hochhauses auf eine Hauptverkehrsstraße. Dort werden sie von einem Auto, einem Bus und einem Panzer überrollt. Anschließend kommt eine Löwenherde und beißt ihnen ein Bein ab. Sie schaffen es aus irgendwelchen Gründen trotzdem noch, lebend das Krankenhaus zu erreichen. Dort wird ein Abstrich gemacht. Dieser ist positiv auf COVID-19 – dann sind sie an COVID-19 gestorben. Machen Sie sich das bitte klar! So wird hier aktuell wissenschaftlich gearbeitet. Das ist bizarr!

Kein Kommentar.

Das Bild zeigt übrigens die offizielle aktuelle Grippe-Statistik des Robert Koch Instituts. Die schwarze Linie entspricht dabei der diesjährigen Grippewelle inkl. Covid-19. Man sieht, dass man nichts sieht. Zumindest nichts Außergewöhnliches. Aber vielleicht ist die ja auch verfälscht. Und was stimmt jetzt? Killervirus oder unterdurchschnittliche Grippesaison? Nobody knows …

Flexible Facebook Gemeinschaftsstandards

Ich bekomme seit einigen Monaten immer wieder Freundschaftsanfragen von leicht bekleideten, jungen Damen, die mich unbedingt in WhatsApp Gruppen einladen möchten, um sich mit mir auf ein Schäferstündchen zu verabreden. Meistens blockiere ich diese Nutzer einfach, in dieser Woche habe ich jedoch mal wieder den Versuch unternommen, das Fake-Profil zur Überprüfung zu melden. Nur einen Tag später teilt mir Facebook mit, dass das Benutzerkonto nicht zu beanstanden sei. Aha …Flexible Facebook GemeinschaftsstandardsIch bekomme seit einigen Monaten immer wieder Freundschaftsanfragen von leicht bekleideten, jungen Damen, die mich unbedingt in WhatsApp Gruppen einladen möchten, um sich mit mir auf ein Schäferstündchen zu verabreden. Meistens blockiere ich diese Nutzer einfach, in dieser Woche habe ich jedoch mal wieder den Versuch unternommen, das Fake-Profil zur Überprüfung zu melden. Nur einen Tag später teilt mir Facebook mit, dass das Benutzerkonto nicht zu beanstanden sei. Aha …

Nicht viel später habe ich dann einen interessanten Artikel auf Facebook verlinkt. Darin wird berichtet, dass kanadische Forscher nun endlich das böse Coronavirus isoliert haben und nun könne man damit beginnen, an Impfstoffen und validen Testmethoden zu arbeiten. Beim Lesen des Artikels bin ich stutzig geworden. Das Prinzip der gängingen PCR Tests für Viren ist, dass in den Proben Gensequenzen des Virus nachgewiesen werden. Ist das der Fall, ist die Probe positiv. Um den Test zu kalibrieren, braucht es zuerst den isolierten Erreger, damit man hinterher sicher sein kann, auch das Richtige zu testen.

Aber momentmal … wenn die Forscher erst jetzt den Virus isolieren konnten, mit was sind dann die Tests kalibriert, die aktuell millionenfach verwendet werden und wesentlich dazu beitragen, die Massenhysterie immer weiter zu befeuern.

Genau diese Frage habe ich auf Facebook gestellt. Natürlich habe ich direkt einige Flames bekommen, was mich aber nicht überrascht hat. Heute morgen habe ich dann festgestellt, dass dieselben Facebook Gemeinschaftsstandards, die offensichtlich Fake-Profile für Betrüger und Trolle erlauben, es nicht zulassen, kritische Fragen zu stellen – auch wenn sie vielleicht nicht dem politisch korrekten Mainstream entsprechen. Interessante Erkenntnis.

Warum empfinden wir so viel Lust am Drama?

Als ich heute morgen das erste Mal ins Internet geschaut habe, sah ich verwundert direkt den Facebook Post einer Bekannten aus Hanau, dass sie „in Sicherheit“ sei. Kurz darauf habe ich dann gelesen, was gestern Abend in Hanau geschehen ist. Tragisch – keine Frage. Wenn der (mutmaßliche) Täter sich nicht schon selbst gerichtet hätte, müsste man ihn mit aller Härte des Gesetzes bestrafen.

