Podigee RSS Importer: Weil das offizielle Plugin langsam Staub ansetzt

Wer einen Podcast bei https://www.podigee.com hostet und seine Episoden auch auf der eigenen WordPress-Seite haben will, greift normalerweise zum offiziellen https://wordpress.org/plugins/podigee/. Das funktioniert grundsätzlich – aber mal ehrlich: Das letzte Update kam im Februar 2024, mit den letzten drei WordPress-Versionen wurde es nicht mehr getestet, und unter der Haube werkelt es noch mit Shortcodes. In Zeiten von Block-Themes und Full Site Editing fühlt sich das ein bisschen an wie Fax im Zeitalter von Slack. Ach ja, und es braucht einen kostenpflichtigen Podigee-Plan.

Also hab ich kurzerhand selbst eins gebaut. Zusammen mit Claude Code, weil: warum nicht.

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Was das Plugin macht

Der Podigee RSS Importer schnappt sich den öffentlichen RSS-Feed deines Podigee-Podcasts und baut daraus richtige WordPress-Posts. Mit echten Gutenberg-Blöcken, Featured Image, Audio-Player und Shownotes. Kein Shortcode-Gefrickel, kein iFrame, kein Premium-Plan. Feed-URL rein, importieren, fertig.

Was es besser macht

  • Gutenberg-native. Episoden landen nicht als Shortcode-Matsch im Editor, sondern als saubere Blockstruktur – Subtitle, Player, Beschreibung, Shownotes mit Überschriften, Listen und Zitaten. Sieht im Editor genauso aus wie im Frontend.
  • Eigener Audio-Player. Statt den Podigee-iFrame einzubetten, bringt das Plugin einen eigenen Player mit (https://plyr.io, lokal gebündelt, kein CDN). Der passt sich automatisch ans Farbschema deines Themes an – helles Theme, heller Player; dunkles Theme, dunkler Player. Und wenn dir die Farben nicht passen, drehst du einfach an ein paar CSS Custom Properties.
  • Kostet nix extra. Das Plugin arbeitet mit dem öffentlichen RSS-Feed, den jeder Podigee-Podcast hat. Egal welcher Plan.
  • Läuft von alleine. WP-Cron-Anbindung pro Feed – stündlich, täglich oder wöchentlich. Neue Episoden tauchen automatisch als Posts auf, ohne dass du auch nur einen Finger rühren musst.
  • Mehrere Podcasts? Kein Ding. Jeder Feed kriegt seine eigenen Einstellungen: Post-Type, Kategorien, Tags, Veröffentlichungsstatus. Alles unabhängig voneinander.
  • Episoden-Management im Admin. Du siehst auf einen Blick, was schon importiert ist und was nicht. Einzeln importieren, in Bulk importieren, Episoden ignorieren – alles da. Und keine Angst vor Doppelungen: Das Plugin erkennt bereits importierte Episoden zuverlässig.
  • Artwork inklusive. Das Episodenbild wird automatisch in die Mediathek gezogen und als Beitragsbild gesetzt. Mit hübschem Play-Overlay obendrauf.
  • iTunes-Keywords werden Tags. Die Keywords aus dem Feed landen direkt als WordPress-Tags am Post. Weniger Handarbeit. Räumt hinter sich auf. Wenn du das Plugin deinstallierst, nimmt es seine Daten mit. Keine verwaisten Meta-Einträge, keine Cron-Jobs, die im Hintergrund weiterlaufen.

Entstanden mit Claude Code

Das komplette Plugin – vom Backend über die Admin-UI bis zum Player-Styling – ist in Zusammenarbeit mit Claude Code entstanden. Inklusive Security-Review vor dem Release. Ich hab gesagt, was ich will, Claude hat gecodet, und wir haben uns iterativ zum fertigen Plugin vorgearbeitet. Hat erstaunlich gut funktioniert.

Selbst ausprobieren

Der Podigee RSS Importer ist Open Source (GPL-2.0) und auf GitHub:

https://github.com/sannc/podigee-rss-importer

Du brauchst WordPress 6.0+ und PHP 8.0+. Clonen oder ZIP runterladen, aktivieren, loslegen.

