Lernen außerhalb der Schule

Über die große Chance, die Beschulung unserer Kinder jetzt selbst in die Hand zu nehmen.

Die Kritik am gängigen Schulsystem ist vielfältig und viele Familien fühlen sich mit dieser veralteten und oft immer noch autoritären Form der Beschulung nicht wohl. Trotzdem haben die meisten Familien aus beruflichen und anderen Gründen versucht, sich mit dem aktuellen Schulsystem zu arrangieren oder sind auf die wenigen alternativen Schulen ausgewichen, die es derzeit gibt.

Bedingt durch den Distanzunterricht und die Corona-Maßnahmen an den Schulen haben Familien vermehrt begonnen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten oder kleine Lerngruppen zu organisieren.

Eine Situation, die uns viel Hoffnung macht – birgt sie doch die Chance, die Beschulung unserer Kinder, besonders derjenigen, die nicht gut mit unserem autoritären Schulsystem zurechtkommen, mehr in die eigenen Hände zu nehmen und gemeinsam mit anderen Eltern eine gute Lernumgebung für unsere Kinder zu schaffen. Vielleicht entstehen aus diesen privaten Lerngruppen nach dieser Corona-Zeit sogar einige private Schule, die eine gute Alternative zum gängigen Schulsystem darstellen.

Guter Schüler, schlechter Schüler

Wie wichtig und aussagekräftig sind eigentlich Schulnoten?

Auch in Bayern ist dieses seltsame Schuljahr endlich vorbei. Und natürlich gab es auch diesmal am letzten Schultag Zeugnisse, durch die Noten und Notenschnitte selbst nach einem Jahr mit viel Distanzunterricht und wenigen Schulaufgaben wieder einmal in den Vordergrund gerückt wurden.

Aber was sagen diese Noten eigentlich aus und wie sinnvoll ist der Versuch, den Lernerfolg unserer Kinder messbar und vergleichbar zu machen?

Wir sprechen über unsere Sicht auf Noten und Motivation und tauchen in einige Erfahrungen ein, die aus Andreas Zeit als KUMON-Instructor stammen und vielleicht ja auch auf das schulische Lernen übertragbar wären.

Mathe macht glücklich!

Ideen und Ansätze, wie Mathematik in der Schule den Schrecken verlieren und sogar Spaß machen kann.

Für so viele Menschen war Mathe in der Schule das Angstfach Nummer 1. Dabei gab es mathematische Zusammenhänge bereits, vor den ersten Menschen. Warum also scheiden sich die Geister so an diesem Fach? Bedeutet Mathe einfach Rechnen und Anwenden von Regeln und Formeln oder ist es vielleicht doch viel faszinierender?

Andrea und Carsten sprechen in dieser Folge über ihre Faszination für und ihre Erfahrungen mit Mathematik und wie es aus Andreas eigener Erfahrung – auch in der Schule – leicht möglich ist, junge Menschen für dieses Fach zu begeistern und ihm den Schrecken zu nehmen.

Ich will nicht (mehr) in die Schule gehen

Ein Aufruf zur Revolution des Schulsystems

Ende des Distanzlernens, Ende des Wechselunterrichts. Unsere Schüler sind in voller Klassenstärke in den Präsensunterricht zurückgekehrt. Für viele Schüler und ihre Familien ein Stück alter Normalität und gleichzeitig einiges an Druck und Sorgen. Müdigkeit, Bauchschmerzen und Angst der Kinder führen zu Verunsicherung und Reibungen in den Familien und werfen die Frage auf, ob eine Rückkehr in diese alte Normalität wirklich wünschenswert ist.

Wollen wir wirklich Schule so zurück, wie sie vor dem Lockdown war? Oder wird es dringender denn je Zeit für neue Angebote außerhalb unseres jetzigen Schulsystems, vielleicht sogar Zeit für eine Schulrevolution?

Warum wurde Andrea eigentlich Coach?

Wie wird eine Mathematikerin im IT-Business zum Kinder-, Jugend- und Elterncoach?

