Kryon – eine Sekte?

Die Statistiken in meinem Blog zeigen, dass viele Besucher über die Schlagwörter „Kryon“ und „Sekte“ auf einem spezifischen Artikel in meinem Blog landen. In diesem Zusammenhang scheint es viel Verwirrung und Unsicherheit zu geben – deshalb möchte ich meine Sichtweise hierzu noch einmal in einigen Sätzen zusammenfassen.

1. Es gibt im deutschsprachigen Europa drei bekannte Channel, die von Kryon durchgegebene Texte veröffentlichen: Lee Carroll, Barbara Bessen und die Kryonschule in Rosenheim sowie ihre Ableger.

2. Lee Carroll war der erste, der die Wesenheit Kryon gechannelt hat – er tut dies bereits seit Ende der 1980er Jahre. Die Grundbotschaft der Informationen von Lee Carroll ist: Es sind nur Informationen – mache damit, was Du willst. Insbesondere betreibt Lee Carroll keinerlei Organisation, in der man Mitglied werden kann, bietet keine kostenpflichtigen Abonnements an und erhebt keinen Anspruch darauf, dass seine Informationen die absolute Wahrheit darstellen. Zusätzlich sind die Audiomitschnitte und Texte der Channellings – kostenlos – auf der Kryon Website herunterzuladen. Meine persönliche Meinung: Wer darin etwas Sektenhaftes sieht, der sollte sich mal ernsthaft überlegen, ob er an Verfolgungswahn leidet. Alternativ, wenn er Mitglied einer der großen Religionen ist, sollte er versuchen zu begreifen, dass das Zeitalter der Hexenverfolgung gottseidank hinter uns liegt.

3. Barbara Bessen channelt nach eigenen Aussagen seit ca. 10 Jahren Kryon und andere Wesenheiten. Auch sie bietet „nur“ Bücher und Workshops an – etwas Sektenhaftes ist nicht zu erkennen. Mir persönlich liegen ihre Schriften nicht und ich finde es schade, dass die Aufmachung der Kryon Informationen wie ein Abklatsch von Lee Carroll aussieht.

4. Die Kryonschule in Rosenheim ist das, was ich am ehesten als Sekte bezeichnen würde. Neben Mitgliedschaften und regelmäßigen Zahlungen in Form von Abonnements sind mir hier schräge Zeremonien zu Ohren gekommen, die auf einen Personenkult um Sabine Sangitar hindeuten. Mein feiner Spürsinn für esoterische Trittbrettfahrer lässt mich grundsätzlich in die entgegengesetzte Richtung laufen, wenn ich vor mir irgendetwas von der Kryonschule sehe. Meine persönliche Meinung hierzu ist, dass die Kryonschule mit absoluter Vorsicht zu genießen ist und ich in jedem Fall einen weiten Bogen darum mache.

Fazit

Im Internet gibt es viel Verwirrung um den Namen Kryon und die Dinge, die Menschen damit verbinden. Der Begriff der Sekte ist meiner Meinung nach höchstens auf die Kryonschule anwendbar – bei Lee Carroll und Barbara Bessen kann ich davon keine Spur entdecken. Wichtig dabei ist auch zu verstehen, dass die drei aufgeführten Personen weder „unter einer Decke stecken“ noch sonst irgendwie in Beziehung zueinander stehen. Es gab zwar zwei (auf Einladung von Lee Carroll durchgeführte) gemeinsame Veranstaltungen, das war’s aber auch schon.

Ob man die Informationen von Carroll und/oder Bessen gut findet und sie für sich nutzt, das ist die Sache jedes einzelnen. Hier gilt für mich die Prämisse, dass ich alles, was ich an Informationen geliefert bekomme, kritisch hinterfrage – mit dem Kopf und mit dem Herzen. Wenn der Kopf „nein“ sagt und ganz besonders wenn das Herz „nein“ sagt, dann verwerfe ich die Information – egal von wem sie kommt.

Wenn man darüber diskutiert, ob das Thema Kryon etwas mit Sekten zu tun hat, dann sollte man immer präzise sein, wen von den dreien man nun damit meint. Ich hoffe, dass dieser Post ein wenig mehr Klarheit in die Sache bringt.

Channelings und was daraus gemacht wird

Der Einstieg in meine Spiritualität waren vor über 10 Jahren die Bücher von Lee Carroll, der die Wesenheit Kryon channelt. Gleich vorab: Bitte nicht verwechseln mit Sekten wie der Kryonschule in Rosenheim und ihren Ablegern. Ich spreche von den ursprünglichen Informationen und nicht dem was „geschäftstüchtige“ Menschen daraus gemacht haben.