Bereits heute morgen schwante mir auch, dass hier das nächste „große Ding“ für die Medien und die Politik passiert ist. Und erwartungsgemäß ist die Welle der Verurteilungen, Beileidsbekundungen, Facebook Bildern mit schwarzem Hintergrund etc. direkt losgegangen. Gleichzeitig wurde jedoch selbst von Menschen aus dem Mitte-Links-Spektrum in den Kommentaren und Posts ein Ton angeschlagen, der an Intensität fast ebenso radikal ist, wie das mutmaßliche Gedankengut des mutmaßlichen Täters.

Lange bevor selbst die Ermittler Klarheit haben, was genau warum geschehen ist, fällt das Wort „rassistischer Hintergrund“ woraufhin vehement die Einschränkung der Anonymität im Internet a.k.a. „Klarnamenpflicht“ gefordert wird. Mein recht neutral formulierter Hinweis darauf, dass es vielleicht besser wäre, erstmal die Ermittlungen abzuwarten, bevor man an Grundrechten herumschraubt, wird entsprechend der etablierten Diskussionskultur im Internet vorwiegend mit persönlichen Anfeindungen quittiert. Ein bisschen fühlt sich das an wie ein Lynchmob, der auf Blut aus ist. Und das ist die linke Mitte? Das sind die Leute, die studiert haben und eigentlich zur intellektuellen Oberschicht zählen sollten? Mir wird Angst und Bange!

Gleichzeitig sind die (sozialen) Medien voll von ausführlich zelebrierter Lust am Drama. Jedes Detail wird mikroskopiert, jede Vermutung bis zur ihrer Widerlegung als Fakt dargestellt. Es hat fast den Anschein, als hätte die Meute der Medienmacher und ihrer Konsumenten nur darauf gewartet, endlich wieder ein Drama vor die Füße geworfen zu bekommen, an dem sie ihre Sensationslust befriedigen können. Es ekelt mich an.

Wenn am Ende herauskommt, dass der Täter tatsächlich ein Fremdenhasser war, dann muss man über das Thema reden. Wenn sich herausstellen sollte, dass er nicht alleine war, dann muss der Staat Maßnahmen ergreifen, um seine Komplizen dingfest zu machen. Bis dahin halte ich jedoch Mäßigung für angebracht.

Und nur so am Rande gesagt: Wer glaubt, dass man extreme Einstellungen mit diametral entgegengesetzten extremen Einstellungen bekämpfen kann, der hat nichts verstanden. Das entspricht genau der Einstellung, dass man in den Krieg ziehen muss, um den Frieden zu wahren. In der „Liste der psychischen und Verhaltensstörungen nach ICD-10“ findet man das unter F20-F29: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen.

Warum „Pink Slips“ auch in „Suits“ keine rosafarbenen Schlüpfer sein sollten

Da sitzt man ahnungslos bei der abendlichen Entspannungsserie und dann passiert so etwas. Zugegeben, „Suits“ ist nicht immer wirklich entspannend, aber der gute Wille zählt. Da sitzt man also da, und bekommt mitten in einer Folge – Staffel 5, Folge 7 bei 10:00 wen es interessiert – folgenden Dialog präsentiert:

„Ich kenne jeden in meiner Kanzlei. Und damit Sie wissen, was Ihnen bevorsteht: Sollte ich je an Unruhestifter pinkfarbene Schlüpfer verteilen, dann werden Sie den ersten kriegen.“

Nein, die Serie spielt nicht im Rotlichtmilieu und die Schauspielerin, die sie sagt, ist auch keine zwielichtige Puffmutter. Stattdessen ist sie eine knallharte Anwältin, die einen Angestellten zusammenstaucht.

Warum sollte sie ihm aber mit „rosafarbenen Schlüpfern“ drohen? Sicher, es wäre eine Strafe, wenn er den im Büro tragen müsste, aber den interessierten Zuschauer beschleichen leise Zweifel, ob das von den Drehbuchautoren tatsächlich so gemeint war.

Als Kenner und Liebhaber der englischen Sprache ist mir bei der Szene natürlich alles aus dem Gesicht gefallen und ich gebe gerne zu, dass ich einen Whisky gebraucht habe, um mich wieder einzukriegen. Es bleibt jedoch die Frage, wie sich ein so eklatanter Fehler untendeckt bis auf die Streamingserver von Netflix schleichen konnte. Wäre ich der Inhaber der Rechte an der Serie, würde ich die mit der Übersetzung beauftragte Firma jedenfalls wegen nachgewiesenem Dilettantismus fristlos feuern.

