Urteile nie!

Es gab einmal in einem Dorf einen alten Mann, der sehr arm war, aber trotzdem von Königen beneidet wurde, denn er besaß ein schönes Pferd.

Ein Pferd von solcher Qualität war noch nie gesehen worden, solche Schönheit, solcher Stolz, solche Stärke! Könige bewarben sich um das Pferd und boten fabelhafte Preise, aber der alte Mann kannte nur eine Antwort:

„Dieses Pferd ist für mich kein Pferd, sondern ein Freund, es ist kein Besitz. Soll ich einen Freund verkaufen? Nein, das kommt nicht in Frage.“

Der Mann war arm und hatte allen Grund, der Versuchung zu erliegen, aber er verkaufte das Pferd nie.

Eines Morgens entdeckte er plötzlich, dass das Pferd nicht mehr im Stall war. Das ganze Dorf versammelte sich und alle sagten:

„Das hast du nun davon, du alter Narr! Wir haben es vorher gewusst, eines Tages musste das Pferd ja gestohlen werden! Denn wie hättest du bei deiner Armut einen solchen Schatz richtig behüten können? Du hättest besser daran getan, das Pferd zu verkaufen. Du hättest astronomische Summen dafür verlangen können, jeden Phantasiepreis! Jetzt ist das Pferd weg. Jetzt siehst du, was für ein Fluch, was für ein Unglück es für dich war.“

Der alte Mann sagte:

„Ihr müsst nicht übertreiben! Sagen wir einfach: Das Pferd ist nicht im Stall. Das ist die einzige Tatsache, alles andere ist Interpretation. Ob es nun ein Unglück ist oder nicht, wie wollt ihr das wissen? Wie könnt ihr das beurteilen?“

Die Leute sagten:

„Uns kannst du nichts vormachen. Wir mögen zwar keine großen Philosophen sein, aber hier braucht man auch keine Philosophie. Es ist eine klare Tatsache, dass ein Schatz verloren gegangen ist, und das ist ein Unglück.“

Der alte Mann erwiderte:

„Ich bleibe dabei: Die einzige Tatsache ist, dass der Stall leer ist und das Pferd fort ist. Darüber hinaus weiß ich nicht, ob Unglück oder Segen, denn so ein Urteil ist begrenzt und niemand weiß, was noch kommt. „

Er wurde ausgelacht.

Die Leute hielten den alten Mann für verrückt, Sie hatten es schon immer gewusst, dass er nicht richtig im Kopf war, sonst hätte er ja sein Pferd verkauft und in Saus und Braus gelebt… Stattdessen fristete er sein Leben als Holzfäller. Obwohl er sehr alt war, fällte er immer noch Bäume, brachte das Holz aus dem Wald und verkaufte es. Er lebte jetzt von der Hand in den Mund, hatte nur das Nötigste und nie wirklich genug. Aber jetzt war ihnen das endgültig klar, dass er verrückt war.

Nach vierzehn Tagen kam plötzlich eines Nachts das Pferd zurück. Es war nicht gestohlen worden, es war nur in die Wildnis gelaufen. Es kam nicht nur zurück, sondern es brachte auch noch zwölf andere Wildpferde mit.

Und wieder kamen die Leute zusammen und sagten:

„Alter, du hast Recht gehabt, wir haben uns geirrt. Es war kein Unglück, sondern ein Segen. Es tut uns leid, dass wir dir Vorwürfe gemacht haben.“

Und der alte Mann sagte:

„Ihr geht schon wieder zu weit. Könnt ihr nicht einfach sagen, dass das Pferd zurück ist und dass es zwölf andere Pferde mitgebracht hat? Warum urteilt ihr? Wer will wissen, ob es ein Segen ist oder nicht? Es ist nur ein Bruchstück, und wenn man den ganzen Zusammenhang nicht kennt, wie kann man dann urteilen? Wie könnt ihr über ein Buch urteilen, wenn ihr nur eine Seite gelesen habt? Wie könnt ihr über eine ganze Seite urteilen, wenn ihr nur einen Satz gelesen habt? Wie könnt ihr über einen Satz urteilen, wenn ihr nur ein Wort davon gelesen habt? Und was ihr in der Hand haltet, ist weniger als ein Wort – das Leben ist so unendlich! Ihr habt nur das Bruchstück eines Wortes in der Hand und habt über die ganze Welt geurteilt. Sagt also nicht, dass dies ein Segen ist, denn wer weiß…. Und ich bin völlig damit zufrieden, dass ich es nicht weiß. Lasst mich also bitte in Ruhe.“

Dieses Mal hielten die Leute den Mund. Vielleicht hatte der alte Mann ja wieder Recht.

