Bayerische Lernindustrie aka Schule

Gestern Abend meldet Spiegel Online, dass es in Bayern (endlich) wieder das G9 geben wird und das unsägliche Menschenexperiment G8 damit beendet ist. So weit, so gut.

In einem Facebook Kommentar schreibt eine stolze Sächsin darauf, dass sie bei ihr zuhause das “deutschlandweit schwerste Abi” haben und die Schüler es trotzdem auch nach 12 Jahren “packen”.

Kopfschüttelnd über so viel vorauseilenden Gehorsam und Leistungswillen kommentiere ich:

Nennt mich einen Träumer, aber ich bin der Meinung, dass die Qualität einer Ausbildung nicht primär daran gemessen werden sollte, wieviel Informationen man in möglichst kurzer Zeit in Kinderköpfe stopfen kann.

Innerhalb kürzester Zeit wird die Bemerkung über 200 mal mit einem Daumen nach oben versehen (geliked, geliket?) Scheint also so, als ob es selbst in Facebooks Kommentarschlachten, die üblicherweise sehr schnell unsachlich werden und unter die Gürtellinie gehen (so auch diese!) doch noch Leser mit gesundem Menschenverstand gibt 🙂

Bleibt nur zu hoffen, dass das Kultusministerium sich diesmal genügend Zeit nimmt, um ein wenigstens halbwegs sinnvolles Konzept zu erstellen. Also nicht so, wie bei der Einführung des G8.

Kumon Update Juli 2015

Es ist an der Zeit für ein Kumon Update. Und dafür gibt es einen guten Grund: Meine Große hat gestern den Abschlusstest des Levels O mit Bravour bestanden und darf sich damit “Completerin” nennen. Das heißt soviel wie: aus, Schluss, vorbei! Das Kumon Englischprogramm ist abgeschlossen und wir freuen uns alle ein Loch in den Bauch 🙂

Zum einen sind wir natürlich sehr stolz, dass die Große es komplett und erfolgreich durchgezogen, zum anderen ist es aber auch eine echte Erleichterung, dass die tägliche Routine nun einen Punkt weniger beinhaltet. Das hat vor allem zwei Gründe: Die finalen Stufen des Kumon Programms sind schon recht anspruchsvoll und nehmen einiges an Zeit in Anspruch, sowohl beim Kind als auch bei den Eltern. Und den Eltern obliegt es zusätzlich noch, die Kinder durch Motivationstiefs zu tragen, schubsen, drängeln, mit Engelszungen zu reden und was halt so nötig ist. Uff. Durch Andreas tatkräftige Unterstützung ist uns das allen zusammen gelungen

Interessanterweise verlief die Motivationskurve in der Stufe O wie eine Badewanne: Abgesehen von einem etwas längeren Tief in der Mitte, lief es zu Beginn und insbesondere am Ende recht gut, der Endspurt war sogar sehenswert. Der Ehrlichkeit halber muss man dazusagen, dass quasi die gesamte Stufe O nur mit sehr enger Begleitung durch meine Frau lief – Händchen halten beim Bearbeiten, nach jeder Seite korrigieren und verbessern. Was tut man nicht alles …

Und nun ist sie also fertig. Nochmal uff. Den Sommer über ist auf jeden Fall jetzt erstmal Pause und im neuen Schuljahr schauen wir mal, ob sie das Matheprogramm fortsetzt, um die Grundlagen, die gelegt wurden und die die Schule inzwischen aufgeholt hat, weiterzuführen. Sie ist noch nicht so ganz überzeugt, dass sie das machen will, aber wir haben ja noch ein wenig Zeit um auszuruhen und darüber nachzudenken.

Die Kleine macht weiter mit konstanter, zügiger Geschwindigkeit ihre Englischblätter und nähert sich gerade dem Ende der Stufe J. Bei halbwegs gleichbleibendem Tempo haben wir in weniger als 12 Monaten die nächste Completerin im Haus – ich weiß gar nicht mehr, wohin mit den Pokalen 😉 Ihre Motivation ist weitestgehend konstant, mit von der Tagesform abhängingen kleineren Schwankungen. Man merkt wirklich, dass sie die Blätter gerne bearbeitet und voran kommen will. Fein!