Binance Business als Unternehmen nutzen? Kannste vergessen!

Ich bin gerade ein wenig frustiert. Für meine GmbH wollte ich einen Account bei Binance eröffnen, um auch als Unternehmen Bitcoin kaufen zu können. Binance lockt mit niedrigen Gebühren und als Privatkunde funktioniert es eigentlich sehr gut.

Aber als Unternehmen? Was für ein Reinfall! Die eigentliche Registrierung und Verifizierung war noch machbar. Die wollen eine Tonne an Dokumenten und unterschrieben Erklärungen haben. Aber wie gesagt: Alles machbar.

Als es dann jedoch darum ging, Euros per SEPA zu überweisen, um damit Bitcoin zu kaufen, begann der Schlamassel. Abgesehen davon, dass die nochmals die selben Dokumente sehen wollten (machbar!) wollten sie einen Auszug aus dem deutschen Transparenzregister. Auch das ist kein Problem.

Dann wollten sie auf einmal, dass der Auszug von einem Notar oder Rechtsanwalt beglaubigt wird. Glücklicherweise bietet der Bundesanzeiger, der das Transparenzregister betreibt, beglaubigte Auszüge zu einem fairen Preis an. Auch hier wieder einige bürokratische Kapriolen, aber nach ein paar Tagen war der Auszug da – so richtig echt mit Dienstsiegel des Bundesfinanzministeriums. Viel seriöser kann es nicht mehr werden.

Nachdem ich das Ding bei Binance hochgeladen hatte, wieder die Enttäuschung, dass mein Antrag abgelehnt wurde. Es würde noch die Unterschrift des Geschäftsführers auf dem Auszug fehlen. Okay … also unterschrieben und neu hochgeladen.

Am nächsten Tag wieder ein Ablehnung. Das Ding müsste noch notariell(!) beglaubigt werden. Echt jetzt? Ein Notar soll ein Dienstsiegel eines Ministeriums beglaubigen? Spinnt ihr?

Da hatte ich schon den Reflex, den Account einfach wieder zu löschen, habe dann aber doch noch per Chat Kontakt mit dem Kundenservice aufgenommen. Sehr freundlich und gute Antwortzeiten, aber leider könne sie nichts machen, weil das SEPA Team auf eine notarielle Beglaubigung bestehe. Und nein, ihren Vorgesetzten könnte ich nicht sprechen, weil die besseres zu tun haben, als mit einem Kunden zu chatten.

Schaum vor dem Mund weggewischt, Account gelöscht. Danke für nichts! Es gibt auch andere Anbieter, Binance!

Bye bye, Social Media!

Social Media ist ein großer Begriff in unserer heutigen Welt. Scheinbar jeder, der etwas auf sich hält, ist dort vertreten und versucht mit mehr oder weniger professionell gestalteten Posts Menschen und Kunden für sich oder sein Produkt zu gewinnen. Wer wirklich erfolgreich sein will, kommt um einen Profi, der für ihn den (Firmen-) Auftritt in den sozialen Medien gestaltet, kaum noch herum und Facebook & Co. strotzen nur so vor Werbung, die natürlich auf den jeweiligen User zugeschnitten ist. Kann man sich da einfach entscheiden, nicht mehr mitzumachen?

Eine Frage, die uns schon lange beschäftigt, denn unsere ursprüngliche Idee, mit Menschen (auch weltweit) auf einfachem Weg in Kontakt zu bleiben und Kunden und Klienten einfach und gezielt mit Informationen zu erreichen, ist in der mittlerweile massiv gefilterten und von sehr selektiven Algorithmen dominierten Social Media Welt so nicht mehr umsetzbar. Aber ist gar keine Präsenz auf Facebook und Instagram die richtige Lösung?

Neben dieser Frage beschäftigen wir uns in der aktuellen Folge auch wieder mit dem Umgang (unserer) Jugendlichen mit Plattformen wie TikTok, auf denen Themen wie Geschlechtsidentität und Geschlechtsumwandlung aktuell in einer Form dargestellt werden, die auf weniger stabile Jugendliche einen großen Einfluss haben kann.