Also sagten sie nichts, aber im Stillen wussten sie natürlich, dass er sich irrte.

Zwölf herrliche Pferde waren mit dem einen Pferd zurückgekommen! Wenn sie ein bisschen eingeritten wurden, könnten sie bald alle verkauft werden und massenhaft Geld einbringen.

Der alte Mann hatte einen jungen Sohn, es war sein einziger. Dieser Sohn begann nun die Wildpferde zu zähmen. Eine Woche später stürzte er von einem der Pferde und brach sich beide Beine.

Wieder kamen die Leute zusammen. Und die Leute sind überall die „Leute“ und überall sind sie wie ihr. Und wieder urteilten sie sofort. Wie schnell so ein Urteil feststeht!

Sie sagten:

„Du hattest Recht. Was du geahnt hast, hat sich wieder einmal bestätigt. Es war kein Segen, es war doch ein Unglück. Dein einziger Sohn hat seine Beine verloren! Wer soll jetzt die Stütze deiner alten Tage sein? Jetzt bist du ärmer denn je.“

Der alte Mann sagte:

„Könnt ihr denn nicht ein Mal aufhören mit eurem Urteil? Ihr geht schon wieder zu weit…sagt einfach, dass mein Sohn seine Beine gebrochen hat. Keiner weiß, ob das nun ein Glück oder ein Unglück ist. Keiner! Es ist wieder nur ein Bruchstück, und wir bekommen nie mehr als ein Bruchstück zu sehen. Das Leben zeigt sich nur in Fragmenten, aber unsere Urteile fällen wir immer über das Ganze.“

Ein paar Wochen später geschah es, dass ein Krieg mit dem Nachbarland ausbrach, und alle jungen Männer wurden zur Armee eingezogen. Nur der Sohn des alten Mannes blieb zurück, weil er ein Krüppel war. Die Leute kamen zusammen, weinend und klagend, denn aus jedem Haus wurden die jungen Männer mit Gewalt abgeholt. Und es bestand keine Aussicht, dass sie je wiederkämen, denn das Land mit dem Krieg geführt wurde, war ein sehr großes Land, und die Schlacht war von vorneherein verloren. Also würden sie nicht zurückkommen… Das ganze Dorf weinte und klagte und sie kamen zu dem alten Mann und sagten:

„Wie Recht du hattest Alter! Weiß Gott, wie Recht du hattest, es war ein Segen: Dein Sohn mag zwar ein Krüppel sein, aber wenigstens bleibt er bei dir. Unsere Söhne werden wir nie wieder sehn. Er wenigstens lebt und ist bei dir, und nach und nach wird er schon wieder das Laufen lernen. Vielleicht wird er noch ein bisschen humpeln, aber er wird wieder in Ordnung kommen.“

Der alte Mann wehrte ab:

„Es ist einfach unmöglich, mit euch Leuten zu reden. Ihr könnt es einfach nicht lassen – ewig diese Urteile. Niemand weiß etwas! Sagt doch nur, dass eure Söhne in die Armee geholt worden sind und mein Sohn nicht. Aber ob das nun ein Segen ist, oder ein Unglück, das weiß niemand. Kein Mensch wird das je wissen. Nur Gott allein weiß es.“

Und wenn wir sagen: „Nur Gott weiß es“, dann heißt das, dass nur das Ganze es weiß.

Urteile nicht, sonst wirst du dich nie mit dem Ganzen vereinigen können. Dann wirst du immer nur an den Bruchstücken kleben und aus den geringsten Anlässen große Schlüsse ziehen. Wie leicht vergisst du, dass es Dinge gibt, die über deinen eigenen Horizont hinausgehen.

Also urteile nie!