Andrea und Carsten haben in ihrem Berufsleben beide in unterschiedlichsten Bereichen gearbeitet und vielfältige Erfahrungen gesammelt. In dieser Folge spricht Carsten mit Andrea über die sehr persönlichen Gründe Kinder-, Jugend- und Elterncoach zu werden.

Andrea berichtet, dass sie die perfekte Mutter war, bevor sie eigene Kinder bekam und die Realität mit den eigenen Kindern dann ganz anders aussah. Das Erreichen eigener Belastungsgrenzen, Überforderung und angespannte Beziehungen zu den eigenen Kindern haben Andrea auf den Weg gebracht, sich Unterstützung zu suchen.

Auf diesem Weg ist ihr Carsten begegnet, der zu diesem Zeitpunkt als Kinesiologe gearbeitet und dadurch wertvolle Hilfestellung gegeben hat. Begeistert von dieser Arbeit begann Andrea selber mit Ausbildungen in Kinesiologie und zum Kinder-, Jugend- und Elterncoach und kann heute anderen Eltern und deren Kindern basierend auf einem breiten eigenen Erfahrungshintergrund liebevoll und sehr authentisch Unterstützung anbieten.

Bayerische Lernindustrie aka Schule

Gestern Abend meldet Spiegel Online, dass es in Bayern (endlich) wieder das G9 geben wird und das unsägliche Menschenexperiment G8 damit beendet ist. So weit, so gut.

In einem Facebook Kommentar schreibt eine stolze Sächsin darauf, dass sie bei ihr zuhause das “deutschlandweit schwerste Abi” haben und die Schüler es trotzdem auch nach 12 Jahren “packen”.

Kopfschüttelnd über so viel vorauseilenden Gehorsam und Leistungswillen kommentiere ich:

Nennt mich einen Träumer, aber ich bin der Meinung, dass die Qualität einer Ausbildung nicht primär daran gemessen werden sollte, wieviel Informationen man in möglichst kurzer Zeit in Kinderköpfe stopfen kann.

Innerhalb kürzester Zeit wird die Bemerkung über 200 mal mit einem Daumen nach oben versehen (geliked, geliket?) Scheint also so, als ob es selbst in Facebooks Kommentarschlachten, die üblicherweise sehr schnell unsachlich werden und unter die Gürtellinie gehen (so auch diese!) doch noch Leser mit gesundem Menschenverstand gibt 🙂

Bleibt nur zu hoffen, dass das Kultusministerium sich diesmal genügend Zeit nimmt, um ein wenigstens halbwegs sinnvolles Konzept zu erstellen. Also nicht so, wie bei der Einführung des G8.

Kumon Update Juli 2015

Es ist an der Zeit für ein Kumon Update. Und dafür gibt es einen guten Grund: Meine Große hat gestern den Abschlusstest des Levels O mit Bravour bestanden und darf sich damit “Completerin” nennen. Das heißt soviel wie: aus, Schluss, vorbei! Das Kumon Englischprogramm ist abgeschlossen und wir freuen uns alle ein Loch in den Bauch 🙂

Zum einen sind wir natürlich sehr stolz, dass die Große es komplett und erfolgreich durchgezogen, zum anderen ist es aber auch eine echte Erleichterung, dass die tägliche Routine nun einen Punkt weniger beinhaltet. Das hat vor allem zwei Gründe: Die finalen Stufen des Kumon Programms sind schon recht anspruchsvoll und nehmen einiges an Zeit in Anspruch, sowohl beim Kind als auch bei den Eltern. Und den Eltern obliegt es zusätzlich noch, die Kinder durch Motivationstiefs zu tragen, schubsen, drängeln, mit Engelszungen zu reden und was halt so nötig ist. Uff. Durch Andreas tatkräftige Unterstützung ist uns das allen zusammen gelungen

