Jehova! Jehova! Jehova!

Auch wenn ich mir gut vorstellen kann, dass wir nicht alles, was geschieht, in den Medien erfahren und das, was wir in den Medien erfahren nicht immer der (vollen) Wahrheit entspricht, bin ich kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Auch wenn ich mir erlaube, zu vielen Themen eine eigene Meinung zu haben, die nicht unbedingt dem Mainstream entspricht, habe ich nicht das Bedürfnis, diese an die große Glocke zu hängen oder gar andere zu missionieren – es möge jeder nach seiner Façon selig werden. Das ist eines der höchsten Güter, die wir uns im Verlauf vieler Revolutionen und Kriege erarbeitet haben.

Ich habe lange mit mir gerungen, ob und wie ich zu dem Themenkomplex Coronavirus Stellung beziehen soll. Bis vor wenigen Tagen hatte ich vor, einfach den Mund zu halten und das Ganze auszusitzen. Aber das kann ich nun nicht mehr, denn das, was da draußen geschieht, macht mir abwechselnd eine Gänsehaut, lässt mir sich die Nackenhaare aufstellen oder auch das Blut in den Adern gefrieren. Jeder, der noch einen Funken seines gesunden Menschenverstandes übrig hat, muss doch sehen, dass gerade unglaubliche und durch nichts gerechtfertigte Dinge geschehen.

Sie waren von Anfang an da, aber inzwischen mehren sich die Stimmen von Fachleuten, die nicht verstehen können, wie man auf ein Virus, das selbst nach offizieller Datenlage des Robert Koch Instituts eher noch etwas harmloser ist als die alljährliche Influenza, so überreagieren kann. Es werden die Standards des empirischen Arbeitens, die noch bis vor kurzem der heilige Gral der Wissenschaftsgemeinde waren und an denen alles andere – beispielsweise die Homöopathie – immer gemessen wurde, leichtfertig über Bord geworfen. Es werden fahrlässig (oder vorsätzlich) bombastische Statistiken mit großen Zahlen erzeugt und verbreitet, die die Massenhysterie nur noch weiter anfeuern.

Und die Masse lechzt geradezu danach, in Hysterie zu geraten. Fast hat man den Eindruck, dass die 75 Jahre Ruhe seit der letzten großen Katastrophe, dem 2. Weltkrieg, zu lange waren und den Menschen langweilig geworden ist. Und die Medien machen das, was sie immer machen: Sie berichten nicht unbedingt das, was ist, sondern das, was Quoten bringt oder auch das, was die Menschen hören sollen – beides ist gleichermaßen gruselig.

Dafür, dass sich Wohlstand und Frieden für die Menschen abgenutzt haben spricht schon alleine die Begierde, mit der sich die Masse auf das Drama stürzt und fast wollüstig darin suhlt. Was mir jedoch tatsächlich das Blut in den Adern gefrieren lässt, ist die Bereitwilligkeit, mit der zugelassen wird, dass die mühsam erkämpften demokratischen Freiheitsrechte wieder abgeschafft werden. Klar, erstmal nur auf Zeit bis die „Pandemie“ vorbei ist. Aber der Präzedenzfall ist geschaffen und eine Lehre, die ich aus der aktuellen Situation gezogen habe ist diese: Man braucht sich nur eine leidlich gute Geschichte einfallen zu lassen und sie mit viel Angst zu würzen, um die Menschen zu fast allem bringen zu können. Diesmal ist es „nur“ der Verzicht auf Freiheiten, ich hoffe, dass es beim nächsten Mal nicht wieder ein Feind ist, gegen den man unbedingt in den Krieg ziehen muss.

Denn auch dazu wären anscheinend viele Menschen bereit. Ich finde es erschreckend, wie sich die lange tot geglaubte Blockwartmentalität in der Frühlingssonne wärmt, während sie andere, die sich nicht penibel an die Ausgangsbeschränkungen halten, verpetzt. Andere gehen noch weiter. Gerade habe ich auf Facebook einen Post des Magazins „quer“ vom Bayerischen Rundfunk gesehen. Die Bürgermeister im Tegernseer Tal sind unzufrieden, zu viele Münchner kommen nach wie vor um dort am Wochenende spazieren zu gehen und die Berge zu genießen – und das in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen. In der Kommentarspalte ist man sich einig, dass das gar nicht geht und es werden sogleich Kontrollen an den Münchener Ausfallstraßen oder auch Fahrverbote über Landkreisgrenzen gefordert. Warum nicht gleich Zäune und Selbstschussanlagen?