Mittelstufe plus

Im Main-Echo vom Donnnerstag steht auf der ersten Seite ein kurzer Artikel über die Mittelstufe plus (= Wiedereinführung des G9 durch die Hintertür). Es seien sowohl das Kulturministerium als auch die als Pilotschulen ausgewählten Gymnasien in Stadt und Landkreis Aschaffenburg überrascht, dass zwischen 80 und 90 Prozenz der Schüler lieber ein Jahr länger in der Schule bleiben, und das Abitur in neun Jahren machen, als im Eiltempo durch das Gymnasium zu rennen und schon mit 17 an der Uni zu studieren.

“Damit haben wir nicht gerechnet”, berichtet Direktor Lummel [vom Friedrich-Dessauer-Gymnasium].”

Wie konnte er auch … nachdem das G8 in Bayern ja damals auf vielfachen Wunsch der Elternschaft und nach intensiver und ausführlicher Konzeption und Erprobung eingeführt worden war …

Für die Damen und Herren im Kultusministerium ist es offensichtlich nicht vorstellbar, dass Schüler neben der Schule lieber Instrumente lernen, Sport machen oder sich mit Freunden treffen, anstatt zwei bis drei Nachmittage in der Penne zu pauken.

Echt überraschend …

Kumon Update Januar 2014

Wir nähern uns dem Abschluss unseres ersten Jahres mit Kumon – Zeit für ein weiteres Resumee. Die Große ist nach wie vor (meistens) ohne Murren und manchmal sogar fast enthusiastisch dabei ihre Arbeitsblätter für Mathe und Englisch jeden Tag zu erledigen – auch in den Ferien und am Wochenende. Natürlich gibt es auch Tage, an denen die Motivation sich asymptotisch der Null nähert, jedoch sind diese die Ausnahme.

Das Highlight im Herbst war sicherlich die offizielle Verleihung der Bronzemedaille für das Erreichen des ASHR 1 Status in Englisch, der aussagt, dass sie dem regulären Schulniveau sechs Monate oder mehr voraus ist. Nochmal zur Erinnerung: das ist weder das Ziel noch werden die Kinder darauf hin getrimmt. Das passiert einfach von selbst, wenn man die Arbeitsblätter regelmäßig macht. Und wir merken auch, dass die Große in Englisch in der Schule keinerlei Probleme hat, auch wenn man sagen muss, dass der Kulturschock im Gymnasium nach dem doch sehr verspielten Englischunterricht in der Grundschule recht groß war.

In Mathe – das muss man ehrlich sagen – hilft Kumon in der 5. Klasse Gymnasium eigentlich (noch) gar nicht. Der Stoff dieser Jahrgangsstufe kreist wie ein Greifvogel über das große Terrain der Mathematik und wirft (wahllos?!) kurze Schlaglichter auf Themen, die dann zwei Wochen besprochen werden, nur um wahrscheinlich anschließend direkt wieder im dichten Nebel des Vergessens zu verschwinden. Wir hatten schon Mengenlehre, Grundlagen der Kombinatorik (sic!), Zahlenstrahl, Potenzrechnung, römische Zahlen, die Menge der natürlichen und die Menge der ganzen Zahlen etc. … und das alles in vier Monaten. Ob das sinnvoll ist, fragen Sie? Für meine Tochter sicherlich nicht. Dafür rechnet sie inzwischen schneller als wir mit Brüchen, addiert sie, subtrahiert sie, sucht ggT und kgV, kürzt und erweitert und bildet den Hauptnenner mit Leichtigkeit. Meistens jedenfalls. Seit Januar multipliziert sie auch Brüche und ist erstaunt, wie leicht das geht.

Wenn schon der Stoff der 5. Klasse so kunterbunt ist, dann ist das, was sie momentan in Kumon macht, zumindest eine optimale Vorbereitung für die 6. Klasse und danach. Das heißt, wenn sie sich noch dran erinnern kann, wenn es so weit ist. Kurzzeitige tiefe Verzweiflung unsererseits darüber, dass die Große mich allen Ernstes nach mehreren Wochen Addition und Subtraktion von Brüchen gefragt hat, was denn ein ggT sei, wurde von Andrea, unserer Instruktorin mit den Worten besänftigt: “Das ist normal – aber zumindest erinnern sie sich leicht wieder dran”. Uff … es besteht noch Hoffnung.