Auch Carstens Erfahrungen mit Twitter sind Thema unseres Gesprächs. Wobei sich die Idee des Twitter-Führerscheins auf die gesamte Social-Media-Welt ausdehnen lässt und auch hier letztlich ein gutes Bauchgefühl und ein Gespür für die eigene Wahrheit die besten Ratgeber sind.

Unsere bisherigen Folgen zum Thema soziale Medien findet Ihr hier:

Wir machen diesen Podcast aus Spaß an der Freude – deshalb ist er kostenlos und werbefrei. Wenn Ihr uns dennoch eine Tasse Kaffee oder Tee spendieren wollt, könnt Ihr das über den folgenden Link tun: https://paypal.me/kleinegrossewelt

Synology SMB Dateifreigabe und macOS – Numbers, Pages etc.

Das Dokument "XYZ" konnte nicht automatisch gesichert werden. Die Datei wurde von einem anderen Programm geändert. AutoSave Problem auf der Synology Rackstation.

Seit vielen Monaten – ich weiß gar nicht, ob es nach dem Update auf Monterey oder Ventura war – hat mich ein Bug in Verbindung mit meiner Rackstation von Synology zu Tode genervt. Jetzt ist er erledigt 😍

Das Problem: Etwa im 30-Sekunden-Takt beschwert sich macOS, dass es keine automatische Sicherung einer Numbers oder Pages Datei anfertigen kann, sofern die Datei auf einem Volume liegt, das auf einer Synology Rackstation mit SMB gemountet ist.

Das Dokument “XYZ” konnte nicht automatisch gesichert werden. Die Datei wurde von einem anderen Programm geändert.

Unnötig zu erwähnen, dass die Datei sicher nicht von einem anderen Programm oder Benutzer geändert wurde – wenn ich der einzige bin der Zugriff hat und die Datei nur einmal auf einem Rechner geöffnet ist, ist das schlicht nicht möglich.

Nach vielen Monaten der Suche, bin ich nun endlich auf eine Lösung gestoßen, und zwar im englischen Synology Forum: https://community.synology.com/enu/forum/3/post/147007.

Das Ganze ist ein Workaround der Kategorie “Quick & Dirty”, stellt aber zumindest das unglaublich nervige Verhalten ab. Und wie geht es?

Ganz einfach: Stelle im Menü Ablage > Erweitert > Dateityp ändern den Dateityp um auf “Paket”. Das hat bei mir dazu geführt, dass die ständigen Fehlermeldungen endlich aufgehört haben.

Heute ist ein guter Tag 😌

Datenflut? Find ich gut!

Eine Folge über Nutzen und Risiken von Internet und Datenflut.

Woher weiß Google das alles? Erstaunlicherweise geben wir in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Snapchat eine riesige Menge von Informationen über uns freiwillig her, während wir uns gleichzeitig darüber aufregen, dass der Shop, in dem wir etwas bestellt haben, unsere ach so sensiblen Adressdaten länger als unbedingt nötig speichert.

Die Vernetzung über das Internet macht vieles in unserem Leben leichter und bequemer. Gleichzeitig birgt die nie dagewesene Flut an Daten natürlich auch neue Gefahren und risiken.

Die offensichtliche Diskrepanz zwischen Mitteilungsbedürfnis und der Sehnsucht nach Privatsphäre (die DSGVO lässt grüßen) zeigt, dass unsere Gesellschaft wie in so vielen Bereichen noch dabei ist, ein Gleichgewicht zwischen dem, was technisch möglich und dem, was ethisch in Ordnung ist, zu finden.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit persönlichen Daten beginnt immer bei uns selbst, denn öfter als wir denken, können wir selbst entscheiden, welche Daten wir preisgeben und welche wir für uns behalten. Und wenn wir diese Entscheidungen bewusst treffen, dann darf auch Google mitspielen. Wir jedenfalls sind ein großer Freund der Vorteile des Internets.