Vor dem Virus habe ich keinerlei Angst, ebenso wie ich in den Jahren zuvor keine Angst vor der Influenza hatte. Das, was mir Gänsehaut macht, ist die Reaktion der Menschen auf die überzogenen Maßnahmen der Politik weltweit. Und die hat das eigentlich recht klug gemacht, denn hätten sie maßvoll gehandelt, was eigentlich ihre gottverdammte Aufgabe gewesen wäre, und es wäre etwas schief gegangen, hätte man die Verantwortlichen medial gelyncht und sie hätten ihren Hut nehmen müssen. Mit dem genialen Schachzug des Aktionismus und den sensationsgeilen Medien im Rücken, kann die Politik jedoch nur gewinnen. Wäre das Virus wirklich gefährlich, dann wären die Maßnahmen tatsächlich sinnvoll – geschenkt. Kommt es jedoch nicht befürchteten Katastrophe weil das Virus tatsächlich „nur“ wie eine Influenza ist, dann werden das Merkel, Söder & Co. natürlich nie öffentlich zugeben und sich stattdessen die „Rettung der Menschheit“ selbst ans Revers heften. Und gleichzeitig hat man mal ausgetestet, ob die alten Propagandamethoden noch ziehen. Genial.

Alles was bleibt ist, einen offenen Geist zu behalten. Wenn mir jemand wirklich glaubhaft macht, dass das Virus nicht nur ein Schreckgespenst ist, dann werde ich ohne zu zögern widerrufen und meinen Hut vor den Politikern ziehen. Bis dahin höre ich mir jedoch auch diejenigen Stimmen an, die eine abweichende Meinung verkünden und lege deren Aussagen genauso auf die Goldwaage, wie ich es mit dem mache, was in den Mainstream-Medien verkündet wird.

Schade nur, dass man mit den wenigsten Menschen offen darüber diskutieren kann. Sascha Lobo hat es in seiner Kolumne auf Spiegel Online „Vernunftpanik“ genannt. Ich würde es für mich so formulieren, dass die medial geschürte Angst dazu geführt hat, dass das Vernünftigsein sich zu einer neuen Religion entwickelt hat. Mit Fakten und gesundem Menschenverstand hat das schon lange nichts mehr zu tun und ebenso wie in der Vergangenheit um die anderen Religionen, wird auch hier in allen nur denkbaren Diskussionsforen Krieg geführt. Schlagt den Ketzer ans Kreuz und verbrennt die Hexe!

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, Stellung zu beziehen. Ich werde nicht schweigen. Stattdessen werde ich hier und auf Facebook interessante Artikel und Beiträge posten, die abweichende Meinungen vertreten. Es möge sich auf ihrer Basis bitte jeder seine eigene Meinung bilden. Und meine lasse ich mir nicht nehmen. Jehova!

Flexible Facebook Gemeinschaftsstandards

Ich bekomme seit einigen Monaten immer wieder Freundschaftsanfragen von leicht bekleideten, jungen Damen, die mich unbedingt in WhatsApp Gruppen einladen möchten, um sich mit mir auf ein Schäferstündchen zu verabreden. Meistens blockiere ich diese Nutzer einfach, in dieser Woche habe ich jedoch mal wieder den Versuch unternommen, das Fake-Profil zur Überprüfung zu melden. Nur einen Tag später teilt mir Facebook mit, dass das Benutzerkonto nicht zu beanstanden sei. Aha …Flexible Facebook GemeinschaftsstandardsIch bekomme seit einigen Monaten immer wieder Freundschaftsanfragen von leicht bekleideten, jungen Damen, die mich unbedingt in WhatsApp Gruppen einladen möchten, um sich mit mir auf ein Schäferstündchen zu verabreden. Meistens blockiere ich diese Nutzer einfach, in dieser Woche habe ich jedoch mal wieder den Versuch unternommen, das Fake-Profil zur Überprüfung zu melden. Nur einen Tag später teilt mir Facebook mit, dass das Benutzerkonto nicht zu beanstanden sei. Aha …

Nicht viel später habe ich dann einen interessanten Artikel auf Facebook verlinkt. Darin wird berichtet, dass kanadische Forscher nun endlich das böse Coronavirus isoliert haben und nun könne man damit beginnen, an Impfstoffen und validen Testmethoden zu arbeiten. Beim Lesen des Artikels bin ich stutzig geworden. Das Prinzip der gängingen PCR Tests für Viren ist, dass in den Proben Gensequenzen des Virus nachgewiesen werden. Ist das der Fall, ist die Probe positiv. Um den Test zu kalibrieren, braucht es zuerst den isolierten Erreger, damit man hinterher sicher sein kann, auch das Richtige zu testen.

Aber momentmal … wenn die Forscher erst jetzt den Virus isolieren konnten, mit was sind dann die Tests kalibriert, die aktuell millionenfach verwendet werden und wesentlich dazu beitragen, die Massenhysterie immer weiter zu befeuern.

Genau diese Frage habe ich auf Facebook gestellt. Natürlich habe ich direkt einige Flames bekommen, was mich aber nicht überrascht hat. Heute morgen habe ich dann festgestellt, dass dieselben Facebook Gemeinschaftsstandards, die offensichtlich Fake-Profile für Betrüger und Trolle erlauben, es nicht zulassen, kritische Fragen zu stellen – auch wenn sie vielleicht nicht dem politisch korrekten Mainstream entsprechen. Interessante Erkenntnis.