Inzwischen ist auch die Kleine auf eigenen Wunsch bei Kumon und übt in der zweiten Klasse fleißig das Addieren und Subtrahieren von Zahlen mit Zehnerübergang. Locker und flockig, jeden Tag ohne Murren und meistens fehlerlos ackert sie sich durch ihr Arbeitsblatt und freut sich darauf, zweimal die Woche im Center zu sein – so wie die Große übrigens auch.

Meine Quintessenz nach fast einem Jahr: Ich stehe immer noch voll und ganz hinter Kumon, es erleichtert den Übergang in die weiterführende Schule in Englisch ungemein, in Mathe ist es jedoch für die 5. Klasse leider nicht mit dem Schulsystem kompatibel. Will es aber auch gar nicht sein. Insofern heißt es für uns, in Mathe dranzubleiben und parallel Kumon und Schulstoff zu bearbeiten, in Englisch geht beides inzwischen schön parallel, so dass wir die Zeit, die wir für Kumon verwenden, bei den Hausaufgaben und beim Lernen wieder sparen. So soll es sein.

Kurze Zwischenbemerkung zu Kumon

Wir sind inzwischen über einen Monat weiter mit Kumon, und das erste Mathematikwunder ist geschehen: Die Große hat tatsächlich inzwischen das kleine Einmaleins (soweit bisher in Kumon behandelt) drauf und rechnet beliebige Multiplikationsaufgaben aus diesem Bereich “aus dem Rückenmark”. Nachdem das Thema in der Schule abgehandelt war, waren wir noch Lichtjahre von diesem Punkt entfernt gewesen. Auch die Motivation, das tägliche Arbeitsblatt zu machen ist nach wie vor vorhanden, und die Freude an den Urkunden, wenn eine Stufe geschafft ist oder wenn sie auch einfach mal ein Arbeitsblatt ganz ohne Fehler durchgerechnet hat, ist ungebrochen.

Das Gefühl, damit für meine Tochter auf dem richtigen Weg zu sein, hat sich eher noch verstärkt, und die monatlichen Kosten fühlen sich wie eine der besten Investitionen an, die ich momentan nur machen kann.

Ich halte Euch weiter auf dem Laufenden …

Kumon – ein erster Erfahrungsbericht

Das Schulsystem in Deutschland ist nicht optimal, darüber sind sich wohl alle einig. Manche verteufeln es, manche rebellieren dagegen, manche nehmen es einfach hin. Ich persönlich bin kein Freund davon, gegen Windmühlen zu kämpfen, deshalb akzeptiere ich alles, was mir gerade noch akzeptabel erscheint, und konzentriere mich darauf, die Unzulänglichkeiten der Schule zuhause auszugleichen.

Vor einiger Zeit wurde ich auf eine Methode mit dem Namen Kumon aufmerksam. Auf der Website wird das System wie folgt umschrieben:

“KUMON ist eine einzigartige Lernmethode, die Kinder und Jugendliche dabei unterstützt, ihre Selbstlernfähigkeit zu entfalten. Das gesamte Konzept und die Lernmaterialien werden dabei als Werkzeug verstanden, um diese Fähigkeit zu entwickeln.”

Ich bin normalerweise kein Freund von derartigen “Systemen”, dennoch haben die Berichte einer Bekannten und ihrer Kinder mein Interesse geweckt, so dass ich mich ein wenig mehr damit beschäftigt habe. Kumon ist eine Methode, die schon in den 50er Jahren von einem japanischen Lehrer mit eben diesem Namen (Toru Kumon) entwickelt wurde, um seinem eigenen Sohn zu helfen, den Schulstoff besser zu verinnerlichen. In meinen Augen sind darin schon zwei Pluspunkte enthalten: Wenn die Methode über 50 Jahre alt ist, dann existieren Erfahrungswerte in rauher Menge, und wenn der Erfinder sie für seinen eigenen Sohn entwickelt hat, dann sehe ich das auch als Qualitätsmerkmal an.

Die Kumon Lernförderung gibt es für die Fächer Mathematik und Englisch. Das Konzept besteht aus zwei Bausteinen: Der Verinnerlichung von Konzepten, bis sie ins Rückenmark übergegangen sind, und zusätzlich das Training von Konzentrationsspanne, Lerntechniken und der Fähigkeit, sich selbst neues Wissen zu erschließen. Und über allem steht die Intention, dass die Schüler dabei auch noch Spaß haben. Klingt wie ganz schön viel auf einmal.

