Bischof, die zweite

Der bereits erwähnte hochherrschaftlich agierende Bischof von Limburg bleibt mit Negativschlagzeilen in den Medien. Mal sehen, wie lange er sich noch halten kann …

Die Evolution der katholischen Kirche

Ich führe mir gerade „Die Tore der Welt“ von Ken Follett als Hörbuch zu Gemüte. Ein toll geschriebenes Hörbuch, das im Hochmittelalter spielt und von allen möglichen Geschichten und Situationen handelt, in denen natürlich auch die Kirche (damals gab es ja nur die katholische) eine gewichtige Rolle spielt. Die Prioren der Klöster waren Lehensherren, Richter und Unternehmer und hatten ansonsten auch furchtbar viel Macht, die sie gerne auch mal nutzten, um sich selbst Denkmäler zu setzen. Auch allgemein gesprochen nahmen es die Geistlichen des Mittelalters mit solchen Dingen wie Armuts- und Keuschheitsgelübden wohl oft nicht so genau. Vorbildrolle und Außenwirkung waren noch keine Wörter, die man kannte oder die irgendeine Bedeutung hatten.

Gottseidank ist die Zeit des dunklen Mittelalters vorbei und die Kirche ist zu einer wertvollen Institution geworden, die das Leben der Menschen bereichert und im sozialen Bereich wahre Wunder vollbringt. Ist doch so … oder war da gerade der Wunsch der Vater des Gedankens? Wohl doch eher letzteres, denn beim Lesen eines Artikels mit dem Titel „Das Upgrade-Wunder von Limburg“ auf Spiegel-Online fühlte ich mich direkt in das Setting des Buchs zurückversetzt. Irgendwie scheint es, dass die katholische Kirche den Sprung vom Mittelalter in die Moderne nicht nur in Bezug auf ihre Einstellungen zur Sexualität und anderen „heiklen“ Themen noch nicht geschafft hat …

In der evangelischen Kirche geschehen zumindest noch „Wunder“ in der Art, dass eine Bischöfin Käßmann wegen einmaligen alkoholisierten Fahrens zurücktritt, weil sie ihrer Vorbildrolle nicht mehr gerecht werden kann. Chapeau. Die katholische Kirche haben solche Dinge jedoch noch nie angefochten. Mal sehen, wie sich der Bischof aus der Kiste nun wieder rauswindet.

Spiritualität vs. Materialismus

Heute Morgen fand ich einen Kommentar zu meinem Post über das Impfen in meinem Blog vor. Der Autor, der sich vollkommen unbescheiden „Wahrheit“ nannte, empfiehlt darin mir und den Lesern des Blogs, sich doch mal einen Text auf psiram.com (früher esowatch.com) anzusehen, der kein gutes Haar an Hans Tolzin lässt. Einen Artikel des Letzteren hatte ich in meinem Beitrag als Startpunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Impfen empfohlen. Obwohl der Kommentar weit davon entfernt war, sachlich zu sein, habe ich mich entschlossen, ihn dennoch zu veröffentlichen, lediglich den Link zur oben genannten Seite habe ich entfernt – zuallererst deswegen, weil die Betreiber der Seite ihre Namen nicht preisgeben und es kein Impressum gibt.

Aber natürlich gibt es für mich auch noch weitere Gründe, nicht auf diese Seiten zu verlinken. Ich habe mich vor einiger Zeit etwas mit ihnen beschäftigt und mir einige Artikel im dortigen Wiki durchgelesen, die Themen behandeln, die mich interessieren. Relativ schnell habe ich das dann wieder sein lassen, denn die Texte auf dieser Seite sind vorallem von einem geprägt: Hass. Die (namenlosen) Betreiber der Seiten scheinen einen grenzenlosen Hass auf alles zu haben, was nicht in ihr materialistisches Weltbild passt. Sie nutzen Polemik und verleumndende Texte um den Menschen und Ideen, die in ihr Fadenkreuz geraten sind, möglichst schlecht aussehen zu lassen. Dabei geben sie sich den Anschein von Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit – ein Versuch, der beim aufmerksamen Leser mit gesundem Menschenverstand jedoch schnell zum Scheitern verurteilt ist.

Es gibt im Bereich der Eso-Industrie durchaus Strömungen und Tendenzen, die es wert sind, kritisch hinterfragt zu werden. Dies durch Hasstiraden zu tun ist jedoch der falsche Weg. Abgesehen von tatsächlichen Scharlatanen und Betrügern (die es dort sicher auch gibt) sind dort viele Techniken, Methoden und Produkte zu finden, die vielleicht nicht allen Menschen helfen oder etwas bringen (manchen aber schon!), jedoch mit Integrität und Authentizität angeboten werden. Nur weil ich lieber Bier als Wein trinke verteufle ich doch nicht alle Winzer auf der Welt.

Es ist offensichtlich, dass insbesondere auf Seiten wie EsoWatch ein Glaubenskrieg herrscht zwischen Materialisten, die das kartesische Weltbild dogmatisch verteidigen und sogar durchsetzen wollen und denjenigen Menschen, die nach 400 Jahren Materialismus wieder ein wenig Spiritualität in ihr Leben lassen. Ein bisschen fühlt man sich ins Mittelalter zurückversetzt, als die Kirche alle Andersgläubigen verfolgt und getötet hat. Heutzutage werden für diesen Krieg zwar keine Schwerter und Pistolen mehr verwendet, der Hass auf die Angersgläubigen ist jedoch nicht minder groß.

Letztlich kann sich nur jeder selbst entscheiden, was er glaubt und was nicht. Zwei Dinge halte ich dabei jedoch für eminent wichtig: a) Jeder sollte sich bei der Bewertung von spirituellen Dingen in letzter Instanz nur auf sein eigenes Bauchgefühl verlassen, ihm vertrauen und ihm folgen und b) jeder Mensch hat das Recht, das zu glauben, was er will. Lassen wir doch bitte die Finger von den anderen (und ggf. der Tastatur), auch wenn wir deren Ansichten für Humbug halten.