Warum empfinden wir so viel Lust am Drama?

Als ich heute morgen das erste Mal ins Internet geschaut habe, sah ich verwundert direkt den Facebook Post einer Bekannten aus Hanau, dass sie „in Sicherheit“ sei. Kurz darauf habe ich dann gelesen, was gestern Abend in Hanau geschehen ist. Tragisch – keine Frage. Wenn der (mutmaßliche) Täter sich nicht schon selbst gerichtet hätte, müsste man ihn mit aller Härte des Gesetzes bestrafen.

Bereits heute morgen schwante mir auch, dass hier das nächste „große Ding“ für die Medien und die Politik passiert ist. Und erwartungsgemäß ist die Welle der Verurteilungen, Beileidsbekundungen, Facebook Bildern mit schwarzem Hintergrund etc. direkt losgegangen. Gleichzeitig wurde jedoch selbst von Menschen aus dem Mitte-Links-Spektrum in den Kommentaren und Posts ein Ton angeschlagen, der an Intensität fast ebenso radikal ist, wie das mutmaßliche Gedankengut des mutmaßlichen Täters.

Lange bevor selbst die Ermittler Klarheit haben, was genau warum geschehen ist, fällt das Wort „rassistischer Hintergrund“ woraufhin vehement die Einschränkung der Anonymität im Internet a.k.a. „Klarnamenpflicht“ gefordert wird. Mein recht neutral formulierter Hinweis darauf, dass es vielleicht besser wäre, erstmal die Ermittlungen abzuwarten, bevor man an Grundrechten herumschraubt, wird entsprechend der etablierten Diskussionskultur im Internet vorwiegend mit persönlichen Anfeindungen quittiert. Ein bisschen fühlt sich das an wie ein Lynchmob, der auf Blut aus ist. Und das ist die linke Mitte? Das sind die Leute, die studiert haben und eigentlich zur intellektuellen Oberschicht zählen sollten? Mir wird Angst und Bange!

Gleichzeitig sind die (sozialen) Medien voll von ausführlich zelebrierter Lust am Drama. Jedes Detail wird mikroskopiert, jede Vermutung bis zur ihrer Widerlegung als Fakt dargestellt. Es hat fast den Anschein, als hätte die Meute der Medienmacher und ihrer Konsumenten nur darauf gewartet, endlich wieder ein Drama vor die Füße geworfen zu bekommen, an dem sie ihre Sensationslust befriedigen können. Es ekelt mich an.

Wenn am Ende herauskommt, dass der Täter tatsächlich ein Fremdenhasser war, dann muss man über das Thema reden. Wenn sich herausstellen sollte, dass er nicht alleine war, dann muss der Staat Maßnahmen ergreifen, um seine Komplizen dingfest zu machen. Bis dahin halte ich jedoch Mäßigung für angebracht.

Und nur so am Rande gesagt: Wer glaubt, dass man extreme Einstellungen mit diametral entgegengesetzten extremen Einstellungen bekämpfen kann, der hat nichts verstanden. Das entspricht genau der Einstellung, dass man in den Krieg ziehen muss, um den Frieden zu wahren. In der „Liste der psychischen und Verhaltensstörungen nach ICD-10“ findet man das unter F20-F29: Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen.

Über die scheinbaren Vorteile der versankostenfreien Lieferung

Dieser Beitrag ist ebenfalls als „Zu guter Letzt“ im Essenzenladen-Blog erschienen.

Das Thema meiner Februar-Kolumne stimmt mich persönlich ambivalent, weil es mich gleich doppelt betrifft, einmal als Kunde und einmal als Händler. Gemeint sind die Versandkosten, mit denen wir in unserer Welt, in der immer mehr online bestellt wird, fast täglich konfrontiert sind. Die großen Versandhändler, allen voran Amazon, locken mit versandkostenfreier Lieferung, und auch mittlere und kleinere Händler sind aufgrund des Preisdrucks voll auf diesen Zug aufgesprungen.

Meine Position ist dabei, wie schon gesagt, sehr ambivalent. Natürlich fühlt es sich als Kunde gut an, wenn man für etwas, was einem an die Haustür geliefert wird, keine zusätzlichen Versandkosten zahlen muss. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass sich nicht auch bei mir dabei ein Wohlgefühl einstellt. Jedoch hat die ganze Sache gleich mehrere Pferdefüße, und das nicht nur auf finanzieller Ebene.

Ich bekomme in meiner Rolle als Versandhändler immer wieder Anfragen, ab welchem Betrag wir denn versandkostenfrei liefern würden. Na klar, die Leute sind daran gewöhnt, dass das ab 20 EUR, aber mindestens ab 50 EUR der Fall ist. Wenn ich dann von unserer Grenze, die bei 500 EUR liegt, erzähle, dann schlucken die meisten. Wenn ich dann noch ergänze, dass unsere Versandkosten auf sehr niedrigem Niveau liegen, dafür aber halt von (fast) jedem bezahlt werden müssen, mindert das den Schock meistens etwas, es gibt jedoch Kunden, die davon überzeugt sind, dass sie das Recht auf versandkostenfreie Lieferung haben.