Das Grundprinzip von Kumon ist das kontinuierliche Dranbleiben. Es wird jeden(!) Tag – auch am Wochenende und in den Ferien – ein Arbeitsblatt bearbeitet. Das ganze soll nicht mehr als ca. 20 Minuten dauern. Korrigiert werden die Arbeitsblätter von den Eltern, indem Fehler nur angestrichen werden, so dass das Kind selbst herausfinden muss, was falsch ist, und seinen Fehler auch selbständig korrigiert. Zweimal in der Woche wird das Arbeitsblatt im Kumon Lerncenter unter Aufsicht bearbeitet und dort korrigiert. Die zuhause gemachten Blätter werden dann ebenfalls angesehen.

Das Kumon System ist in eine vielzahl von Stufen mit zunehmender Schwierigkeit aufgeteilt. Wenn ein Kind alle Arbeitsblätter einer Stufe erfolgreich bearbeitet hat, kommt die nächste Stufe dran. Für die Entscheidung, ob eine Stufe erfolgreich abgeschlossen wurde werden die gemachten Fehler, aber auch die benötigte Zeit, sowie ein kurzer “Abschlusstest” herangezogen. Sollte eine Stufe mal nach den regulären Arbeitsblättern noch nicht sitzen, wird so lange wiederholt, bis das jeweilige Ziel erreicht ist.

Was mich bei Kumon besonders angesprochen hat, ist die Tatsache, dass die Kinder nicht mit ihrem aktuellen Schulstoff beginnen. Stattdessen wird ganz zu Beginn ein ca. 10 -minütiger Einstufungstest gemacht, aufgrunddessen man in einer bestimmten Stufe startet, die auch bei einer Viertklässlerin durchaus aus einfachen Addidtions- und Subtraktionsaufgaben der zweiten Klasse bestehen kann (so geschehen bei meiner Großen). Ziel ist es (und hier wird es richtig spannend), all die Lücken, die in der Schule nicht geschlossen werden konnten, nachträglich so zu reparieren, dass die Kinder die Fähigkeiten der jeweiligen Stufe aus dem Effeff beherrschen. Zu Lücken oder Unsicherheiten kommt es unserer Erfahrung nach in der Schule zwangläufig, weil nicht alle Schüler mit allen Themen gleich gut zurechtkommen, und inzwischen selbst in der Grundschule der Lehrplan so straff ist, dass man in Zeitdruck gerät, wenn man nicht ein (für manche Schüler zu) schnelles Temp einschlägt. Aus diesen Unsicherheiten folgen dann in späteren Klassen weitere Unsicherheiten und vor allem eines: Frust.

Unsere Große hat wie gesagt bei Kumon mit Additions- und Subtraktionsaufgaben aus der ersten und zweiten Klasse begonnen. Die Arbeitsblätter bestehen aus ca. 60 Rechenaufgaben wie z.B. 11 + 5 = ?, 11 + 6 = ?, 11 + 7 = ?, etc. Auch wenn unsere Tochter natürlich Addition und Subtraktion beherrscht, gab es sichtbare Unsicherheiten in Form eines kurzen Zögerns, wenn sie Aufgaben jenseits der 10 bearbeitete – der feine Unterschied besteht darin, ob man die Aufgabe sieht und die Lösung einfach “aus dem Rückenmark” hinschreibt, oder ob man für Aufgaben auf diesem Niveau tatsächlich noch im Kopf einen Rechenvorgang ausführen muss. Ersteres ist natürlich die bessere Variante, weil es einfach effektiver ist, besonders unter Zeitdruck und in Prüfungssituationen.

Durch die vielen Wiederholungen und das kontinuierliche Dranbleiben gehen solche einfachen Rechenoperationen in relativ kurzer Zeit in Fleisch und Blut über. So ist es auch nicht verwunderlich, dass unsere Tochter, ausgehend vom Zweitklassniveau, jeden Tag zwei statt einem Arbeitsblatt bearbeitet, und die ersten zwei Stufen innerhalb von gut vier Wochen durchlaufen hat. Wie gesagt: gelernt die Aufgaben zu lösen hat sie schon in der Schule – in Fleisch und Blut übergegangen ist es jedoch erst jetzt. Nun geht es weiter mit dem schriftlichen Addieren und Subtrahieren …

Ein weiterer spannender Aspekt bei Kumon ist, dass der Schüler nicht halt macht, wenn er auf dem Niveau der aktuellen Klasse angekommen ist. Tatsächlich ist es die Regel, dass die Kumon Schüler irgendwann damit beginnen, dem Stoff der Schule vorauszusein. Und jetzt mal ganz ehrlich: Gerade bei Mathe ist das ein paradiesischer Zustand. Auf den weiterführenden Schulen, insbesondere auf dem Gymnasium, haben die Schüler so viel um die Ohren, dass es extrem hilfreich ist wenn man sich um das für viele mit Stress verbundene Fach Mathematik quasi nicht mehr kümmern muss, oder?