Laotse

Zurück in Deutschland

Seit Donnerstag Vormittag bin ich wieder zurück in Deutschland. Nachdem es der Jetlag halbwegs gut mit mir gemeint hat (kinesiologische Korrekturen sei Dank!) gilt es, die positiven Eindrücke und Schwingungen aus Kanada in das Alltagsleben zu übernehmen. Gar nicht so leicht, wenn die Woge der Probleme und Problemchen über einem zusammenbricht 😉

Was für eine wunderbare Auszeit das in Kanada war … einfach mal fünf Tage mit wundervollen Menschen abseits der Zivilisation (aber dennoch nicht unkomfortabel) Zeit verbringen und in die wunderbare Welt der Energiemedizin (Energy Medicine) eintauchen. In diesen Tagen ist für viele Teilnehmer viel Heilung geschehen und als wir zum Schluss in einem Kreis standen konnte man den Lichtstrahl, der in unserer Mitte Himmel und Erde verband fast mit Händen greifen. Diese Art von Arbeit ist es, die dem Planeten und dem Bewusstsein der Menschen auf energetischer Ebene viel Heilung bringt. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

In mir gibt es schon lange eine Sehnsucht nach Einfachheit. In unserer westlichen Welt ist so vieles so kompliziert – sei es in Bezug auf die Art und Weise wie das alltägliche Leben abläuft (Behörden, Abonnements und die Kündigung derselben, etc.) oder auf all die Dinge, die man so ganz nebenbei anhäuft. Tatsächlich ist es mir ein Bedürfnis, meinen Anteil an dem Chaos der Dinge zu reduzieren. Es ist also ausmisten angesagt 🙂 Hierbei sein ein wunderbares Buch zu dem Thema erwähnt: Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags von Karen Kingston. Ein vollkommen bodenständiges Buch, das mit dem, was man sich klassischerweise unter Feng Shui vorstellt nicht viel gemein hat, jedoch trotzdem den Kern der Sache trifft.

Letztlich geht es darum, sich vom Außen (der Welt der Dinge) wieder ein wenig abzuwenden und der Welt ins uns drinnen wieder die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihr gebührt. Einen Text zu diesem Thema habe ich auch in meiner Kolumne „Zu guter Letzt“ im Essenzenladen Newsletter verfasst.

Es geht also nun darum Schritt für Schritt, Tag für Tag zu wählen, wie ich mich fühle und mich von Altlasten und Schlacken zu befreien, bis nur noch das Leben übrig bleibt, das ich haben möchte. Klingt leicht … ist ein bisschen Arbeit, wird aber funktionieren!

Reisebericht Kanada (4) – Pacific Essences

Seit gestern und bis zum Ende meiner Reise habe ich das Privileg, bei Sabina Pettitt zuhause nächtigen zu dürfen. Es gibt einiges zu besprechen und zu tun. Am Abend unserer Ankunft nimmt uns jedoch Sonia, Sabinas rechte Hand mit auf einen Spaziergang in einen der vielen „Regional Parks“ mit. Die Regional Parks sind Naturschutzgebiete, die von den regionalen Regierungen ausgerufen werden. Was für ein Ausblick.

Es ist nicht mehr als eine Fahrt von sieben Minuten von Sabinas Haus bis in den Park und man ist direkt mitten in der Natur. Wir sehen Seehunde, Adler und eine Reihe weiterer wild lebender Tiere. Es steht für mich vollkommen außer Frage, welchen Weg ich weiter verfolgen werde. Im Einklang mit der Natur zu sein – sei es „nur“ durch Essenzen oder durch das tatsächliche Erleben von Mutter Erde ist für mich zu einem zentralen Thema geworden.

Tatsächlich ist es so, dass all die Themen und Attribute, die die neue Energie mit sich bringt – Authentizität, Integrität, Ehrlichkeit – für mich zu einem unverzichtbaren Teil meines Lebens geworden sind. Und dabei geht es nicht darum, sie „auch“ zu leben, sondern darum, sie ausschließlich zu leben. Mein Interesse an der klassischen Wirtschaftswelt mit ihren Hierarchien, Kämpfen und der allgegenwärtigen Menschenverachtung ist vollständig erloschen. Es kann nur noch einen Weg geben: Vorwärts mit den Essenzen und der Kinesiologie.

Ich habe beschlossen, meinen Fokus in der Praxis auf die Beratung und die Essenzen zu verlagern und die Kinesiologie als ein – nichtsdestotrotz wichtiges – Werkzeug einzusetzen. Offensichtlich ist es so, dass die Essenzen der wesentliche Teil meiner Arbeit sind, also werde ich diese Erkenntnis respektieren.

Den Nachmittag verbringe ich damit, mit auf Sabinas Grundstück in einem natürlichen Kreis von Erlen zu meditieren und mich anschließend durch Gartenarbeit zu erden.