Gehirnhälftenspielchen

Durch eine liebe Freundin bekam ich den Hinweis auf diese nette kleine Seite mit einem Spielchen mit den Gehirnhälften. Als ich zuerst draufgesehen hatte, hat sich die Dame definitiv im Uhrzeigersinn gedreht und es ist mir auch nicht gelungen, dass sie sich andersrum dreht. Als ich mir das Bild am nächsten Tag noch einmal angesehen habe, hat sie sich jedoch definitiv GEGEN den Uhrzeigersinn gedreht …

Unser Gehirn ist schon eine spannende Sache. Nur die Aussage auf der Seite, dass eine Gehirnhälfte „schlecht“ und die andere „gut“ ist, mag ich so nicht stehen lassen. Ohne die (nach deren Meinung) schlechte Gehirnhälfte wären wir nämlich auch ganz schön beschissen dran 😉

http://forum.desainz.de/topic.php?id=290

Streifzug durch die Eso-Welt

Schon seit einigen Jahren ist es mir wichtig, zwischen Spiritualität und Esoterik zu unterscheiden. Spiritualität ist etwas sehr Persönliches, das man in der Regel alleine oder in einer kleinen Gruppe von Gleichgesinnten erlebt und entwickelt. Esoterik ist ein Industriezweig, der sich von z.B. der Getränkeindustrie nur durch die auffallend seltsam anmutende Wahl der Produktnamen unterscheidet.

Heute flatterte mir der Katalog einer der Größen der „Szene“ ins Haus und ich konnte mich tatsächlich nicht zurückhalten, ihn mal durchzublättern. Ich hätte es besser nicht getan, denn was ich da gesehen habe lässt keinen Zweifel daran, dass diejenigen Menschen, die Esoterik und Spiritualität gleichsetzen und beides ablehnen aus ihrer Sicht Recht haben.

Die ersten Seiten des Katalogs preisen die nächsten 25 Engelbücher an, mit Informationen, die es so noch nie gegeben hat (aber natürlich in ähnlicher Form in den letzten 1.000 Engelbüchern). Weiter geht es mit Lebenshilfebüchern, deren schiere Anzahl einen direkt erschlägt und man weiß gar nicht mehr, welchen Strohhalm man zuerst ergreifen soll. Die 27. gechannelte Wesenheit will uns wieder brandneue Informationen über das Leben und den Sinn desselben vermitteln und die Vielfalt Nahrungsergänzungsmittel und Wellnessprodukte lässt die Zukunft des eigenen Bankkontos eher trübe aussehen. Kleidung mit dem Om-Symbol drauf, Untersetzer für Getränke, Naturkosmetik mit „echtem“ Gold … schon nach wenigen Minuten ist mein Aufnahmevermögen erschöpft. Mein persönliches Lieblingsprodukt (das kann ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen) sind jedoch die „Buddha Bärchen“ … politisch korrekte Gummibärchen, von denen 100 g auch nur fast sieben Euro kosten.

Esoterik ist nicht gleich Spiritualität und auch im „esoterischen Fachhandel“ gibt es wirklich gute Bücher und Produkte. Leider werden sie von einer Vielzahl schlichtweg überflüssigem Tands so überdeckt, dass sie in der Masse des Esoquatschs gar nicht mehr auffallen. Warum muss den auf einmal alles esoterisch sein und entweder ein Om-Symbol, eine Segnung durch einen selbsternannten Heiligen oder eine sonstige weltverbessernde Eigenschaft haben? Mir persönlich würde es reichen, gute Nahrungsmittel und Kleidung, gerne auch in Bio-Qualität, aber bitte ohne zwanghaften Symbolismus angeboten zu bekommen.

Nach der Lektüre des Katalogs bleiben mir nur zwei Dinge zu tun: Erstens, das Ding schnellstmöglich in den Papierkorb (Verzeihung: die Altpapiertonne) zu befördern und zweitens, die dringende Empfehlung auszusprechen, auf dem persönlichen Weg der Entfaltung eher abseits der breiten Esoterik-Highways die Augen offen zu halten, und Kataloge, Messen und Gurus zu meiden. Oft steckt dahinter nämlich nur der gleiche Antrieb wie hinter allen großen Industrien: Der schnöde Mammon.

Verrückte Welt

Im Teaser für einen Artikel auf Spiegel Online mit dem Titel „Deutschland erzielt weltgrößten Handelsüberschuss“ schreibt der Autor, dass die internationale Kritik an Deutschland wegen eben dieses Handelsüberschusses größer wird. Ich bin darüber gestolpert und habe mir den Artikel ganz durchgelesen. Dabei sind mir diese denkwürdigen Sätze vor die Füße gefallen:

Ungleichgewichte in den Handelsbilanzen sind nach Ansichten vieler Wirtschaftswissenschaftler einer der zentralen Auslöser der weltweiten Finanzkrise – dazu gehören auch die hohen Außenhandelsüberschüssen von Deutschland und China. Der Hintergrund: Wenn ein Land besonders viel exportiert, muss ein anderes Land besonders viel importieren und sich dafür hoch verschulden.

Wenn ich das jetzt mal zusammenbaue, dann heißt das soviel wie: Deutschland ist schuld daran, dass andere Länder Schulden machen, weil wir so viele Güter herstellen und es auch noch wagen, sie zu exportieren. Ich wusste gar nicht, dass Deutschland die anderen Länder auf der Erde zwingt, seine Waren zu kaufen … Bin ich verrückt oder ist es doch die Welt?