Das ist in meinen Augen jedoch Selbstbetrug. Ähnlich wie bei der Schnäppchenjagd im Geschäft, bei der die großen Rabatte hauptsächlich auf Produkte gegeben werden, die vorher entsprechend verteuert wurden (oder ohnehin schon überteuert waren), verlieren wir aus den Augen, dass Händler ja auch nicht von Luft und Liebe leben können. Die Versandkosten, die dem Kunden angeblich geschenkt werden, sind selbstverständlich im Preis der Ware von vornherein mit einkalkuliert. Wir zahlen also sehr wohl für die Lieferung, wir merken es nur nicht.

„Mundus vult decipi (ergo decipitur).“ – Die Welt will betrogen sein, also soll sie betrogen werden

aus „Das Narrenschiff“ von Sebastian Brant, 1457-1521

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass eine faire Preisgestaltung besser in die neue Energie passt, als die alten Verschleierungsmanöver, die nur oberflächlich dafür sorgen, dass wir uns einen kurzen Moment gut fühlen. Deshalb kalkulieren wir im Essenzenladen unsere Preise so, wie es nach unserem Ermessen für alle fair ist, mit der Konsequenz, dass kein Raum für zusätzliche Rabatte oder geschenkte Versandkosten ist. Jeder soll transparent wissen, was wieviel kostet.

Ähnlich macht es auch die GLS Bank, bei der wir schon lange Kunde sind. Die hat vor einigen Jahren die Kosten auch transparent gemacht und Quersubventionierungen für die Bankdienstleistungen – die Regel bei den allermeisten „kostenlosen“ Banken – eingestellt. Auch hier musste ich ordentlich schlucken, als ich das erste mal die tatsächlich anfallenden Gebühren gezahlt habe. Jedoch ist das ein Preis, den ich für den ethischen Standard dieser Bank und die Transparenz gerne zahle – und ich fühle mich gut dabei, weil ich für eine ehrliche Dienstleistung einen ehrlichen Preis zahle.

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum in der Vorweihnachtszeit Briefe und Pakete immer gefühlt doppelt so lange brauchen, bis sie beim Empfänger sind? Ja, natürlich steigt das Sendungsvolumen in dieser Zeit stark an, jedoch können die Transportunternehmen ihre Leistungsfähigkeit nicht beliebig hochskalieren, weil sie schlicht keine Menschen finden, die willig sind, für den geringen Lohn, den die Unternehmen zahlen, Pakete zu schleppen. Auch das ist eine Konsequenz des immensen Preisdrucks, der nicht zuletzt durch das Konzept der versandkostenfreien Lieferung entsteht.

Und haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Ihr Zusteller den ganzen Tag schwere Pakete schleppt und dafür nur mager bezahlt wird? Natürlich ist es unwahrscheinlich, dass man als Paketfahrer reich wird, aber eine faire Bezahlung für die Arbeit würde wohl auch dafür sorgen, dass sich mehr Menschen finden würden, die diesen Job tun. Damit würde die Belastung für die einzelnen Fahrer sinken und letztlich auch die Qualität der Zustellung wieder steigen.

Auf einer ganz anderen Ebene ist die versandkostenfreie Lieferung ebenfalls problematisch. Je mehr es zum Usus wird, dass der Versand einer Bestellung nichts kostet, desto mehr sinkt der gefühlte Wert der Dienstleistung, die all die Menschen erbringen, wenn sie unsere Bestellungen vom Versender zu uns bringen. „Was nichts kostet, ist nichts wert“ sagt der Volksmund, und damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Der Trend zur kostenlosen Lieferung sorgt auf energetischer Ebene dazu, dass ein gesamter Wirtschaftszweig weniger und weniger „gesehen“ wird. Und es ist keine unwichtige Branche, sondern eine, die für den Luxus und die Bequemlichkeit, in der wir das Glück haben zu leben, von wesentlicher Bedeutung ist.

Obwohl wir uns mit dem Essenzenladen in einer ziemlich kleinen Nische befinden und das Glück haben, mit tollen Kunden gesegnet zu sein, ist es auch für uns manchmal anstrengend dem Druck der „Geiz ist geil“ Mentalität standzuhalten. Wenn andere mit Rabatten werben bei denen ich mich fragen muss, wovon sie eigentlich leben, kostet es mich manchmal viel Kraft, weiterhin zu meiner Überzeugung zu stehen, dass gute Produkte einen fairen Preis verdienen. Und auch wenn der ein oder andere Kunde vielleicht woanders bestellt hat, weil er bei uns (aktuell) 3,50 EUR Versandkosten zahlen muss, bleibe ich bei meiner Überzeugung, dass es transparenter und angemessener ist, die Kosten dort auszuweisen, wo sie entstehen, anstatt sie zu verschleiern und mit scheinbaren Rabatten zu werben.

