Denn Herr Rossi sucht das Glück …

Erinnern Sie sich noch an die Cartoons mit Herrn Rossi und seinem Hund Gastone, die in den 80er Jahren im Fernsehen liefen? Die Titelmelodie habe ich heute noch im Ohr:

Passend zum Text dieses Liedes ist mir heute morgen ein Artikel auf Spiegel Online über den Weg gelaufen. Dieser trägt den Titel: Glückssuche: „Wettbewerb kann nur ein Teil des Lebens sein“

Denn Herr Rossi sucht das Glück,
sucht man es, so fehlt ein Stück,
ja es fehlt ein Stück vom Glück

Ja, Herr Rossi hat ’nen Wunsch,
Eis vom Nordpol, flambiert, mit Punsch, eine Schokoladenburg –
3 Stück Kuchen, 6 Kaffee, 20 Törtchen, dazu Tee –
Was noch, was noch, was noch?

Ja, Herr Rossi möcht noch mehr,
so ein Auto macht was her,
auch mal Sekt, statt immer Milch –
mal wie ’n Reicher sich benehmen, in der Spielbank Geld ausgeben –
Was noch, was noch, was noch?

Ja, Herr Rossi sucht das Glück,
er will nur vom Glück ein Stück –

Andere können alles haben,
können sich an Feinstem laben,
und von eben diesen Gaben,
möcht‘ Herr Rossi auch was haben!

Sonne, Sonne, Himmel, Sonne –
Wasser, Wasser, Strand und Sonne –
Berge, Berge, Echo, Echo –
Blumen, Blumen, 20 Blumen –

Ja, das wär Herr Rossis Glück,
das wär mehr als nur ein Stück,
doch ihm fehlt ein Stück vom Glück.

Dass Geld alleine nicht glücklich macht ist eine Tatsache, die sich langsam in das Bewusstsein der Menschen einschleicht. Besonders bei der „Generation Y“, die gerade in den Arbeitsmarkt eintritt, ist dieses Phänomen zu beobachten und es bereitet den Konzernlenkern einige Probleme.

Natürlich ist ein Zustand, in dem man sich nicht täglich darum Gedanken machen muss, wie man am Abend etwas zwischen die Zähne bekommt, sehr hilfreich für das eigene Glück. Tatsächlich ist es aber so, dass der Grenznutzen der Einkommenskurve ab einem gewissen Niveau sehr stark abflacht – wenn man sich schon alles leisten kann, was man wirklich braucht, dann bringt noch mehr Geld nicht noch mehr Zufriedenheit.

Das oben bereits erwähnte Interview mit Daniel Cohen, einem französischen Wirtschaftsprofessor illustriert das auf sehr schöne Weise. Ein lesenswerter Beitrag, der zwar ziemlich an der Oberfläche bleibt, aber dennoch zum Nachdenken anregt. Es wäre interessant, mehr von Herrn Cohen zu lesen.

Frustfreies schreiben Lernen

Auf der Website der „Zeit“ findet sich heute ein interessanter Kommentar von Harald Martenstein. Es geht um die Methode, nach der aktuell in Grundschulen den Kindern das Schreiben beigebracht wird. Kurz gesagt, dürfen die Schüler schreiben, wie sie wollen – die Regeln der Orthographie sind außer Kraft gesetzt. Erst in der dritten Klasse lernen sie dann, wie man „richtig“ schreibt.

Nun bin ich selbst kein Freund davon, die Welt in „richtig“ und „falsch“ einzuteilen. Das wird meiner Meinung nach ohnehin in viel zu vielen Bereichen viel zu oft getan. Manchmal ist es jedoch äußerst hilfreich, wenn man sich auf eine Konvention einigt, um Kommunikation zu erleichtern. Die Rechtschreibung ist genau so ein Fall. Wenn jeder schriebe, wie er wollte, würde es zu Unmengen an Missverständnissen kommen. Hatten wir vor einigen hundert Jahren schonmal – deshalb wurde die Orthografie ja erfunden. Und all das nur, um sie heute in der Grundschule wieder außer Kraft zu setzen?

Der Gedanke, der dahinter steckt, ist eigentlich gut gemeint. Was jedoch dafür gedacht war, den Kindern Frust zu ersparen, hat sich zumindest bei uns als Bumerang herausgestellt. Nachdem meine große Tochter in den ersten beiden Jahren weidlich von der ihr angebotenen orthographischen Freiheit Gebrauch gemacht hat, musste sie in der 3. Klasse feststellen, dass das mit der „künstlerischen Freiheit“ gar nicht so gemeint war, und kämpfte von da an so sehr damit, die eingeprägten falschen Schreibweisen zu korrigieren, dass sie zwischenzeitlich eine Kandidatin für einen LRS-Test (Lese-Rechtschreib-Schwäche) war. Vielen Dank auch, liebes Kultusministerium.

Nach vielen harten Lektionen und Frust in Form von versemmelten Diktaten gewinnen nun, in der 4. Klasse, die korrekten Schreibweisen langsam die Oberhand über die Eigenkreationen, und es ist Licht am Horizont zu erkennen. Zwei Sachen sind jedoch sicher: Erstens hat dieser pädagogische Unsinn keinen Frust erspart, sondern selbigen erzeugt, und zweitens werde ich meiner kleinen Tochter, die heuer in die 1. Klasse gekommen ist, höchstpersönlich und von der ersten Minute an mit der gebotenen Liebe und Geduld die Regeln der deutschen Rechtschreibung beibringen, wenn es schon die Schule nicht tut.

Aufruf der Hopi Indianer an die Menschheit

Dieser Text ist zwar schon einige Zeit alt, momentan aber aktueller denn je:

„Wir befinden uns in einem reissenden kosmischen Fluss. Dieser ist so stark und mächtig, dass ihn viele Menschen fürchten werden. Sie werden versuchen, sich am Ufer festzuhalten. Sie werden auch das Gefühl haben, auseinander gerissen zu werden und werden aus diesem Grund auch sehr leiden.

Wisse, dass der Fluss seine Absicht und sein Ziel hat. Die Weisen der Hopi-Indianer rufen dazu auf, sich vom Ufer loszulösen und in die Mitte des Flusses reißen zu lassen. Wir sollen unsere Häupter über dem Wasser halten, um den Blick für jene freizuhalten, die wie wir selbst mit Vertrauen und Freude im Fluss treiben.

In dieser Zeit sollten wir nichts persönlich nehmen und auf uns alleine beziehen. Tun wir das dennoch, beginnen unsere spirituelle Reise und unser Wachstum zu blockieren. Die Zeit des einsamen Wolfes ist vorbei. Orientiert euch an der Gemeinschaft, an den Mitmenschen. Streichen wir doch das Wort „Kampf“ aus unserem Vokabular, aus unserem Bewusstsein.

Alles, was wir im Alltag machen, sollte als heiliger Akt betrachtet werden. Suche keinen Führer abseits deiner selbst. Gewinne deine eigene Kraft zurück und erhalte sie für deine Entwicklung. Es gibt keine Landkarten mehr, keine Glaubensbekenntnisse und keine Philosophien. Von  jetzt an kommen die Anweisungen geradewegs aus dem Universum. Der Plan wird offenbar, Millisekunde auf Millisekunde, unsichtbar, intuitiv, spontan, liebevoll. Gehe in deine Zelle und deine Zelle wird dich alles lehren, was es zu wissen gibt.“