Der Vollständigkeit halber: „Pink Slip“ ist in der amerikanischen Geschäftswelt der saloppe Ausdruck für ein Kündigungsschreiben. Ergibt in einer Anwaltsserie auch irgendwie mehr Sinn als rosa Unterhosen. Für mich klar die Facepalm des Jahres … 🤦🏻‍♂️

Zu Weihnachten gab’s gesunden Menschenverstand bei der Post

Die Deutsche Post treibt einen ja gerne mal in den Wahnsinn. Eine Stichwortsuche in meinem eigenen Blog hat mir eine ganze Reihe von Posts dazu wieder ins Gedächtnis gerufen. Insbesondere an eine ganz spezielle Posse erinnere ich mich (nicht) gerne.

Letzte Woche, ich hatte wie immer meine von mir selbst an mich selbst erteilte Abholvollmacht in der Tasche, dann die Überraschung. Die freundliche Mitarbeiterin der Post sagte zu mir: „Gleicher Name wie die Firmierung, gleiche Adresse – da brauche ich keine Vollmacht. das ist ja offensichtlich.“

Sieht so aus, als lag zu Weihnachten bei der Deutschen Post gesunder Menschenverstand unter dem Christbaum. Hoffentlich hat er für alle gereicht 🙂

So war Australien – eine Zusammenfassung

Noch bin ich am Airport in Sydney, aber von der Annahme ausgehend, dass mein Rückflug ähnlich glatt verläuft wie der Hinflug, schreibe ich schon einmal mein Resümee der Reise zusammen. Um es dem geneigten Leser etwas leichter zu machen, nicht unbedingt alles von vorne bis hinten lesen zu müssen, werde ich Zwischenüberschriften verwenden 😉

Hin- & Rückflug

Ich habe Lufthansa gebucht, weil ich unbedingt meine vorhandenen Prämienmeilen für ein Upgrade auf die Business Class nutzen wollte. Der Flugpreis ist dadurch ein wenig teurer geworden, jedoch hat sich das Upgrade mehr als gelohnt. Den zweiten Teil der Strecke, Hong Kong – Sydney und umgekehrt, konnte ich leider nicht upgraden, weil er von Cathay Pacific durchgeführt wurde, aber der Komfort auf der etwas längeren Strecke von und nach Frankfurt hat das so gut wettgemacht, dass ich die knapp neun Stunden in der Economy Class gut überstanden habe. Tipp: Sammelt Meilen und bucht auf Langstreckenflügen Upgrades.

Ankunft in Australien

Das Visum kann man sehr gut von zuhause aus online beantragen. Es ist kostenlos und bei mir war es innerhalb weniger Stunden ausgestellt. Die Einreise war auch völlig problemlos, allerdings legen die Aussies viel Wert darauf, das man mitgebrachtes vollständig deklariert. Bei mir waren das mehrere Tüten mit Nüssen aus meiner Wegzehrung. Sie wollen nicht, dass Pflanzen und Krankheiten aus anderen Kontinenten eingeschleppt werden. Kann man ja auch nachvollziehen.

Sprache, Kultur und Mentalität

In Australien spricht man ein English, das eher „british“ klingt, als alles andere. Es ist in der Regel gut zu verstehen, außer wenn man jemand mit einem heftigen Akzent vor sich hat, der auch noch schnell spricht. Auch ansonsten hat mich die Zeit in Australien zurückversetzt in meine Schulzeit, als wir von der 5. Klasse an alles in feinstem Oxford-English gelernt haben, einschließlich des dazu passenden Vokabulars. In Australien gibt es keine „pants“, man trägt „trousers“. Der Kofferraum wird „boot“ genannt und nicht „trunk“. In der Bahn wird man gebeten, seinen „rubbish“ doch bitte wieder mitznehmen, und wenn man Pipi muss, geht man auf’s „loo“.

Grinsen musste ich, als ich in natura erlebt habe, was mein Freund Daniel aus den USA immer scherzhaft über die Engländer sagt. Wenn sie etwas mögen, sagen sie: „ That’s not too bad.“ Und wenn etwas so toll ist, dass sie schier aus dem Häuschen sind, sagen sie „That’s not too bad at all!“ 😉

Ansonsten bin ich in Australien ausschließlich freundlichen und offenen Menschen begegnet. Die Standardbegrüßung und -verabschiedung ist „Cheers, Mate!“ oder „G’day“. Auch zwischendrin schleicht sich in die Sätze immer wieder ein „Mate“ ein, was soviel wie „Kumpel“ bedeutet und die Konversation auf angenehme Art informell macht. Nettes Völkchen, die Australier.