Interessanterweise verlief die Motivationskurve in der Stufe O wie eine Badewanne: Abgesehen von einem etwas längeren Tief in der Mitte, lief es zu Beginn und insbesondere am Ende recht gut, der Endspurt war sogar sehenswert. Der Ehrlichkeit halber muss man dazusagen, dass quasi die gesamte Stufe O nur mit sehr enger Begleitung durch meine Frau lief – Händchen halten beim Bearbeiten, nach jeder Seite korrigieren und verbessern. Was tut man nicht alles …

Und nun ist sie also fertig. Nochmal uff. Den Sommer über ist auf jeden Fall jetzt erstmal Pause und im neuen Schuljahr schauen wir mal, ob sie das Matheprogramm fortsetzt, um die Grundlagen, die gelegt wurden und die die Schule inzwischen aufgeholt hat, weiterzuführen. Sie ist noch nicht so ganz überzeugt, dass sie das machen will, aber wir haben ja noch ein wenig Zeit um auszuruhen und darüber nachzudenken.

Die Kleine macht weiter mit konstanter, zügiger Geschwindigkeit ihre Englischblätter und nähert sich gerade dem Ende der Stufe J. Bei halbwegs gleichbleibendem Tempo haben wir in weniger als 12 Monaten die nächste Completerin im Haus – ich weiß gar nicht mehr, wohin mit den Pokalen 😉 Ihre Motivation ist weitestgehend konstant, mit von der Tagesform abhängingen kleineren Schwankungen. Man merkt wirklich, dass sie die Blätter gerne bearbeitet und voran kommen will. Fein!

Mittelstufe plus

Im Main-Echo vom Donnnerstag steht auf der ersten Seite ein kurzer Artikel über die Mittelstufe plus (= Wiedereinführung des G9 durch die Hintertür). Es seien sowohl das Kulturministerium als auch die als Pilotschulen ausgewählten Gymnasien in Stadt und Landkreis Aschaffenburg überrascht, dass zwischen 80 und 90 Prozenz der Schüler lieber ein Jahr länger in der Schule bleiben, und das Abitur in neun Jahren machen, als im Eiltempo durch das Gymnasium zu rennen und schon mit 17 an der Uni zu studieren.

“Damit haben wir nicht gerechnet”, berichtet Direktor Lummel [vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium].”

Wie konnte er auch … nachdem das G8 in Bayern ja damals auf vielfachen Wunsch der Elternschaft und nach intensiver und ausführlicher Konzeption und Erprobung eingeführt worden war …

Für die Damen und Herren im Kultusministerium ist es offensichtlich nicht vorstellbar, dass Schüler neben der Schule lieber Instrumente lernen, Sport machen oder sich mit Freunden treffen, anstatt zwei bis drei Nachmittage in der Penne zu pauken.

Echt überraschend …

Kumon Update Januar 2014

Wir nähern uns dem Abschluss unseres ersten Jahres mit Kumon – Zeit für ein weiteres Resumee. Die Große ist nach wie vor (meistens) ohne Murren und manchmal sogar fast enthusiastisch dabei ihre Arbeitsblätter für Mathe und Englisch jeden Tag zu erledigen – auch in den Ferien und am Wochenende. Natürlich gibt es auch Tage, an denen die Motivation sich asymptotisch der Null nähert, jedoch sind diese die Ausnahme.

Das Highlight im Herbst war sicherlich die offizielle Verleihung der Bronzemedaille für das Erreichen des ASHR 1 Status in Englisch, der aussagt, dass sie dem regulären Schulniveau sechs Monate oder mehr voraus ist. Nochmal zur Erinnerung: das ist weder das Ziel noch werden die Kinder darauf hin getrimmt. Das passiert einfach von selbst, wenn man die Arbeitsblätter regelmäßig macht. Und wir merken auch, dass die Große in Englisch in der Schule keinerlei Probleme hat, auch wenn man sagen muss, dass der Kulturschock im Gymnasium nach dem doch sehr verspielten Englischunterricht in der Grundschule recht groß war.