Warenpost Teil 2: Klagelied an die Deutsche Post AG

Liebe Deutsche Post AG, wie bereits ausführlich geschrieben, finde ich es toll, dass ihr mit der Zeit geht und ein modernes und sinnvolles Produkt wie die Warenpost eingeführt habt. Ebenfalls wie bereits geschrieben, hat das Produkt noch eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten, die vermieden hätten werden können, wenn diejenigen, die das alles geplant haben, mit der Zielgruppe im Auge zuende gedacht hätten.

Ich sehe auch ein, dass ein neues Produkt noch so seine Kinderkrankheiten hat. Aber wie kann es sein, dass annähernd die Hälfte aller Warenpost-Sendungen gar nicht gescannt wird? Nicht im Briefzentrum und nirgendwo sonst. Wenn man auf die Sendungsverfolgung geht, findet man nur gähnende Leere. Das widerspricht doch ein wenig dem Sinn des Ganzen, meint ihr nicht auch?

Ein wenig verwirrt war ich, als ich einmal unseren Postboten dabei erwischt habe, wie er eine Warenpost bei uns in den Briefkasten geworfen hat, ohne sie zu scannen. Von wegen „Zustellnachweis“ und so. Der tat erstmal so als ob er von nichts wüsste. Man hätte ihm gesagt, er muss die Sendungen nur scannen, wenn er sie nicht zustellen kann. „Das macht doch keinen Sinn“, sage ich zu ihm. „Wie funktioniert das denn dann mit dem Nachweis der Zustellung?“ Das wüsste er jetzt auch nicht so genau, sagte er. Meine Nachfrage bei unserem, im Gegensatz zu den Callcenter-Drohnen sehr erfahrenen, zuverlässigen und hilfsbereiten Geschäftskundenberater hat mich dann ein wenig desillusioniert. Tatsächlich sollen die Warenpost Sendungen nur vom Zusteller gescannt werden, wenn sie nicht zustellbar sind. Wenn das nicht passiert, dann gelten sie ab 18.00 Uhr automatisch als zugestellt.

Habt Ihr noch alle Latten am Zaun? Und was ist mit Sendungen die auf dem Weg vom Briefzentrum zum Zusteller oder unterwegs beim Ausliefern verloren gehen? Die sind dann automatisch „zugestellt“, obwohl sie es auch irgendwie nicht sind. Unter einem ZustellNACHWEIS stelle ich mir irgendwie etwas anderes vor. So ist es, nett formuliert, eine Mogelpackung. Auch die Worte „Lüge“ oder „Täuschung“ sind mir schon in den Sinn gekommen.

Natürlich verstehe ich, dass insbesondere in Zeiten zunehmenden Versandhandels der Zusteller aus Kostengründen für 2,60 EUR nicht jede kleine Warenpost scannen kann. Vermutlich würde er dann deutlich länger für seinen Job brauchen. Aber ganz ehrlich: Lieber würde ich ein wenig mehr für ein funktionierendes, stimmiges Produkt mit echtem Zusatznutzen zahlen, als denselben alten Preis für eine Augenwischerei. Hatte ich schon erwähnt, dass der Servicelevel mit der Warenpost um Vergleich zum guten alten Maxibrief auch noch gesunken ist? Wir haben heute deutlich mehr verlorene Warenpost Sendungen als letztes Jahr Maxibriefe.

Liebe Deutsche Post, Stand heute muss ich sagen, dass ihr mit dem gut gemeinten Produkt Warenpost nicht nur nicht zuende gedacht habt, ihr habt ein funktionierendes System sogar leider noch spürbar schlechter gemacht.

Wer sich mal mit dem Postkonzern (oder Konzernen im Allgemeinen) beschäftigt hat, weiß, dass so ein Unternehmen ungefähr so beweglich ist wie ein Mega-Containerschiff. Deshalb bleibt mir als kleiner Kunde mangels Alternativen momentan nichts anderes übrig, als immer wieder jede schief gelaufene Warenpost zu reklamieren. Mein Kundenberater freut sich sogar ehrlich darüber, denn der ist in der Tat näher am Kunden als die Produktarchitekten der Warenpost. Und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kurzsichtigkeit ist nicht nur eine Frage der Augen

Pacta sunt servanda (lat.; dt. Verträge sind einzuhalten) – keine Frage. Wo kämen wir denn auch hin, wenn keiner sich an Absprachen halten würde. Auf der anderen Seite steht jedoch der gesunde Menschenverstand und vielleicht sogar ein wenig guter Wille. Wenn man blind auf die Buchstaben der Verträge pocht, ist der Schaden oft größer, als wenn man gesundes Geben und Nehmen praktiziert. Die meiste Zeit funktioniert das mit den Partnern, mit denen ich zusammenarbeite sehr gut. Und dann gibt es trotzdem immer wieder Ausreißer.

So geschehen heute mit der Firma INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, die unter der Domain lizenzero.de ein Portal betreiben, bei dem man Entsorgungsdienstleistungen im Rahmen des Dualen Systems buchen kann.