Bargeld oder Kreditkarte?

Bargeld wird in Sydney gern genommen, jedoch kommt man auch sehr gut ohne, also nur mit einer Kreditkarte aus. Es kommt jedoch regelmäßig vor, dass Geschäfte einen Aufschlag von 1-1,5% für Kartenzahlungen nehmen oder einen Mindestumsatz dafür verlangen. Zusätzlich sollte man bedenken, dass je nach Bank weitere Gebühren für den Auslandseinsatz der Karte anfallen. Ich habe während meiner Reise vor allem die N26 Karte genutzt, da die im Gegensatz zu Miles & More auf die Zusatzgebühr verzichten.

Ein wahres Fest war es für mich, ausgiebig Apple Pay mit der Apple Watch zu nutzen. Ich habe es kein einziges Mal erlebt, dass Apple Pay nicht funktioniert hat, einschließlich des Getränkeautomaten am Flughafen, an dem ich mir gerade noch ein Wasser geholt habe. Es ist unglaublich komfortabel, einfach die Uhr hinzuhalten und damit zu bezahlen. Und das Konzept, das Apple sich in puncto Sicherheit ausgedacht hat, überzeugt mich auch. Danke Apple!

Straßenverkehr

Ja, in Australien fährt man auf der „falschen“ Seite. Es dauert ein paar Tage, sich daran zu gewöhnen, dass auch die Fußgänger automatisch nach links gehen, wenn sie sich gegenseitig ausweichen, aber dann geht es einem schnell in Fleisch und Blut über. Wer das erste Mal in ein Auto steigt, bei dem sich das Steuer auf der Beifahrerseite befindet, der sollte sich nicht unbedingt gleich in den Großstadtverkehr von Sydney stürzen. Es ist jedoch problemlos, das auf weniger befahrenen Straßen zu tun, beispielsweise in Yulara, so wie ich das getan habe. An das Linksfahren gewöhnt man sich dann recht schnell, auch wenn es eine konstante erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.

ÖPNV in Sydney

Im Großraum Sydney kann man alle Verkehrsmittel – Bus, Bahn, Straßenbahn, Fähren – mit der Opal Card nutzen. Das Coole ist: Man braucht die Karte inzwischen gar nicht mehr. Es reicht, eine NFC-fähige Kreditkarte zu haben, oder eben eine Apple Watch 😊 Beim Einsteigen macht man ein „Tap in“, hält also die Karte an den Leser, beim Aussteigen das Gleiche als „Tap out“ noch einmal. Fertig. Und die Fahrpreise sind bis auf die hohe Airport Fee echt sehr moderat. Bis 10 km zahlt man etwa 2 EUR für eine Fahrt und niemals mehr als 10 EUR pro Tag oder 30 EUR die Woche. Alles was drüber ist, wird gekappt. Sehr fair.

Ansonsten sind die Verkehrsmittel in Sydney super pünktlich und sauber und auch die Stationen sind gut in Schuss. Es macht wirklich Spaß, sich auf diese Art und Weise in Sydney zu bewegen.

Essen & Trinken

Restaurants sind in Sydney insgesamt sehr teuer. Für ein kleines Hauptgericht mit einem Getränk ist man schnell 35 Dollar, also etwas mehr als 20 EUR los. Auch Cafés sind recht teuer. Gleiches gilt für einen Espresso zum Mitnehmen oder, noch schlimmer, ein Bier. Ein Glas kostet schnell mal 9 Dollar (etwa 5,50 EUR). Das sollte man unbedingt mit einkalkulieren, wenn man einen Urlaub in Sydney plant.

Eine preiswerte Alternative zum Restaurantbesuch sind die vielen Foodcourts und kleinen Straßenimbisse, bei denen man für 7-8 EUR eine leckere und sättigende Mahlzeit kaufen kann. Alkoholische Getränke sind jedoch durch die Bank deutlich teurer als in Deutschland, auch in Läden.

Das Leitungswasser in Sydney ist zwar trinkbar, jedoch deutlich gechlort und wohl auch mit Fluoriden versetzt. Es gibt in Sydney immer wieder öffentliche Brunnen, an denen man trinken oder seine Wasserflasche auffüllen kann. Für mich war es jedoch die sinnvollere Alternative, mir Mineralwasser in Flaschen zu kaufen, auch wenn mein Herz ob der vielen Plastikflaschen geblutet hat.