Selbst hier, auf dem Grundstück ist die Natur allgegenwärtig – Raubvögel, Rehe, Kolibris und Spechte geben sich sprichwörtlich die Klinke in die Hand.

Noch zweieinhalb Tage, dann geht es wieder nach Hause. Ich sauge weiterhin soviel wie möglich dieser Energie auf, um in Deutschland leicht darauf zurückgreifen zu können.

Reisebericht Kanada (3) – Soule Creek Lodge

Nachdem ich bis einschließlich Freitag in der Soule Creek Lodge in Port Renfrew fast ohne Internetzugang verbracht habe führe ich meinen Reisebericht nun heute fort. Die Tage dort sind wie im Fluge vergangen und gleichzeitig fühlt es sich so an als ob ich eine Ewigkeit dort gewesen bin. Der Rahmen wurde vorgegeben durch das Energy Medicine Practitioner Training von Sabina Pettitt (Pacific Essences) … unterbrochen wurde er jedoch immer wieder durch fantastische Exkursionen in die uralten Wälder oder an den Strand. Die Natur hier ist wirklich magisch.

Der Workshop ist mehr eine Art Retreat, denn in der Soule Creek Lodge sind wir vollkommen unter uns und fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten – kein Fernsehen, kein Radio, kein Handyempfang und keine wirklich benutzbare Internetverbindung. Genügend Zeit also um sich nach innen zu kehren und zu lauschen.

Die Gruppe von Menschen, die sich hier zusammengefunden hat ist außergewöhnlich. 14 individuelle Charaktere aus Kanada, Amerika, Japan und Deutschland wachsen innerhalb von wenigen Stunden zu einer Einheit zusammen, in der oftmals keine Worte mehr notwendig sind, um sich zu verstehen. Ich fühle mich wie in einer Enklave, die – im Gegensatz zu dem was draußen sonst so los ist – ein Refugium für ein real existierendes Miteinander ist – ohne zu urteilen, ohne zu werten. Einfach wunderbar.

Nachdem wir am ersten Tag ungeplant zum Avatar Grove gegangen sind ist die Exkursion des zweiten Tages Botanical Beach – der Strand an dem viele der Meeresessenzen von Pacific Essences entstehen. Es ist immer wieder wunderbar die wunderschönen Lebewesen wie Urchin, Chiton, Anemone und Sea Palm in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Leider sind wir in dem Moment, in dem die Ebbe ihren niedrigsten Punkt erreicht und das Meer wieder beginnt zurückzukehren nicht alleine so dass wir diesen magischen Augenblick nicht voll genießen können. Dennoch ist die Energie an diesem Ort ganz speziell.

Der Ausflug des dritten Tages geht zum „Mother Tree“, einem definitiv über 1.000 Jahre alten Baum (wahrscheinlich eher 2.000 Jahre alt), der irgendwann in der Mitte abgebrochen ist und dennoch weiter wuchs. Ich kann die Verbindung zu längst vergangenen Zeitaltern spüren und beschließe meine eigene Schwingungsessenz, die ich am nächsten Morgen herstellen werde, mit Hilfe des Mother Tree zu machen. Einer Eingebung folgend habe ich ein Fläschchen mit Wasser mitgenommen und deponiere es im Stamm des Baumes. Ich werde es dort über Nacht liegen lassen damit das Wasser genügend Zeit hat, die Energie des Baumes aufzunehmen.

Am nächsten Morgen bringe ich zusätzlich ein Marmeladenglas mit Quellwasser mit. Meine Intuition sagt mir, dass es gut ist, einen bewussten Akt der Energetisierung durchzuführen. Deshalb setze ich mich in einigen Metern Entfernung zum Mother Tree hin, meditiere und lasse die Energie des Baumes mit Hilfe meiner Intention das mitgebrachte Quellwasser energetisieren. Den Inhalt des Fläschchens, das über Nacht dort gewesen ist, füge ich dem frisch energetisierten Wasser hinzu.

Die Botschaft des Mother Tree bezüglich der Qualitäten der Essenz, die ich soeben hergestellt habe, lassen sich auf folgende drei Bereiche zusammenfassen. Die Essenz

  • bringt Heilung für unsere weibliche Seite (Anima) und die Verbindung zur Mutter
  • heilt die komplette weibliche Linie der Ahnen
  • ist wie eine Brücke zwischen den Zeitaltern des Widders und des Wassermanns, sie überspannt damit das Fische Zeitalter und ist in der Lage, die dominant männliche Energie der vergangenen ca. 2.000 Jahre quasi zu überbrücken.