Zugegeben, der ursprüngliche Fehler liegt bei mir. Ich habe einen neuen Entsorgungsvertrag für den Essenzenladen geschlossen, ohne die Kündigungsbestätigung des alten Dienstleisters abzuwarten. Der hat mir dann prompt eine lange Nase gedreht und die Kündigung wegen einer nicht eingehaltenen Frist nicht akzeptiert. Dumm gelaufen, selbst dran schuld.

Was macht der Geschäftsmann? Er versucht mit dem neuen Dienstleister zu sprechen und entweder den Vertrag rückgängig zu machen oder auf das übernächste Jahr vorzutragen. Schließlich zahle ich ungern zweimal für dieselbe Dienstleistung. Klar geht das nur mit Goodwill, denn Verträge sind einzuhalten.

Viele versprochene, jedoch nie erfolgte Rückrufe später habe ich dann heute schließlich die Auskunft bekommen, dass die Firma auf den Vertrag besteht und nicht mit sich reden lässt. Das ist ihr Recht – denn Pacta sunt servanda.

Mein Recht ist jedoch, in den sauren Apfel zu beißen, das unnötig gezahlte Geld abzuschreiben und in Zukunft einen weiten Bogen um diese Firma zu machen. Und falls mich jemand fragt, welches Entsorgungsunternehmen ich empfehlen kann, werde ich ein anderes nennen.

Merke: Wer kurzfristig blindlings auf die Buchstaben des Vertrags besteht, wird langfristig mindestens einen Kunden verlieren. Schade.

Panem et circenses im 21. Jahrhundert

Ich war letztens in Rom und konnte das Kolosseum bewundern, in dem die Mächtigen damals, dem Prinzip „Panem et circenses“ (Brot und Spiele) folgend, das Volk beschäftigten, um es vom Revoltieren abzuhalten.

Als ich heute den Post eines öffentlich-rechtlichen Senders auf Facebook gesehen habe, der, hart an der Grenze zum Boulevardjournalismus, auf einen Vollpfosten hinweist, der mit einem dummen Video einen Shitstorm ausgelöst hat, konnte ich nicht anders, als mich wieder an eben dieses Prinzip erinnert zu fühlen. Nachdem wir zumindest in der westlichen Welt inzwischen „Panem“ im Überfluss haben, ist es wohl wieder an der Zeit für „Circenses“, um die Emotionen des Volkes in eine für die Mächtigen ungefährliche Richtung abzuleiten.

Wenn Menschen ihre Energie immer wieder darauf verwenden, ihren Emotionen aufgrund von vollkommen irrelevanten Dingen in den sozialen Medien in Shitstorms freien Lauf zu lassen, dann sind sie den Rest der Zeit schön brav und regen sich nicht über die wirklich bösen Dinge auf, die ihnen von Seiten der Politik und der Wirtschaft angetan werden. Ziel erreicht.

Der Teil von mir, der sich vorstellen kann, dass an Verschwörungstheorien auch immer ein wahrer Kern ist, sieht dann vor seinem inneren Auge bezahlte Meinungsmacher und Brandbeschleuniger vor ihren Tastaturen sitzen, die mit gelangweiltem Blick Öl ins Feuer gießen – so wie man das in den schlechten Filmen früher immer bei den Damen von der Telefonsex-Hotline gesehen hat.

Danke, Miles & More Kreditkarte … für nichts

Stellen Sie sich vor, Sie gönnen sich eine Woche Urlaub, sitzen gerade in Griechenland und die Firmen-Kreditkarte, über die eine große Warenbestellung in Australien läuft, verweigert den Dienst. Vefügungsrahmen? Passt. Ablaufdatum? Passt. Sonstige Kreditkartendaten? Passen alle. Nur die besonderen Sicherheitsfeatures, die Transaktionen aus unsicheren Ländern verhindern sollen, haben sich selbständig gemacht und platzieren nun auf einmal auch Australien auf der „Achse des Bösen“.

Kann man ja ändern, indem man sich online einloggt. Nur leider hat sich das Onlineportal nach der jüngst erfolgten Systemumstellung auch selbständig gemacht und akzeptiert nach Gutdünken alte und neue vergebene Passwörter – oder auch nicht. Heute ist wieder ein zickiger Tag, und mein Passwort wird nicht akzeptiert. Na, dann setze ich es halt zurück. Die PIN dafür kann man online anfordern und es wird auch nur maximal 24 Stunden dauern, bis sie da ist 🙄

Der IT Gott hat ein Einsehen und schickt mir die PIN nach „nur“ 15 Minuten. Flugs auf die Website gegangen und ein neues Passwort vergeben. Dann nur noch anmelden, und … hatte ich schon erwähnt, dass deren System heute seinen zickigen Tag hat? Nur weil ich gerade ein neues Passwort vergeben habe, heißt das noch nicht, dass es auch ab sofort akzeptiert wird.