Umweltschutz & Recycling

Es gibt große Kampagnen in Sydney für mehr Umweltschutz. Auch an Toiletten und Wasserhähnen finden sich immer Aufforderungen, Wasser zu sparen. Jedoch bekommt man an Imbissen in der Regel Papierbecher, Einmalteller und Plastikbesteck. Es gibt spezielle Recyclingtonnen, aber die haben auf mich keinen so vertrauenserweckenden Eindruck gemacht und sahen eher nach Augenwischerei aus. Insofern gibt es, ähnlich wie in den USA, da noch eine ganze Menge aufzuholen.

Handy & WLAN

Ich habe mir für die Reise nach Australien eine Data-only SIM-Karte gekauft. Die hat etwa 35 EUR gekostet und mich mit 3 GB an Datenvolumen ausgestattet. Für die elf Tage, die ich hier war, war das auf jeden Fall ausreichend, da es auch reichlich kostenloses WLAN gibt. Zu beachten sind jedoch zwei Punkte:

Erstens ist die Abdeckung der Mobilfunkprovider sehr stark davon abhängig, wo man sich gerade befindet. In Sydney ist alles kein Problem. In Yulara, bei Uluru und Kata Tjuta, also auf den üblichen touristischen Pfaden, gab es zwar vollen Empfang, aber der Datendurchsatz war mäßig. Am Ayers Rock/Uluru Airport war dann Schicht im Schacht, was insbesondere während meines dortigen Martyriums ein echter Nachteil war.

Zweitens habe ich zwar nicht wirklich eine australische Rufnummer gebraucht, während meiner Reise konnte ich aber aufgrund meiner Data-only Karte keine SMS empfangen, was sich in wenigen Situationen als unvorteilhaft erwiesen hat. Optimalerweise hat man ein Smartphone mit zwei Slots (oder ein iPhone mit eSIM und Slot), so dass man seine deutsche Karte aktiv lassen kann und die australische einfach dazu steckt.

Navigation & Sicherheit

Dank Apple Maps ist es ein Leichtes, sich in Sydney zu bewegen. Insbesondere, da die Karten App auch den kompletten ÖPNV in der Hauptstadt von NSW kennt und einen so perfekt von einem Ort zum nächsten leiten kann – inklusive Abfahrtszeiten und eventueller Verspätungen. Die Zeiten, in denen man mit der Karte vor der Nase herumgelaufen ist, sind endgültig vorbei. Heute erledigt man das mit dem Kopfhörer im Ohr oder alternativ der Apple Watch am Handgelenk. Dementsprechend muss man sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, unterwegs verloren zu gehen.

Ebenfalls problemlos ist es, sich auf Sydneys Straßen zu bewegen. Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass es auch zwielichtige Viertel gibt, jedoch habe ich mich am Hafen, in Paddington, im CDB und in Chinatown zu jeder Zeit sicher gefühlt. Nach allem, was ich von meinen einheimischen Bekannten gehört habe, ist Sydney auch allgemein eine sichere Stadt.

Aktivitäten

Sydney bietet eine Fülle von möglichen Aktivitäten – oder man erkundet die Stadt im Alleingang. Eine gute Anlaufstelle für Touren etc. ist TripAdvisor, entweder als App oder auf der Website. Dort findet sich eine Menge an Dingen, die man machen kann, vieles auch auf eigene Faust.

Die Oper und die Sydney Harbour Bridge sind auf jeden Fall ein Muss. Das nahe gelegene Viertel „The Rocks“ ist auch nett. Das Geschäftsviertel CBD ist toll zum Shoppen und um die Großstadtatmosphäre zu schnuppern. Mit der Fähre kann man eine schöne Tour nach Manly machen oder an den Cremorne Point. Und auch der berühmte Bondi Beach ist es durchaus wert, besucht zu werden. Mit dem Bus alles kein Problem.

Wer genügend Zeit hat, sollte unbedingt einen Abstecher in die Blue Mountains machen, entweder mit dem Mietwagen oder man bucht einfach eine Tour. Die Ausblicke dort sind sagenhaft!