Magie mit ConBee II Zigbee Controller und USB 3 Festplatte

Conbee2

Ich wollte eigentlich schon länger wieder mal was schreiben, aber das Leben kam dazwischen. Heute eine relativ kurze Notiz – nicht zuletzt als Erinnerung für mich selbst, wenn ich es mal wieder brauchen sollte 😉

Ich habe mir ein neues Geäuse für meinen primären Raspi gegönnt, namentlich das Argon ONE M.2 Case für Raspberry Pi 4. Das hat nicht nur Platz für einen Raspi, sondern gleich auch noch für eine M.2 SSD, die ordentlich Speicherplatz schafft. Randbemerkung: Das Gehäuse ist von vorne bis hinten durchdacht und hat mich begeistert. Ein Review findet sich hier.

Problem bei der Sache: Sobald ich den Raspi in das neue Gehäuse eingebaut habe, funktioniert mein Zigbee Netzwerk mittels des ConBee II von dresden elektronik nicht mehr. Die Phoscon Software ist da, und behauptet auch, die Lampen zu schalten, jedoch tut sich nichts. Hat mich gestern echt einige graue Haare gekostet. Schlussendlich habe ich herausgefunden, dass es funktioniert, sobald ich die (über eine USB 3 Steckerbrücke) angeschlossene SSD abklemme, und umgekehrt. Mangels einer Lösung habe ich gestern alles zurückgebaut und war ein wenig frustiert.

Heute Morgen habe ich mich dann neu motiviert hingesetzt und ein wenig intensiver gegoogelt – und dabei diesen Thread hier gefunden, der genau mein Problem beschreibt: https://github.com/dresden-elektronik/deconz-rest-plugin/issues/1803. Darin gibt es einige Lösungsansätze, jedoch scheint derjenige, der letztlich funktioniert, fast mit Magie zu tun zu haben 😉 Einfach den ConBee II USB Stick an ein Verlängerungskabel anschließen und alles geht wieder.

Wenn man sich ein wenig mit dem Hintergrund beschäftigt, wird es weniger magisch und besser greifbar: Die USB 3 Ports am Raspi scheinen eine Lücke in der Schirmung zu haben, die genügend HF Strahlung durchlässt, um das 2,4 GHz Frequenzband des ConBee II so zu stören, dass keine Kommunikation mehr mit dem Zigbee Netzwerk zustandekommt.

Also gleich mal die USB Verlängerung angeklemmt und den Stick möglichst weit vom USB 3 Port des Raspi entfernt … et voilá: Alles funktioniert wieder. Danke Internet 🙂

Projekt Smartifizierung

Smartifizierung

Was macht man, um angesichts des Corona-Wahnsinns nicht durchzudrehen? Man sucht sich ein Projekt. Und was habe ich mir gesucht? Die Smartifizierung unseres Zuhauses. Lasst die Spiele beginnen …

Sachte angefangen mit intelligenten Lichtern und so habe ich schon vor einigen Jahren. Philips Hue, intelligente Heizungsthermostate und mal zum Spielen einen Bewegungssensor. War aber alles mehr lustloses Ausprobieren. Jetzt sind Corona-Ferien, jetzt mache ich ernst.

Den Anstoß gab ein Freund, der mich auf die Shelly-Produkte aufmerksam gemacht hat. Kleine, kostengünstige Relais, die in die Unterputzdosen eingebaut werden, im WLAN hängen und für bis dato geistig minderbemittelte Stromverbraucher das vielseits beschworene Hirn vom Himmel regnen lassen.

Für mich als Nicht-Elektriker hat es einen Moment gedauert, bis ich mich in die Schaltpläne reingefuchst habe, aber inzwischen ergibt das alles Sinn. Der erste Shelly hat noch über eine Stunde gedauert, bis er eingebaut war, nun ist es eine Sache von Minuten – vorausgesetzt in der Unterputzdose ist genügend Platz.

Nachdem die Möglichkeiten der Shelly App recht schnell ausgeschöpft waren und ja auch noch mein Altbestand an intelligenten Geräten da war, war es nur eine Frage der Zeit, bis hier ein Raspberry Pi mit iobroker seine Zelte aufgeschlagen hat. Meine aktuelle Konfiguration beinhaltet Geräte von Allterco (Shelly), Philips (Hue), AVM (FRITZ!DECT), Homematic IP, Xiaomi (Aqara) und IKEA (Trådfri). Details und vor allem Berichte über erfolgreich umschiffte Klippen folgen.