Eine vorherige Erfahrung mit dem divenhaften System hat mich gelehrt, dass nach drei „falschen“ Eingaben das gesamte Konto gesperrt wird, deshalb, beschließe ich, mich an die Hotline zu wenden. Auf der Website steht – tatsächlich relativ leicht auffindbar – eine Frankfurter Rufnummer. Gottseidank sind Anrufe im europäischen Ausland inzwischen in der Flatrate enthalten, sonst würde sich der Preis für meinen Urlaub wahrscheinlich spontan verdoppeln. Nach einer gefühlt dreiminütigen Ansage über die Vorteile des neuen Online-Portals und dem Hinweis, dass momentan sehr viele Kunden die Hotline frequentieren (warum nur?) bin ich in der Warteschleife. Aber nur kurz. Dann erfahre ich, dass die Hotline erst ab 8.00 Uhr deutscher Zeit besetzt ist  🙄🙄

Also wieder auflegen und die halbe Stunde überbrücken und dabei versuchen, nicht in die Tischkante zu beißen. Punkt acht (bei uns 9.00 Uhr) wieder das selbe Spiel: Wertvolle Informationen über das neue Portal, dann Warteschleife. Das letzte Mal habe ich fast eine Stunde dort verbracht,. Aufgrund der frühen Uhrzeit habe ich diesmal jedoch schon nach fünf Minuten jemand an der Strippe, der mir jedoch postwendend erklärt, dass ich bei ihm falsch sein, und dass die Kollegen unter der anderen (geheimen?) Rufnummer die Ländersperre aufheben könnten. Seufzend lege ich auf und rufe die andere Hotline an.

Nach erneutem Warten und der Eingabe von 25 verschiedenen Informationen zur Legitimation habe ich dann eine weitere Servicedrohne am Rohr, der mir kurz und knapp vor die Füße wirft, dass er das Gewünschte nicht für mich tun könne – „Das müssen Sie selbst im Online-Konto“ tun. Da beißt sich dann die Katze das erste Mal in den Schwanz. Alles Bitten und Betteln hilft nicht, und auch der Hinweis, dass ich mich nicht einloggen kann, kann sein Herz aus Stein nicht erweichen. „Dann müssen Sie halt neue Zugangsdaten per Post anfordern.“ Nach Griechenland, oder was? Und das, während meine Bestellung in Australien rumsteht, anstatt befördert zu werden? Auch meine Frage, was ich denn tun solle, wenn meine Kreditkarte in Griechenland nicht funktioniert und ich im Ausland auf dem Trockenen sitze, wird mit einem lapidaren „Das können Sie im Online-Portal ändern.“ abgebügelt.

Irgendwann habe ich dann die Nase gestrichen voll und verlange, seinen Vorgesetzten zu sprechen. Der nun folgende Satz ist für mich unter den Top 5 der ewigen Servicewüste-Deutschland-Charts: „Unsere Vorgesetzten sind für Sie nicht zu sprechen“. Nochmal in Zeitlupe zum Genießen: „UNSERE VORGESETZTEN SIND FÜR SIE NICHT ZU SPRECHEN.“ In dieser drastischen Deutlichkeit habe ich das so tatsächlich noch nie gehört. Wow. Da weiß man doch gleich, welchen Stellenwert man als Kunde hat.

Mein Hinweis, dass er gerade dabei ist, einen Kunden zu verlieren, ändert an seiner überheblichen Gelassenheit nichts. Auf meine Frage, wo ich mich beschweren kann, kommt noch ein: „Schriftlich per Brief, E-Mail oder Fax“, woraufhin ich genervt auflege. Nachdem ich meinen Schaum vor dem Mund weggewischt habe, beschließe ich, noch einen letzten Versuch zu unternehmen. Vielleicht ist ja das Online-Portal letztlich doch flexibler als die Mitarbeiter an der Hotline.

Neue PIN angefordert und erstmal Frühstücken gegangen. Nach dem zweiten Kaffee ist die SMS dann auch da. Wie auf Samtpfötchen tänzele ich durch den Passwort-Änderungs-Prozess, um die Diva nicht zu verärgern. Bei jedem Schritt versuche ich zu erraten, was das System nun von mir erwarten könnte. Kurz bevor die Mimose wieder eingeschnappt ist, gelingt es mir mit einem beherzten Sprung, mein Online-Konto zu erreichen und die gewünschte Einstellung zu ändern. Bleibt zu hoffen, dass das System diese auch tatsächlich akzeptiert hat und nicht bei nächster Gelegenheit wieder nach Gutdünken ändert.

Unter dem Strich habe mich heute so geärgert, dass ich tatsächlich nach Alternativen suchen werde. Die Bonusmeilen sind zwar ganz nett, aber wenn jemand eine Systemumstellung so systematisch vergeigt (die ganze Vorgeschichte zu heute habe ich noch gar nicht aufgeschrieben), dann weiß ich nicht, ob das vertrauenserweckend genug ist, um meine finanziellen Transaktionen über so einen Partner abzuwickeln. Deshalb meine Botschaft an Miles & More sowie die DKB: Setzen – sechs! Und ich versuche jetzt wieder, meinen Urlaub zu genießen.