Fazit

Sydney und Australien sind eine Reise wert. Punkt. Die elf Tage, die ich hier war, haben mir gut ausgereicht, um alles zu machen, was ich vorhatte. Auch das Thema Jetlag war gut handhabbar – vor allem wegen der Travel Essenz von den Australischen Buschblüten. Man kann sicherlich noch viel mehr Zeit hier verbringen, aber mich zieht es inzwischen tatsächlich wieder nach Hause. Das mag aber daran liegen, dass ich ohnehin nicht der ganz große Reisefreak bin. Insgesamt waren die Tage eine mehr als bereichernde Erfahrung. Amen 😉

Aufbruch nach Hause

Mein Flug geht heute wie gesagt am Nachmittag, das heißt, dass ich morgens noch etwas Zeit habe. Zum wiederholten Mal schaue ich im Kathmandu Shop vorbei, weil ich gestern vergessen habe, die praktischen Säckchen zu kaufen, die aus alten Getränkeflaschen hergestellt werden. Toll, um Socken, Unterhosen und andere Dinge zu organisieren, wenn man verreist. Kathmandu macht echt coole Sachen, insbesondere mit recycelten Materialien und wenn ich viel Platz im Koffer und einen Geldscheißer hätte, würde ich hier ordentlich zuschlagen. Diese Marke gibt es zwar inzwischen auch in Deutschland, aber die Preise dort sind jenseits von Gut und Böse.

Natürlich hole ich mir auf dem Weg wieder einen Smoothie. Der war gestern echt lecker und ist es auch heute wieder. Auch für das Mittagessen sorge ich vor – ein vegetarischer Wrap, ganz in australischer „Wir wickeln alles was sich nicht wehrt in Brot ein“ Manier 😅

Auf dem Rückweg komme ich zum wiederholten Mal an einem UGG Store vorbei. Ist in Deutschland momentan groß in Mode und kommt eigentlich aus Australien. Wusste ich gar nicht. Wahrscheinlich sind die Preise hier auch deutlich günstiger, aber mir gefallen die Dinger nicht und außerdem ist der Geldbeutel leer und der Koffer voll.

Dann zurück ins Hotel, auschecken, mit dem Bus und der Bahn zum Airport und dann erstmal warten, denn ich bin viel zu früh. Ich nutze die Zeit, um zu bloggen. Es wird ein vielleicht ein wenig ausführlicheres Resümee meiner Reise werden. Davor jedoch noch einige Gedanken zu meinem letzten Hotel.

Das Arts Hotel in der Oxford Street in Paddington ist empfehlenswert. Es ist nicht luxeriös oder super modern, aber sauber und mit allem ausgestattet, was man braucht. Ich habe für drei Nächte 329 EUR bezahlt. Für die Lage und australische Verhältnisse ist das eher ein Schnäppchen. Airbnb wäre sicher günstiger gewesen, aber auf den Komfort eines eigenen Zimmers mit eigenem Bad wollte ich dann doch nicht verzichten. Insofern eine Empfehlung für zukünftige Reisende.

Der letzte Tag … ganz ohne Wale

Heute schaffe ich es, etwas früher wach zu sein. Das Mittagessen von gestern war so reichlich gewesen, dass ich abends nur einige Nüsse gegessen und heute auch noch keinen richtigen Hunger habe. Mir steht der Sinn nach einem Smoothie, deshalb wandere ich die Oxford Street entlang, bis meine Augen einen Laden mit der Aufschrift „Boost Juice“ finden, der genau das im Angebot hat, was ich haben will. Einmal „Power Plant Protein“ zum Mitnehmen bitte. Macht dann $9.30, etwa 5,75 EUR. Geht sogar.

Heute morgen habe ich mir vorgenommen, noch einmal im Kathmandu Shop im Geschäftsviertel von Sydney vorbeizuschauen. Die, die ich letzte Woche gekauft hatte ist so super bequem, dass ich sie mir nochmal in einer anderen Farbe holen will. Insbesondere, da es gerade 40% Rabatt für „Members“ gibt. Praktischerweise ist es ganz leicht, Mitglied zu werden – man muss nur seine Daten da lassen. Die E-Mail Flut hinterher werde ich dann hoffentlich wieder abbestellen können und Briefe nach Deutschland werden sie mir wohl nicht schicken. Was macht man nicht alles, aber 40 Prozent sind halt ein Wort. Rechne ich den Wechselkurs ein, kostet mich so eine Hose nur 59 EUR – so günstig bekomme ich das in Deutschland garantiert nicht.