Was für eine schöne Ablenkung …

Wir fahren jetzt japanisch

Mitsubishi Outlander PHEV

Bisher war es mein Ziel, im Sinne der Förderung der heimischen Wirtschaft, auch nur heimische Autos zu fahren. Bei unserem Fiat haben wir schon eine Ausnahme gemacht, aber immerhin kommt der noch aus der EU. Nachdem die Finanzierung unseres VW nun ausgelaufen ist, haben wir ernsthaft über einen Nachfolger nachgedacht, am liebsten wieder aus Deutschland.

Man sagt, dass Inspektion & Co. bei VW teurer sind als anderswo. Aus der Zeit, als ich noch BMW gefahren bin, weiß ich, dass das tatsächlich so ist – leider ohne nachvollziehbaren Grund, den Qualität und Service sind bei BMW noch eine Ecke besser als bei VW. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf für ein Auto aus Deutschland. Dazu kommt, dass wir mit dem Service unseres VW Händlers auch nicht immer zu 100 Prozent zufrieden waren. Qualität ist gut, jedoch kommt man sich als Kunde gelegentlich wie ein Bittsteller vor. Für den Preis erwarte ich jedoch, besonders zuvorkommend behandelt zu werden.

Der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war dann die Episode, in der die Werkstatt auf die Frage nach Optionen bei einer in den Reifen gefahrenen Schraube hochnäsig antwortete: “Reifen flicken wir grundsätzlich nicht – ein neuer kostet 200 € und es sind zwei notwendig.” Hmpf. Mag sein, dass es gute Gründe dafür gibt, aber die Art und Weise …

Ein kurzer Besuch bei einer bekannten Werkstattkette ergab dann, dass der Reifen tatsächlich nicht sinnvoll geflickt werden kann und dass aufgrund des Restprofils in der Tat auch zwei neue Reifen notwendig sind. Vernünftig erklärt ergibt das auch Sinn. Unnötig zu erwähnen, dass der Preis, der dort aufgerufen wurde, bei weniger als der Hälfte dessen war, was VW haben wollte.

Doch es kam anders.

Aufgrund eines Prospektes im lokalen Revolverblatt haben wir einen Mitsubishi Outlander probegefahren, vor allem weil er als Plug-in Hybrid Auto extrem charmant ist, gut aussieht und allen möglichen Schnickschnack hat, den man bei den dagegen altbacken wirkenden deutschen Modellen teuer dazukaufen muss. Zwar wollte ich nie im Leben eine Reisschüssel fahren, aufgrund meiner Affinität zu Japan, habe ich dem Outlander doch eine Chance gegeben.

Der Rest ging dann wie als Wink des Universums wie von selbst: Mittwoch Probefahrt mit dem alten Modell. Donnerstag kam das neue Modell beim Händler an, nach einer kurzen Begutachtung haben wir uns für dieses entschieden und direkt unterschrieben. Freitag wurde er zugelassen und am Nachmittag habe ich ihn abgeholt. Auf der Fahrt nach Hause ging mir dann der Gedanke durch den Kopf, dass ich am Montag noch nicht gewusst habe, dass ich am Freitag ein neues Auto fahren würde …

Den Reifen haben wir dann erst gar nicht mehr tauschen lassen, weil der Mitsubishi Händler den VW (Diesel!) für einen niedrigen aber noch akzeptablen Preis in Zahlung genommen hat.

Inzwischen haben wir unseren Japaner seit zwei Wochen und sind noch immer von seiner Eleganz und Bequemlichkeit. Wenn es etwas zu berichten gibt, werde ich es tun, aber bisher haben wir keinen Grund zur Klage, lediglich die versprochenen Verbrauchswerte hält er (erwartungsgemäß) nicht ein …

Warenpost ist ein tolles Produkt – aber leider nutzlos

Deutsche Post Warenpost

Normalerweise werfe ich die Werbebriefe der Deutschen Post immer ungelesen weg. Ich will weder Adressen noch überteuertes Büromaterial kaufen, und meine Briefe kann ich immer noch selbst ausdrucken. Diesmal habe ich jedoch einen Blick riskiert und war positiv überrascht. Das angebotene Produkt “Warenpost” ist genau das, was wir brauchen: Warenversand mit Sendungsverfolgung zum kleinen Preis. Super. So können wir endlich auch für kleinere Bestellungen ein Tracking für unsere Kunden anbieten.