Ich bin sehr gespannt darauf mit dieser Essenz zu arbeiten und auch darauf, Sie mit meinen Freunden zu teilen.

Reisebericht Kanada (2) – Avatar Grove

Eine uralte Zeder in Avatar GroveZweiter Tag in Kanada … oder eigentlich erster richtiger Tag. Nach einem üppigen Frühstück (ich muss mich erst wieder an die Portionen hier in Nordamerika gewöhnen) geht es mit dem Auto in Richtung Port Renfrew zur Soule Creek Lodge. Unglaublicher Ort … als ich aussteige überfällt mich als erstes die körperlich spürbare Stille. Keinerlei Hintergrundgeräusche, wie sie sonst allgegenwärtig sind.

Der Nachmittag wird von einem Ausflug zu Avatar Grove dominiert – einem Waldstück mit vielen Zedern und einer ganzen Reihe von unglaublich alten und hohen Bäumen. Dieser Ort hat eine ganz besondere Energie, die man fast mit Händen greifen kann.

Morgen geht es zum Botanical Beach, der Ort an dem Sabina die meisten ihrer Meeresessenzen herstellt. Immer wieder ein wunderbares Erlebnis.

Reisebericht Kanada (1) – Der große Teich

„Wenn einer eine Reise tut so kann er was erzählen“ Auch ich möchte mich an diesen Sinnspruch von Matthias Claudius halten und ein wenig von meiner Reise zu Sabina Pettitt, der Herstellerin der Pacific Essences in Kanada berichten. Auf besondere Einladung von Sabina habe ich mich gestern aufgemacht, um zu ihr nach Vancouver Island im äußersten Südwesten Kanadas zu fliegen. Man sagt, dass es dort das angenehmste Klima im ganzen Land gibt, was mir auch plausibel erscheint, wenn ich mir die eisigen Gegenden in der Nähe des Nordpols vor Augen führe. Kanada ist ein riesiges Land, das weitestgehend sehr dünn besiedelt ist. Vancouver Island hingegen ist trotz einer für Kanada recht dichten Besiedelung wunderschön und voll von „natürlichen“ Sehenswürdigkeiten: Wälder, Flüsse, Strände, Seen … kann ich heute schon sagen, denn ich war schon zweimal hier 🙂

Aufbruch in Frankfurt: Beim Check-In wird mir erklärt, dass ich ohne ESTA (eine Art Visum für die USA) nicht an Bord des Flugzeugs darf. Die Erklärung, dass ich nicht in die USA einreisen will sondern nur Transit via San Francisco fliege interessiert den Menschen am Schalter nicht. Er verweist mich freundlich an einen Herrn vom Reisebüro nebenan, der mir für die „Schnäppchengebühr“ von 40 EUR im Internet das ESTA Formular ausfüllt. Hmpf. Der Flug nach SFO startet pünktlich und verläuft ohne Zwischenfälle.

Beim Landeanflug sehe ich ganz in der Ferne die Golden Gate Brücke zwischen den Hügeln hervorblitzen. Wieder etwas, was ich von meiner großen To-Do-Liste streichen kann 😉 Aussteigen und ab in Richtung Immigration. Offensichtlich ist gerade neben unserer Boeing 747 ein weiterer Jumbojet gelandet. Die Schlange vor den Immigration Officers ist endlos. Die Verantwortlichen haben sorgfältig dafür gesorgt, dass nur jeder zweite Schalter besetzt ist, damit der Schmerzfaktor auch recht schön groß ist. Ich frage mich im Stillen, was ich hier eigentlich soll, weil ich ja immer noch nicht vorhabe, in die USA einzureisen sondern nur im Transit … aber egal.

Nach einer Stunde bin ich endlich dran. Kurz und schmerzlos werden mir von allen 10 Fingern die Abdrücke genommen sowie ein „Mugshot“, ein digitales Bild, das ich gottseidank nicht zu Gesicht bekomme. Nach über 10 Stunden Flug sieht man halt einfach nicht mehr so taufrisch aus. Mein ESTA Visum interessiert hier keinen. Ich denke nicht weiter darüber nach um mich nicht über die 40 EUR ärgern zu müssen.