In Mathe – das muss man ehrlich sagen – hilft Kumon in der 5. Klasse Gymnasium eigentlich (noch) gar nicht. Der Stoff dieser Jahrgangsstufe kreist wie ein Greifvogel über das große Terrain der Mathematik und wirft (wahllos?!) kurze Schlaglichter auf Themen, die dann zwei Wochen besprochen werden, nur um wahrscheinlich anschließend direkt wieder im dichten Nebel des Vergessens zu verschwinden. Wir hatten schon Mengenlehre, Grundlagen der Kombinatorik (sic!), Zahlenstrahl, Potenzrechnung, römische Zahlen, die Menge der natürlichen und die Menge der ganzen Zahlen etc. … und das alles in vier Monaten. Ob das sinnvoll ist, fragen Sie? Für meine Tochter sicherlich nicht. Dafür rechnet sie inzwischen schneller als wir mit Brüchen, addiert sie, subtrahiert sie, sucht ggT und kgV, kürzt und erweitert und bildet den Hauptnenner mit Leichtigkeit. Meistens jedenfalls. Seit Januar multipliziert sie auch Brüche und ist erstaunt, wie leicht das geht.

Wenn schon der Stoff der 5. Klasse so kunterbunt ist, dann ist das, was sie momentan in Kumon macht, zumindest eine optimale Vorbereitung für die 6. Klasse und danach. Das heißt, wenn sie sich noch dran erinnern kann, wenn es so weit ist. Kurzzeitige tiefe Verzweiflung unsererseits darüber, dass die Große mich allen Ernstes nach mehreren Wochen Addition und Subtraktion von Brüchen gefragt hat, was denn ein ggT sei, wurde von Andrea, unserer Instruktorin mit den Worten besänftigt: “Das ist normal – aber zumindest erinnern sie sich leicht wieder dran”. Uff … es besteht noch Hoffnung.

Inzwischen ist auch die Kleine auf eigenen Wunsch bei Kumon und übt in der zweiten Klasse fleißig das Addieren und Subtrahieren von Zahlen mit Zehnerübergang. Locker und flockig, jeden Tag ohne Murren und meistens fehlerlos ackert sie sich durch ihr Arbeitsblatt und freut sich darauf, zweimal die Woche im Center zu sein – so wie die Große übrigens auch.

Meine Quintessenz nach fast einem Jahr: Ich stehe immer noch voll und ganz hinter Kumon, es erleichtert den Übergang in die weiterführende Schule in Englisch ungemein, in Mathe ist es jedoch für die 5. Klasse leider nicht mit dem Schulsystem kompatibel. Will es aber auch gar nicht sein. Insofern heißt es für uns, in Mathe dranzubleiben und parallel Kumon und Schulstoff zu bearbeiten, in Englisch geht beides inzwischen schön parallel, so dass wir die Zeit, die wir für Kumon verwenden, bei den Hausaufgaben und beim Lernen wieder sparen. So soll es sein.

Kurze Zwischenbemerkung zu Kumon

Wir sind inzwischen über einen Monat weiter mit Kumon, und das erste Mathematikwunder ist geschehen: Die Große hat tatsächlich inzwischen das kleine Einmaleins (soweit bisher in Kumon behandelt) drauf und rechnet beliebige Multiplikationsaufgaben aus diesem Bereich “aus dem Rückenmark”. Nachdem das Thema in der Schule abgehandelt war, waren wir noch Lichtjahre von diesem Punkt entfernt gewesen. Auch die Motivation, das tägliche Arbeitsblatt zu machen ist nach wie vor vorhanden, und die Freude an den Urkunden, wenn eine Stufe geschafft ist oder wenn sie auch einfach mal ein Arbeitsblatt ganz ohne Fehler durchgerechnet hat, ist ungebrochen.

Das Gefühl, damit für meine Tochter auf dem richtigen Weg zu sein, hat sich eher noch verstärkt, und die monatlichen Kosten fühlen sich wie eine der besten Investitionen an, die ich momentan nur machen kann.

Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden …

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