Mein nächster Weg führt mich – wieder zu Fuß – noch einmal in den Souvenirshop am Circular Quay, weil ich ein Mitbringsel vergessen habe. Da kann ich dann auch gleich im Foodcourt wieder preiswert zu Mittag essen, bevor ich mich auf den Weg zum Darling Harbour für meine Whale Watching Tour mache. Diesmal ist mir nach Arabisch … echt lecker.

Als ich gerade am Mampfen bin, erreicht mich eine E-Mail des Veranstalters. Der Wellengang ist zu hoch, die Tour wurde abgesagt. So ein Mist! Ich hatte mich echt auf die Wale gefreut. Da ich keinen anderen Termin wählen kann, weil ich morgen schon wieder nach Hause fliege, lasse ich mir den Betrag erstatten, was mit einem Anruf erledigt ist. Nun brauche ich ein Alternativprogramm. In meiner TripAdvisor App finde ich den Vorschlag für einen Spaziergang vom Cremorne Point, einer Landzunge, zur Mosman Bay. Klingt gut.

Ich nehme die Fähre und unterhalte mich dabei mit einer Einheimischen, die mit ihrer Familie früher schon x-mal in Europa war und Deutschland liebt. Als sie mich fragt, was ich so tue und ich ihr von den Essenzen erzähle, schaut sie, als ob sie in eine Zitrone gebissen hätte und wechselt das Thema. Später erzählt sie mir noch, dass ihre Tochter Apothekerin ist – wohl eine Hardcore Anhängerin der Schulmedizin 🤷🏻‍♂️

Cremorne Point ist wirklich schön. Der beschriebene Spaziergang ist zwar etwas kürzer als ich mir das vorgestellt habe, aber ich sehe eine Menge hübscher Blüten und tolle Ausblicke auf die Bucht. Ich bin etwas hin- und hergerissen, ob ich einfach weiterlaufen soll, oder zurückfahre, im Hotel einen Zwischenstopp einlege und zum berühmten Bondi Beach fahre. Mit dem Hintergedanken, dort in einem Café am Strand zu bloggen entscheide ich mich für Letzteres. Wale gab es zwar keine, aber der Spaziergang war trotzdem schön.

Mit dem Bus geht es dann nach Bondi. Der Strand ist Wegen seiner Wellen eines der berühmtesten Surfreviere der Welt. Doch bevor ich dort ankomme, zeigen mir die Verkehrbetriebe von Sydney noch alles, was sie zu bieten haben. Unser Busfahrer zitiert Fahrgäste, die hinten (statt wie vorgeschrieben vorne) einsteigen zu sich und faltet sie nach allen Regeln der Kunst vor versammelter Mannschaft zusammen. Muss wohl das sein, was man ein „Original“ nennt. Als nächstes kommen die Kontrolleure, die alle Fahrkarten überprüfen – natürlich mit einem Smartphone, denn die Opal Card bzw. Kreditkarten sind ja das übliche Zahlungsmittel und so etwas wie Fahrscheine gibt es hier nur noch für technologisch Zurückgebliebene, von denen ich mit eigenen Augen in meiner Zeit in Sydney keinen einzigen erblicken konnte.

Als ich schließlich am Bondi Beach ankomme, bläst mir der Wind schon entgegen und der Wellengang ist fulminant. Nur Surfer sehe ich keine. Vielleicht ist es zu früh in der Saison? Oder zu früh am Tag? Keine Ahnung. Ich genieße auf jeden Fall erst einmal den feinen Salzwassernebel, der mir an der Uferpromenade fortwährend ins Gesicht bläst. Dann setze ich mich auf eine Bank und blogge … ich habe ein bisschen was aufzuholen. Als ich irgendwann den Laptop zuklappe, sehe ich einzelne Surfer, die sich in die wilde Brandung wagen. Bei den Temperaturen und dem Wind braucht es da schon Überwindung und gute Neoprenanzüge. Respekt. Aber sie scheinen Spaß zu haben.

Auf dem Rückweg will ich eigentlich wieder einen Smoothie, stelle aber fest, dass mein Smoothie-Tempel schon zu hat. Scheint aber eine Kette zu sein, denn es gibt noch eine Reihe von weiteren Filialen in Sydney. Dank des hervorragenden ÖPNV hier, komme ich problemlos dorthin – nur um dann noch in einer Grill’d Filiale einen Burger zu essen. Smoothie gibt es dann morgen früh wieder.