Kleine Nebenbemerkung: In den ersten Kryon Büchern ist sehr klar die Rede davon, dass die gechannelten Informationen jedermann als Anregung dienen und insbesondere keine Kirchen, Schulen, Gruppen oder ähnliche Organisationen gegründet werden sollen. Als ich dann das erste Mal von der „Kryonschule“ gehört habe musste ich schon schmunzeln.

Aber zurück zum Thema: Was mich an den Büchern fasziniert hat ist einerseits die Botschaft, dass alles an Informationen, Channelings und ähnlichen Dingen was uns Angst macht nicht authentisch ist und letztlich dazu dient, Kontrolle über uns zu erlangen. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr das in Resonanz mit mir geht, denn im Umkehrschluss lautet die Botschaft, dass die Wahrheit immer reine Liebe ist. Ich finde dies eine sehr hilfreiche Vorstellung, denn das befreit einen von der Angst, die man glaubt vor „gefallenen Engeln“, übersinnlichen Angriffen oder sonstigen Dämonen haben zu müssen. Ich bin tatsächlich zu der Überzeugung gekommen, dass es so etwas nicht gibt und wenn ich das Gefühl habe, dass mich jemand energetisch angreift oder aussaugt, dann ist es an mir dafür zu sorgen, dem ein Ende zu bereiten indem ich „einfach“ meine Grenzen klar setze und meine unterschwellig gegeben Einwilligung zu dem Spielchen zurückziehe. Das Wort „einfach“ steht dabei in Anführungszeichen, weil es natürlich keineswegs immer einfach ist. Der Punkt ist aber ein anderer: Es gibt niemanden auf der Welt, der die Macht hat, mich ohne mein auf irgendeiner Ebene gegebenes Einverständnis energetisch anzugreifen. Dementsprechend habe ich die vollständige Macht über meine energetische Unversehrtheit. Und schwupps … schon sind auch Opferbewusstsein und Selbstmitleid die Zähne gezogen 🙂

Ein weiterer wesentlicher Punkt in den Channelings von Lee Carrol ist die Tatsache, dass er zu keiner Zeit dazu aufruft, die Informationen zu „glauben“. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, die Worte auf den Prüfstand zu stellen und für sich selbst zu entscheiden, was davon stimmig ist und was nicht. So in etwa ist meine Vorstellung von einer aufgeklärten Spiritualität (siehe dazu auch meinen ersten Post). Jeder nehme sich das aus jeder Quelle, was er mag und was in sein Weltbild passt.

Dementsprechend finde ich es auch lustig, wie findige Geschäftemacher eine solche Aussage in kürzester Zeit in das genaue Gegenteil verdrehen (siehe oben, Kryonschule) … in 48 Schritten zur Erleuchtung. Garantiert 😉 Und natürlich geht das auch keinesfalls mit deinem Namen, den Du schon so viele Jahre trägst. Du brauchst natürlich noch einen Ursprungsnamen, der Dir für nur 40 EUR vom Sektenguru mitgeteilt wird. Hallo!? Ich finde meinen Namen gut und wenn er für die Jungs (und Mädels) auf der anderen Seite des Schleiers nicht gut genug ist, dann ist das deren Pech 🙂 Quintessenz zur Kryonschule: Jeder mache was er will … ich habe mich jedoch entschieden da einen großen Bogen herum zu machen.

Noch einmal zurück zum Original von Lee Carroll. Ich folge den Channelings nicht dauernd sondern nur phasenweise. Was mich jedoch in den letzten Wochen wieder sehr an die ursprünglichen Gründe erinnert hat, warum mich die Botschaften von Kryon so ansprechen, war ein kurzes Channeling über die „shoulds“, also die Dinge von denen andere Menschen behaupten, wir sollten dies oder jenes tun. Dort fand ich besonders die Aussage über die Schulmedizin interessant: Wenn Menschen sagen, dass der Körper sich ja letztlich vollständig selbst heilen kann (was er kann!) wieso sollte man dann noch zu Ärzten gehen oder Medikamente nehmen. Die Antwort: Weil wir offensichtlich einfach noch nicht so weit sind, dass wir mit dem reinen Bewusstsein uns selbst immer heilen können. In meinen Worten: Wer aus lauter spiritueller Verbohrtheit darauf verzichtet dann, wenn es angebracht ist die Hilfe der Schulmedizin in Anspruch zu nehmen, der ist selbst dran Schuld wenn er letztlich früh stirbt und die einzige wirkliche göttliche Aufgabe auf dieser Erde, nämlich möglichst lange am Leben zu bleiben um zu lernen und unser Licht leuchten zu lassen, vermasselt. Aber natürlich ist auch das wieder die Entscheidung eines jeden selbst 😉