Weiter zu den Gepäckbändern. Einer Eingebung folgend prüfe ich ob mein Koffer dabei ist, was natürlich Quatsch sein muss, weil ich ja mit United von Frankfurt nach Victoria gebucht habe und das Gepäck selbstverständlich in SFO automatisch in das richtige Flugzeug umgeladen wird. Meine Eingebung war – wie immer – gut. Mein Koffer steht mutterseelenallein neben dem Gepäckband und wartet darauf, von mir durch den Zoll gebracht zu werden. Moment. Zoll? Ich wollte doch nicht in die USA einreisen?! Der Officer beim nächsten Checkpoint glaubt mir, dass ich nur auf der Durchreise bin und verweist mich zum Terminal für die Anschlussflüge. Meinen Koffer hinter mir her ziehend gehe ich die Strecke und finde auch einen freundlichen Herrn von United, der meinen Koffer wieder entgegennimmt und eincheckt. Welchen Sinn das Ganze hatte verstehe ich immer noch nicht, aber zumindest hat sich die Chance, meinen Koffer am Zielflughafen wieder entgegen nehmen zu können deutlich erhöht. Es lebe SFO – der Knotenpunkt von United Airlines an der Westküste.

Weiter geht’s durch die Sicherheitschecks um meinen Anschlussflug antreten zu können. Lange Schlangen aber eine UA Mitarbeiterin verrät mir, dass um die Ecke ein weiterer Security Check-In ist. Dort gibt es nicht ganz so lange Schlangen. Aber dafür auch einen Nacktscanner. Beim Anstehen überlege ich mir, ob ich es wagen soll, den Scan mit Wellen, die irgendwo zwischen Röntgen und Mikrowellen liegen zu verweigern und als ich mich halb ausziehe (Gürtel, Jacke, Schuhe, …) entschließe ich mich, es darauf ankommen zu lassen und teile dem Officer mit, dass ich nicht bereit bin in diese Höllenmaschine hineinzugehen. Tatsächlich werde ich nicht wie unterschwellig befürchtet direkt von einem Sonderkommando der Homeland Security überwältigt und nach Alcatraz gebracht, sondern ein gelangweilter aber dennoch halbwegs freundlicher Beamter bittet mich zu seite und befummelt mich von oben bis unten. Nunja … so habe ich zumindest den mir zustehenden Teil an körperlicher Zuwendung auch auf der Reise bekommen. Security geschafft … jetzt scheint meinem Weiterflug nach Kanada nichts mehr im Wege zu stehen.

Noch schnell einen Hot Dog am Gate gegessen, denn auf dem Flug nach Victoria gibt es nichts zu futtern. Und immerhin bin ich seit gut 20 Stunden auf den Beinen. Boarding, Abflug, Ankunft in Victoria. Ich bin platt. Der Immigration Officer am Flughafen von Victoria ist gnädig und hält die Befragung kurz. Noch schnell ein Taxi zum Hotel Waddling Dog („Watschelnder Hund“) und ab in die Koje. Gute Nacht, Deutschland. Gute Nacht, John Boy! 🙂

Die Geschichte vom Esel

Charlie ChaplinEs war einmal ein Ehepaar, das einen 12-jährigen Sohn und einen Esel hatte. Sie beschlossen zu verreisen, zu arbeiten und die Welt kennenzulernen. Zusammen mit ihrem Esel zogen sie los.

Im ersten Dorf hörten sie, wie die Leute redeten: „Seht Euch den Bengel an, wie schlecht er erzogen ist… er sitzt auf dem Esel und seine armen Eltern müssen laufen.“ Also sagte die Frau zu ihrem Mann: „Wir werden nicht zulassen, dass die Leute schlecht über unseren Sohn reden.“ Der Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf.

Im zweiten Dorf hörten sie die Leute folgendes sagen: „Seht Euch diesen unverschämten Mann an… er lässt Frau und Kind laufen, während er sich vom Esel tragen lässt.” Also ließen sie die Mutter auf das Lastentier steigen und Vater und Sohn führten den Esel.

Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: „Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat, lässt er seine Frau auf dem Esel reiten. Und das arme Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch nichts zu lachen!“ Also setzten sie ihre Reise zu dritt auf dem Lastentier fort.

Im nächsten Dorf hörten sie die Leute sagen: „Das sind ja Bestien im Vergleich zu dem Tier, auf dem sie reiten. Sie werden dem armen Esel den Rücken brechen!“ Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel herzugehen.

Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht, als sie die Leute sagen hörten: „Schaut euch die drei Idioten mal an. Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!“

Die anderen finden immer etwas zum kritisieren wenn sie wollen, und es ist nicht einfach jemanden zu treffen, der Dich so akzeptiert, wie Du bist. Deshalb:

Lebe so, wie Du es für richtig hältst und geh, wohin Dein Herz dich führt …

Charlie Chaplin

Das Leben

„Du solltest verstehen, dass absolute Freiheit die Grundlage des Lebens ist. Absolute Freude sein Sinn. Und absolutes Wachstum sein Ergebnis.“

Abraham

Detachment

Das Wort „detachment“ ist ein wunderschöner englischer Begriff für den es im Deutschen leider keine hunderprozentig treffende Übersetzung gibt. Er sagt soviel aus, dass man sich von etwas, an dem man vorher festhing oder festgehalten hat („attachment“) löst oder trennt. Nun ist das Wort „Trennung“ in den Zeiten von „alles ist eins“ ein böses Wort ;-), jedoch ist nach meinem Empfinden keinerlei negativer Beigeschmack bei der englischen Variante „detachment“. Sie sagt vielmehr aus, dass wir uns von dem, an dem wir uns festgeklammert haben, nun lösen und damit frei machen.

Dinge an denen wir uns festklammern gibt es zuhaufe … alte, nicht mehr funktionierende Beziehungen, Jobs, die uns keinen Spaß machen, Orte, an denen wir uns nicht mehr zuhause fühlen. Üblicherweise tun wir dies, weil wir Angst vor dem haben, was dann kommt, wenn wir diese nicht mehr unterstützende Situation ändern … Angst vor dem Unbekannten. Je nach dem Bereich, in dem sich das ganze abspielt kommen die Angst vor Armut/Hunger/nicht Überleben oder die Angst vor Einsamkeit dazu. Und das sind die Urängste, mit denen wir schon seit Äonen zu kämpfen haben.

In den letzten Monaten ist es jedoch immer wichtiger – geradezu überlebenswichtig – geworden, dass wir den Mut fassen und uns von den Dingen lösen, die uns nicht länger dienlich sind. Und dies ist mit vielen Ängsten und Schmerzen verbunden … oh mein Gott. Letztlich gibt es jedoch keine Alternative. Momentan existieren nur zwei Richtungen in die man sich bewegen kann: Entweder den anstrengenden, holprigen Weg bergauf um den Gipfel zu erreichen oder aber sang- und klanglos bergab, was in Richtung Unzufriedenheit, Unglück, Krankheit oder sogar Tod führt. Dazwischen gibt es nichts.

Die Aufgabe lautet also, die Ärmel hochzukrempeln, allen Mut zusammenzunehmen und die Dinge, von denen wir tief im Herzen schon länger wissen, dass sie geändert werden müssen, zu ändern – auch wenn wir keine Ahnung haben, wohin uns der Weg führen wird. Es ist meine feste Überzeugung, dass das Leben auf der Erde nicht dazu gedacht ist, zu leiden. Dementsprechend können wir, wenn wir den Weg der persönlichen Freiheit und Entfaltung gehen, nur gewinnen.

Sokrates zum Thema Klatsch & Tratsch

Sokrates (Photo by Eric Gaba, July 2005)Ein Freund kam aufgeregt zu Sokrates und sagte:“Sokrates, hast du schon gehört? Ich muss dir dringend erzählen von…!“

„Halt, mein Freund“, sagte Sokrates beruhigend, „Hast du dir schon die drei Fragen vorgelegt, bevor du sprichst?“

Freund: „Welche drei Fragen, Sokrates?“

Sokrates: „Die erste Frage: Ist es wahr, was du mir berichten willst?“

Freund: „Nun, ich habe es zwar nicht selbst gesehen. Aber die Leute erzählen es sich!“

Sokrates: „Die zweite Frage: Ist es etwas Gutes?“

Freund: „Nein, das nicht. Im Gegenteil, aber das ist’s gerade ..!“

Sokrates: „Also die dritte Frage: Ist es notwendig, mein Freund, dass du es mir berichtest?“

Freund: „Notwendig wohl nicht, Sokrates, aber es dürfte doch so unterhaltsam zu hören sein.“

Sokrates: „Dann, mein Freund, lass uns schnell den Göttern Dank sagen, dass wir der Gefahr entronnen sind, unbekannte Fehler eines Nächsten ohne Not zu offenbaren oder zu vergrößern, meinst du nicht auch?“