Zu offensichtlich

Ich schaue gerade die letzte Staffel von „House of Cards“ auf Netflix. Eine herausragende Serie mit Kevin Spacey. Schade, dass die Serie aufgrund des Skandals um ihn wohl nicht weitergehen wird.

In der Serie wird in erstaunlicher Offenheit das politische System der USA mit seinen Lügen, Intrigen und Machtspielen dargestellt. Dem Zuschauer wird im Stakkatorhythmus vor Augen gehalten, dass es in der angeblich „ältesten“ (noch existierenden) Demokratie um alles andere geht, als um die im Wortsinne postulierte „Herrschaft des Volkes“. Selbst innerhalb des legalen Rahmens wird dasselbe belogen, über den Tisch gezogen und ständig manipuliert, um den Interessen derjenigen, die an den Schalthebeln der Macht sitzen, zu dienen.

Die Handlung der Serie mag fiktiv sein, die Strukturen und Mechanik der Macht, die in ihr dargestellt werden, lassen sich innerhalb kürzester Zeit verifizieren.

Was mich dabei von Anfang an gewundert hat: Wenn den Menschen in den USA so klar vor Augen geführt wird, dass sie letztlich nichts zu sagen haben und mehr Untertanen als Souverän sind, warum gibt es dann keine Massenproteste, wütende Zeitungsartikel und einen politischen Prozess, um dem allem einen Riegel vorzuschieben? „Panem et circenses“ funktioniert wohl immer noch zu gut.

Und nein: Ich bin nicht der Meinung, dass der Staat in Deutschland besser funktioniert oder dass wir als Bürger mehr Einfluss auf dessen Handeln haben.

Warum ich den schwarzen Freitag ignoriere

Ich bin kein Asket … nun wirklich nicht. Ich mag gerne technische Spielereien und schrecke auch nicht davor zurück, mir etwas zu gönnen, was vielleicht nicht überlebensnotwendig ist. Trotzdem finde ich den Wahn um den „Black Friday“, der dieses Jahr das erste Mal mit voller Macht über Deutschland schwappt verrückt und sogar abstoßend.

In den Medien wird viel darüber berichtet, dass dieser Tag, der in den USA seit einer Reihe von Jahren immer am letzten Freitag im November von den Jüngern der Konsumgötter zelebriert wird, der „Auftakt des Weihnachtsgeschäfts“ und ein wichtiger „Gradmesser“ für dessen Verlauf sein soll. In meinen Augen ist das jedoch nur noch ein künstlich geschaffener Anreiz, damit Menschen Dinge kaufen, die sie nicht brauchen, nur weil sie angeblich gerade super billig sind – und natürlich morgen schon wieder viel teurer.

Der schwarze Freitag bedient in psychologisch-manipulativer Reinform die „Geiz-ist-geil“-Mentalität, die wir seit vielen Jahren von den Marketingabteilungen der großen Einzelhändler eingeimpft bekommen. Der atavistische Jagdtrieb der Männer – der Black Friday konzentriert sich traditionell auf technische Geräte – wird gezielt angesprochen, um das Gehirn aus und den Geldbeutel aufzumachen. Ein ähnliches Prinzip konnte man zumindest früher oft bei eBay beobachten: Da gingen gebrauchte Artikel zu Preisen über den Tresen, die regelmäßig höher waren als die Neupreise eben dieser Produkte. Und das alles nur, weil der Nervenkitzel beim Bieten so groß war. Wie gesagt: Gehirn aus, Geldbeutel auf.

Ein weiterer Grund für mich, den schwarzen Freitag zu ignorieren ist die Respektlosigkeit, die man den Produkten auf gewisse Weise entgegenbringt, wenn man sie verschleudert. In jedem Produkt steckt Arbeit und vielleicht sogar ein wenig Liebe drin, und wenn es zum Dumpingpreis zum Zwecke des Kaufrauschs in Massen unter’s Volk gebracht wird, dann missachtet das den jedem Produkt innewohnenden Wert gehörig. Das mag ein bisschen abgefahren klingen, aber für mich ist das wichtig.

Ein etwas anderer, jedoch ebenso wichtiger Aspekt wird durch ein Zitat von John Ruskin beschrieben, dem ich in einen eigenen Post gewidmet habe. In Kurzform: Natürlich ist es unklug, für ein Produkt zu viel zu bezahlen. Es ist jedoch noch viel unklüger, für ein Produkt zu wenig zu bezahlen. Hier geht es zum vollständigen Artikel.

Aus all diesen Gründen werde ich heute außer vielleicht ein paar Lebensmitteln nichts kaufen, und ganz sicher werde ich auf unsere Essenzen heute keine verrückten Rabatte geben. Die Konsumgötter mögen es mir verzeihen, aber bei dem Quatsch mache ich einfach nicht mit.