Die Amerikanische Thronfolge

Momentan findet man im Netz fast nichts anderes mehr als Trump-Bashing. Einige machen es auf witzige Art und Weise, andere denken nur, sie seien witzig und wieder andere müssten selbst mit einem IQ, der nur unwesentlich über dem eines Steines liegt, selbst merken, dass sie einfach nur dämlich sind.

Nein, ich bin immer noch kein Unterstützer oder Fan von Donald Trump und ja, ich finde es immer noch unerträglich, wie ein Mensch, der immerhin das gewählte Staatsoberhaupt einer Weltmacht ist, auf primitivste Art und Weise angepöbelt wird. Wenn er wirklich so dumm wäre, wie viele im Netz immer wieder meinen betonen zu müssen, dann wäre er wohl kaum in seinem Leben als Geschäftsmann so erfolgreich gewesen. Wenn ihr Trump kritisieren wollt, dann macht es doch einfach sachlich …

Aber darum geht es mir heute gar nicht. Vielmehr mache ich mir darüber Gedanken, ob ich der einzige bin, dem es komisch vorkommt und sauer aufstößt, dass die Weltmacht USA in den letzten knapp 30 Jahren von Vater und Sohn Bush und (fast) von Ehermann und Ehefrau Clinton regiert wurden. Wieso klingt das für mich eher nach Thronfolge als nach Demokratie? Wenn ich nun mitkriege, dass Menschen begeistert Michelle Obama auffordern bei der nächsten Wahl 2020 anzutreten, dann frage ich mich, nach welchen Maßstäben die Eignung für das angeblich so wichtige und machtvolle Amt festgelegt wird.

Leute, denkt doch mal nach! Findet ihr es wirklich toll, wenn die Macht in den USA innerhalb einer kleinen Clique im Kreis herumgereicht wird und lediglich alle vier Jahre proforma Wahlen abgehalten werden? Einem großen Teil der Amerikaner ist das im letzten Jahr so sehr auf den Senkel gegangen, dass sie selbst einen Typen, der alles dafür getan hat, sich als Unsympath darzustellen, zum Präsidenten gewählt haben.

Und kommt mir nicht mit dem Argument, dass er ja gar nicht von der Mehrheit der Amerikaner gewählt wurde. So ist das System in den USA nun einmal und wenn es andersherum gewesen wäre, wenn also Clinton mit der Mehrheit der Wahlleute aber nicht der Mehrheit der Stimmen gewonnen hätte, dann wären alle ach so erleichtert gewesen und niemand hätte gejammert. Fakt ist, dass Trump legitim gewählt wurde und wenn ihr das Wahlsystem schlecht findet, dann ändert es bis 2020.

Viele lassen sich momentan von der Welle der Hysterie in Bezug auf Trump forttragen. Endlich haben wieder alle ein gemeinsames Feindbild. Ich persönlich konzentriere mich jedoch lieber auf andere Aspekte:

  1. Trump ist der Präsident. Daran kann ich nichts ändern.
  2. Mein fast zwanghafter Optimismus lässt mich an der Überzeugung festhalten, dass ihm irgendjemand in den Arm fallen wird, sollte er mal aus Übermut mit den Codes für die Nuklearwaffen spielen.
  3. Mir ist es lieber, jemand sagt „America first“ und redet vernünftig mit Russland, anstatt nicht mit Putin zu reden und den Kalten Krieg 2.0 heraufzubeschwören, wie es die Obama-Regierung getan hat und wie es voraussichtlich mit Clinton weitergegangen wäre. Das ist nämlich die wirklich reale Gefahr.

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