Zur Vorbereitung waren die notwendigen Barcodes auf den Adressetiketten schnell erstellt – die Portomarke hat ja schon einen schicken 2D Datamatrix Code drauf. Bevor ich damit begonnen habe, unsere Software anzupassen, habe ich mich dann mal tiefer mit diesem beschäftigt. Also zuerst: Scanner aussuchen und kaufen, dann den 1D Barcode für die Rechnungsnummer testen – funktioniert. Der Datamatrix Code der Post bringt jedoch nur Müll. Mist! Hätte so leicht sein können.

Meine Recherche im Internet hat zuersteinmal im Wesentlichen gar nichts ergeben. Liest denn niemand sonst die 2D Codes der Deutschen Post aus? Nach einer mittleren Odyssee über diverse Hotlines lande ich schließlich bei jemanden, der sich mit dem Thema auskennt. Der erzählt mir was von USB-CDC, der Emulation einer seriellen Schnittstelle, und dass er keine Ahnung von macOS hat. “Kriege ich schon hin”, denke ich mir und forsche weiter. Tagelang. Ergebnislos. Nach weiteren Telefonaten mit dem Support des Scannerherstellers und dem Fachmann von der Deutschen Post, muss ich leider vorerst folgendes Resumée ziehen:

Warenpost ist eine tolle Produktidee – die Umsetzung macht sie jedoch für die Zielgruppe vollkommen nutzlos.

Die technischen Hintergründe für alle, die irgendwann einmal vor demselben Problem stehen:

  1. Der Datamatrix Code enthält keinen Klartext, sondern ein Feld aus hexadezimalen Werten, die alle Informationen zur Freimachung enthalten und von der Deutschen Post verwendet werden, um die Sendung zu bearbeiten.
  2. Wenn ich den Code mit einem als HID Gerät angeschlossenen Scanner lese, also einem Scanner, der eine Tastatur emuliert, werden alle Daten wie Tastendrücke interpretiert und es kommen auch nicht-druckbare Zeichen (ASCII Codes < 32) dabei heraus, die die Applikation und das OS tüchtig durcheinanderbringen können.
  3. Um die nicht-interpretierten Daten auslesen zu können, muss ich den Scanner so umkonfigurieren, dass er eine serielle Schnittstelle (COM Port) emuliert. Das kann mein Scanner zwar, jedoch gibt es für macOS keine geeigneten Treiber – weder vom Scannerhersteller, noch von irgendwem sonst. (Der von Apple mitgelieferte Treiber funktioniert offensichtlich nur mit Modems).
  4. Selbst wenn ich den virtuellen COM Port zum Laufen brächte, bräuchte ich immer noch eine Software/Terminalemulation, die mir die Daten entgegennimmt, interpretiert und weiterreicht. Diese gibt es zwar für Windows, jedoch nicht für macOS.
  5. Wäre ich so verzweifelt, mir einen Windows Rechner nur für das Einscannen der Warenpost Sendungen hinzustellen (würg), müsste ich, nachdem ich den USB-CDC Treiber (die COM Port Emulation) installiert habe, eine kleine Software der Deutschen Post nutzen, die sich “Matrixcode Checker” nennt, um die Daten auslesen und interpretieren zu können.
  6. Der “Matrixcode Checker” hat zwei die Möglichkeit, die gescannten Daten über die virtuelle serielle Schnittstelle entgegenzunehmen und die Sendungsnummer über den Tastaturpuffer weiterzureichen, jedoch muss dazu die empfangende Software den Fokus haben – nicht sehr elegant und sehr fehleranfällig.

Wenn ich meine Odyssee in einem Satz zusammenfassen müsste, würde ich sagen: Note 1 für die Idee, Note 6 für die Umsetzung. An diesem Beispiel kann man perfekt sehen, wie ein Projekt vollkommen an der Zielgruppe vorbeischießt.

