Erhitzte (Impf-) Debatte

Momentan schlagen die Wellen was das Thema Impfen angeht ja wieder sehr hoch. Einige der Impfbefürworter sehen ihre eigene Einstellung (wie leider auch manche missionierende Impfgegner) eher als Religion denn als ihre eigene, subjektive Meinung an. Das führt dann zu solchen Auswüchsen, wie ich sie in den Kommentaren zu einem, leider auch nicht sonderlich sachlichen Beitrag im Science-Blog lesen musste:

Meine Güte, man soll das machen wie in der DDR.
Impfpflicht und Ende. Man konnte dem nicht entrinnen.
Klar, manche haben sich am Impftag drücken können, Kinder sind ja einfallsreich. Nur, der Schularzt hat sie nicht vergessen. Man hat den vermeintlich listigen ein paar Tage später plötzlich aus dem Unterricht geholt und dann half kein Heulen und Zähneklappern 😀
Und die Eltern hatten da genau nichts zu melden, notfalls wurde das mit der Polizei durchgesetzt.

Die Frage, die sich mir dabei unmittelbar aufdrängt ist die: Sind die Leute, die solche Meinungen vertreten die gleichen, die sich „Wir sind das Volk“ rufend dem totalitären Staat entgegengestellt haben und ist die Entscheidung über den eigenen Körper, wenn es um das Thema Impfen geht „ganz was anderes“?

Oder kommen solche Sprüche eher von den Leuten, die die Diktatur der SED eigentlich ganz ok fanden – besonders aufgrund der Vorteile, die sie vielleicht durch den eigenen IM-Status genießen durften.

Ich höre jetzt schon wieder den Aufschrei: „Jaaaaaaaa – aber wer nicht impft gefährdet auch andere!“. Dazu sei nur dies gesagt: Wer eine Impfpflicht fordert, ohne zugleich ein ein allgemeines Rauchverbot in Anwesenheit von Nichtrauchern – auch in den eigenen vier Wänden – zu fordern ist ziemlich bigott. Beides ist totalitär. Aber zumindest sind die Gesundheitsrisiken eines Rauchverbots offensichtlich gleich null.