Erster Härtetest für N26: Italien

Nachdem das mit der Benutzung des N26 Kontos und der Mastercard in Deutschland ja bisher reibungslos funktioniert hat, muss sie gerade ihren ersten Härtetest im Ausland bestehen: wir sind in Italien.

Zuvor noch eine Rückblende nach Deutschland: Bei einem Einkauf mit der transparenten Mastercard in einem Onlineshop wurde ich statt der PIN, dem Sicherheitscode oder irgend einem anderen Feature gebeten, die Transaktion über die App freizugeben. Schicke Zwei-Faktor-Lösung und sie hat einwandfrei funktioniert.

Doch zurück nach Italien. Erste Herausforderung: Eintrittskarten für das Kolosseum kaufen. Die Transaktion am Terminal funktioniert mit der PIN einwandfrei – Check.

Zweite Herausforderung: Bargeld abheben. In Deutschland gilt eine Fair Use Policy – ich kann theoretisch fünfmal im Monat kostenlos Geld am Automaten abholen, danach wird eine Gebühr von aktuell 2,00 EUR pro Abhebung fällig. Da N26 keine eigene Infrastruktur betreibt, finde ich das schlüssig und fair. Im EU Ausland jedoch kann ich laut der App unbegrenzt Geld an Automaten abheben, und das komplett kostenfrei. Ganz nachvollziehen kann ich das Konzept zwar nicht, aber ich wehre mich natürlich auch nicht dagegen.

Die App zeigt mir vorbildich, wo in meiner Nähe Geldautomaten sind. Der erste, den ich aufsuche nimmt meine Karte auch willig entgegen, jedoch verweigert er, das Geld auszuspucken, nachdem ich meine PIN eingegeben habe. Hmpf, der erste Dämpfer. Wenige Augenblicke später fällt mir jedoch ein, dass ich die Bargeldabhebungen für das Ausland ja in der App gesperrt hatte – #facepalm. Also rein in die App, den Schalter umgelegt und (inzwischen bei einer anderen Bank in der Nähe) noch einmal probiert. Der Automat rückt diesmal willig die Kohle raus. Nettes Detail am Rande: In dem Moment, in dem mir der Bildschirm des Geldautomaten ankündigt, dass die Transaktion erfolgreich war, vibriert es auch in meiner Hosentasche und die App meldet mir das Gleiche. Es lebe das Internet!

Wir sind noch ein paar Tage in Rom, mal sehen, was ich mit dem N26 Konto noch so anstellen kann. Bis jetzt hat es auf jeden Fall seinen Härtetest mit Bravour bestanden und der einzige Fehler saß wieder einmal, wie so oft, vor der Tastatur.

Wortwörtlich transparente Finanzen

Heute ist dann die neue N26 Mastercard per ordinärem Brief bei mir angekommen. Ich hatte zwar schonmal gelesen, dass das „Markenzeichen“ der N26 Kreditkarten ihre Transparenz ist, wenn man so eine durchsichtige Karte aber das erste Mal in der Hand hält, denkt man sich schon: Schick!

Die Aktivierung der Karte war eine Sache von wenigen Sekunden – nur ein paar Zahlen in die App eingeben und fertig. Theoretisch ist sie ab sofort benutzbar, mangels Gelegenheit konnte ich das aber noch nicht ausprobieren.

Bei N26 ist es, wie ich gelesen habe, so, dass Umsätze mit der Kreditkarte (eigentlich eine Debitkarte) direkt vom Konto abgebucht werden. Das ist mir gar nicht unrecht, denn so behält man besser den Überblick wo man finanziell gerade steht. Problematisch kann das jedoch werden, wenn man dringend was per Kreditkarte zahlen muss, und das Konto nicht genügend Deckung aufweist. Da ist mit meinem N26 Account ja gerade nur am spielen bin und der Großteil meiner Finanzen (noch) in anderen Händen liegt,  ist das ein durchaus realistisches Szenario. Glücklicherweise bietet N26 direkt in der App einen Überziehungskredit zu aktuell 8,9% an, den man sich einfach selbst freischalten kann. Randbemerkung: Man kann ihn auch einfach selbst wieder ausschalten, wenn man ihn nicht nutzen möchte – sehr elegant.

Da davon auszugehen ist, dass N26 im Hintergrund meine Kreditwürdigkeit geprüft hat – in den AGB behalten sie sich das auf jeden Fall vor – scheine ich in den Augen von Schufa & Co. so zuverlässig zu sein, dass ich mir direkt einen Dispo selbst gewähren konnte. Jetzt muss ich beim weiteren Spielen nicht auf jeden Cent und auf die andauernde Deckung des Kontos achten 🙂

Insgesamt: Alles sehr clever und durchdacht gelöst. Bis jetzt kann ich nur sagen: Chapeau N26.