Bevor wir Kumon ausprobiert haben, habe ich im Internet recherchiert und neben vielen positiven auch einige kritische Stimmen gesehen. Der hauptsächliche Kritikpunkt bestand dabei darin, dass Kumon angeblich stumpfes Auswendiglernen sei, und die Abstraktionsfähigkeiten nicht fördert, sondern sogar verkümmern lässt. Nachdem ich mir die Kumon Arbeitsblätter der höheren Stufen (Lineare Algebra, Analytische Geometrie, Stochastik, etc.) angesehen habe, habe ich mir dazu jedoch eine andere Meinung gebildet.

Ja, am Anfang ist es stumpfes Einüben, solange bis gewisse Dinge aus dem Effeff beherrscht werden. Aber mal ehrlich: Was will man mit dem kleinen Einmaleins und Additionen und Subtraktionen im Zahlenraum bis 100 auch anderes machen? Es gibt gewisse Dinge, die müssen einfach auswendig sitzen. Schon beim schriftlichen Multiplizieren und Dividieren ist es jedoch so, dass die Schüler auf dem Arbeitsblatt eine Beispielaufgabe finden und die darauf folgenden Aufgaben selbständig rechnen müssen. In späteren Stufen steht dann eine Anleitung zum Lösen der Aufgabe (zusammen mit Hintergrundwissen) auf dem Arbeitsblatt, und die Schüler haben die Aufgabe, sich das Thema selbständig zu erarbeiten, was ihnen auch nicht schwer fällt, denn sie werden ja von Anfang an dorthin geführt. In meinen Augen ist das eine sehr gute Methode, außerhalb des starren Korsetts der Schule die Fähigkeit zum selbständigen Lernen und Wissenserwerb zu trainieren.

Nach mehr als einem Monat Kumon kann ich für meine große Tochter folgende Zwischenbilanz ziehen:

  • Das Bearbeiten der Aufgaben hat ihr vom ersten Moment an Spaß gemacht, weil es ihr aufgrund der niedrigen Eingangsstufe leicht gefallen ist. So haben wir quasi jeden Tag Erfolgserlebnisse mit Mathe produziert. Der Spaßfaktor ist auch heute immer noch da.
  • Sie macht die Aufgaben, entgegen ihrer ansonsten manchmal recht überschaubaren Motivation, freiwillig und selbständig – oft muss man sie sogar nicht einmal daran erinnern.
  • In der täglichen Arbeit mit Kumon erleben wir, wie vermeidbare Fehler (mangelnde Konzentration, Sauklaue, etc.), die in Proben zu schlechteren Noten führen, langsam aber sicher ausgewetzt werden, weil es ihr irgendwann zu doof wird, die Aufgaben nur deshalb nochmal rechnen zu müssen, weil sie nicht sauber geschrieben oder die Aufgabenstellung nicht sorgfältig gelesen hat – vor allem das Letztere ist bisher ein Problem gewesen.
  • Die Besuche im Kumon Lerncenter machen ihr ebenso nach wie vor Spaß und die bestandenen Abschlusstests machen sie stolz wie Oskar.

Meine Konklusion: Für uns und unsere Tochter ist Kumon ideal – sie braucht einfach ein paar Wiederholungen mehr als ihr die Schule liefern kann, und wenn diese Wiederholungen auch noch in einer entspannten Atmosphäre und (bei uns ganz wichtig!) nicht durch Mama oder Papa geschehen, dann ist die Welt in Ordnung.

Ach ja: Der Preis. Kumon ist nicht billig, aber seinen Preis wert. Für 90 EUR im Monat (für das erste Kind und das erste Fach) bekommt man für jeden Tag mindestens ein Arbeitsblatt und zweimal in der Woche die Betreuung im Center. Weitere Fächer oder die Geschwister kosten dann nur noch 50 EUR im Monat. Für uns geht das in Ordnung.