Warenpost ist nichts, was Konzerne mit eigener IT und einer Herde Programmierer verwenden werden. Das Produkt ist prädestiniert für kleine Versandhändler, die für einen fairen Preis den Luxus einer Sendungsverfolgung haben wollen. Um jedoch per Barcode Scanner an die Daten zu kommen, muss man sich drei Beine brechen, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass man auf Windoof angewiesen ist.

Mein Traum von “mal eben zwei Barcodes einscannen” und den Kunden eine Sendungsverfolgung anzubieten ist damit vorerst geplatzt. Jetzt bleibt mir nur noch, die Kundenbestellungen händisch (also per Kuli) den Sendungsnummern zuzuordnen, aber davon haben die Kunden nichts. Oder ich bastle irgendetwas drumrum, was aber immer die manuelle Erfassung der Sendungsnummer im Rechner beinhaltet, da ja der tolle 2D Datamatrix Code für mich vorerst nutzlos ist. Herzlich willkommen in der künstlich erzwungenen IT Steinzeit 🙁

Kleine Nachbemerkung: Deswegen liebe ich Apple so sehr. Die sind zwar auch Banditen und weit davon entfernt, perfekt zu sein. Aber wenn sie Produkte entwickeln, dann denken sie sie zumindest zu 99 % durch, so dass sie am Ende auch benutzbar sind. Beim Projekt “Warenpost” haben die Verantwortlichen der Deutschen Post leider nur zu geschätzen 50 % zuende gedacht. Schade.

Erster Härtetest für N26: Italien

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Nachdem das mit der Benutzung des N26 Kontos und der Mastercard in Deutschland ja bisher reibungslos funktioniert hat, muss sie gerade ihren ersten Härtetest im Ausland bestehen: wir sind in Italien.

Zuvor noch eine Rückblende nach Deutschland: Bei einem Einkauf mit der transparenten Mastercard in einem Onlineshop wurde ich statt der PIN, dem Sicherheitscode oder irgend einem anderen Feature gebeten, die Transaktion über die App freizugeben. Schicke Zwei-Faktor-Lösung und sie hat einwandfrei funktioniert.

Doch zurück nach Italien. Erste Herausforderung: Eintrittskarten für das Kolosseum kaufen. Die Transaktion am Terminal funktioniert mit der PIN einwandfrei – Check.

Zweite Herausforderung: Bargeld abheben. In Deutschland gilt eine Fair Use Policy – ich kann theoretisch fünfmal im Monat kostenlos Geld am Automaten abholen, danach wird eine Gebühr von aktuell 2,00 EUR pro Abhebung fällig. Da N26 keine eigene Infrastruktur betreibt, finde ich das schlüssig und fair. Im EU Ausland jedoch kann ich laut der App unbegrenzt Geld an Automaten abheben, und das komplett kostenfrei. Ganz nachvollziehen kann ich das Konzept zwar nicht, aber ich wehre mich natürlich auch nicht dagegen.

Die App zeigt mir vorbildich, wo in meiner Nähe Geldautomaten sind. Der erste, den ich aufsuche nimmt meine Karte auch willig entgegen, jedoch verweigert er, das Geld auszuspucken, nachdem ich meine PIN eingegeben habe. Hmpf, der erste Dämpfer. Wenige Augenblicke später fällt mir jedoch ein, dass ich die Bargeldabhebungen für das Ausland ja in der App gesperrt hatte – #facepalm. Also rein in die App, den Schalter umgelegt und (inzwischen bei einer anderen Bank in der Nähe) noch einmal probiert. Der Automat rückt diesmal willig die Kohle raus. Nettes Detail am Rande: In dem Moment, in dem mir der Bildschirm des Geldautomaten ankündigt, dass die Transaktion erfolgreich war, vibriert es auch in meiner Hosentasche und die App meldet mir das Gleiche. Es lebe das Internet!

Wir sind noch ein paar Tage in Rom, mal sehen, was ich mit dem N26 Konto noch so anstellen kann. Bis jetzt hat es auf jeden Fall seinen Härtetest mit Bravour bestanden und der einzige Fehler saß wieder einmal, wie so oft, vor der Tastatur.