Nachdem ich dann auf dem Weg zurück ins Hotel noch in den falschen Bus einsteige, in einem Vorort umkehre und eine Weile zu Fuß gehen muss, komme ich dann doch noch an, aber nicht bevor ich mir in einem Laden ein Bier gekauft habe. In Australien brauchen Geschäfte eine gesonderte Lizenz, um Alkohol verkaufen zu dürfen, so wie in den USA. Dementsprechend wird mein Bier auch stilecht in eine Papiertüte verpackt, ganz so, wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Aber wenigstens wurde ich nicht auch noch nach meinem Ausweis gefragt 😂

Auf dem Rückweg komme ich in Straßen vorbei, die mit ihren Reihenhäusern sehr an Großbritannien erinnern. Wieder einmal fällt auf, dass Australien immer noch sehr „british“ ist . Heute Abend ist dann noch Packen angesagt. Mein Flug geht um Viertel nach drei und ich werde gegen Mittag in Richtung Flughafen aufbrechen. Mal sehen, was mir der Vormittag noch so bringt. Auf jeden Fall mal mindestens einen Smoothie …

Paddington, Darling Harbour & Sydney Souvenir Shopping

Nach dem ganzen Wandern gestern ist heute erst einmal Ausschlafen angesagt. Als ich gegen zehn irgendwann wieder gesellschaftsfähig bin, gehe ich die Oxford Street entlang, um mir etwas zu Essen zu fangen. Fündig werde ich in einem der vielen kleinen Läden und Cafés im hippen Paddington Viertel von Sydney, in dem sich auch mein Hotel befindet. Das preisgekrönte Sandwich im Sandoitchi Café mit Avocado, gegrillter Aubergine und geschmolzenem Käse wurde vollkommen zu Recht ausgezeichnet. Lecker.

Die Whale Watching Tour habe ich für morgen gebucht, deshalb wäre heute Zeit für den Sydney Harbour Bridge Climb, aber als ich mir die Preise ansehe, beschließe ich, dass es doch nicht so wichtig ist. Für eine geführte Klettertour auf den höchsten Bogen werden etwa 350 australische Dollar (mehr als 200 EUR) aufgerufen. Finde ich ein wenig unverschämt, auch wenn man mit Kletterequipment ausgerüstet wird. Wahrscheinlich ist die Versicherung so teuer, weil sich immer wieder irgendwelche unsportlichen Touristen überschätzen und wehtun. Schade.

Stattdessen laufe ich die Stadt zu Fuß ab. Von Paddington über Chinatown zum Darling Harbour, von wo ich morgen meine Whale Watching Tour starten werden. Schadet ja nicht, wenn man schon mal weiß, wo man hin muss. Danach zum Circular Quay, wo ich meine Mitbringsel für die Familie besorge. Tipp an zukünftige Reisende: Der Souvenirshop „Australia the Gift“ hat wirklich schöne Sachen – kitschige und vor allem auch nicht so kitschige. Mein persönliches Highlight dabei ist der Flaschenöffner mit pelzigen Känguruhoden (sic!) als Griff. Die spinnen, die Aussies 😂 Ich kann mich jedoch gerade so zurückhalten, sie jemandem mitzubringen.

Das späte Mittagessen hole ich mir in einem indischen Kebabhaus, wieder auf der Oxford Street. Man kann in Sydney viel Geld in Restaurants lassen, man kann sich aber auch relativ preiswert in Food Courts und kleinen Imbissen entlang der Straßen ernähren. Und das noch nicht einmal ungesund. Ja, es gibt McDoof & Co., aber auch viele internationale Imbisse – indisch, arabisch, japanisch, chinesisch etc. Und es hat den Anschein, als würden die Australier alles, was man essen kann, auch rollen wollen. So gut wie jede Art von internationaler Spezialität kann man als gerollten Kebab, als Wrap oder sonst irgendwie mit Brot umwickelt kaufen. Einerseits praktisch, lässt aber darauf schließen, dass die Großstädter hier vor allem beim Laufen essen.

Den Nachmittag verbringe ich dann mit weiterer Entspannung im hoteleigenen Courtyard, dem Innenhof mit einem kleinen Pool. Zum Baden ist es leider deutlich zu frisch – das Thermometer zeigt nicht einmal 20 Grad. Aber die Sonne ist sehr angenehm. Nach allem, was ich in den vergangenen Tagen so erlebt habe, tut es richtig gut, auch einmal nichts zu tun. Morgen geht es dann weiter. Vielleicht mache ich nach der Tour noch einen Abstecher an den berühmten Bondi Beach …