Tucson 6 – Emotionale Fitness

Fitness kennt jeder. Normalerweise meinen wir dabei aber körperliche, manchmal auch geistige Fitness. Mindestens genauso wichtig ist jedoch emotionale Fitness. Aber was bedeutet das und wie geht das?

Der Dreh- und Angelpunkt des heutigen Tages im Desert Alchemy Workshop war die Emotional Awareness Formula, was wörtlich übersetzt „emotionales Gewahrsein“ oder „emotionale Bewusstheit“ bedeutet. Die Folge von emotionaler Bewusstheit ist emotionale Fitness, aber dazu gleich.

Unser Tag begann mit einem Ausflug in den botanischen Garten von Tucson, wo wir die Gelegenheit hatten, viele der Pflanzen aus dem Desert Alchemy Repertoire, die wir in der Wüste nicht gesehen hatten, kennenzulernen. Der Garten ist relativ groß und wunderschön angelegt. Die Bilder unten sind allesamt dort entstanden. Für mich war es die Gelegenheit, noch mehr von der Energie der Wüste beziehungsweise ihrer „Bewohner“ aufzunehmen und in meinem inneren Archiv abzulegen. Ich glaube, dass das tatsächlich der Hauptgrund meiner Reise ist: Tuchfühlung aufnehmen mit den Energien, die wir in Form von Essenzen nach Deutschland bringen, und zwar in ihrer ursprünglichen Umgebung.

Aber zurück zur emotionalen Fitness. Wer von uns kennt nicht die Situation, in der ein anderer Mensch – vorzugsweise jemand, der uns gut kennt – einen unserer „roten Knöpfe“ drückt, worauf wir zuverlässig explodieren und auf eine kleine Situation mit einer unangemessen großen Reaktion antworten, oft ohne zu wissen, warum eigentlich. Was dabei passiert ist, dass die andere Person etwas in uns angetriggert hat, das uns an eine frühere, in der Regel schmerzvolle Erfahrung erinnert und wir die dazugehörigen Emotionen wieder fühlen. Diese sind es, die uns überreagieren lassen. Manchmal sind wir uns sogar der Tatsache bewusst, dass unsere Emotionen nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun haben, aber wir können nicht anders als trotzdem darauf zu reagieren.

Emotionale Bewusstheit ist die Fähigkeit, dass wir erkennen, wenn wir in so einer Situation sind und woher die Emotionen tatsächlich herkommen. Dabei geht es nicht darum, sich an eine konkrete Situation zu erinnern, es reicht, dass wir uns bewusst sind, dass hier etwas Altes am Werke ist, das beispielsweise aus unserer Kindheit stammen kann. Jedoch geht emotionale Bewusstheit noch darüber hinaus. In seinem vollen Umfang bedeutet der Begriff, dass wir erkennen und verstehen, was wir fühlen, egal ob es um eine aktuelle oder eine vergangene Situation geht, und dass wir auch verschiedene Schattierungen unserer Emotionen wahrnehmen können.

Emotionale Fitness bedeutet nun, dass wir in der Lage sind, unsere bisher automatischen Reaktionen (also die „roten Knöpfe“) zu deaktivieren und damit bewusst entscheiden können, wie wir auf auf Trigger von außen reagieren. Klingt doch ziemlich entspannend, oder?

Der Weg dahin, und da gibt Cynthia sich mit Daniel Mapel und Sandra Epstein die Hand, ist, dass wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln und Methoden die seelischen Verletzungen heilen, die wir noch immer mit uns herumtragen. Mit jeder Wunde, die geheilt wird, wird ein roter Knopf deaktiviert und wir werden ein Stück „fitter“. Und genau dies ist die Domäne, in der die Essenzen wahrlich zuhause sind.

Tucson 5 – Seelenpflege

Tag fünf meiner Reise nach Tucson ist wieder geprägt vom Lehrgang in den Räumen von Desert Alchemy. Das große Thema des heutigen war „Caring for the Soul“, also die Seelenpflege.

Was ist die Seele eigentlich? Eine nicht ganz einfache Frage. Man kann sich dem Thema nähern, indem man ausschließt, was sie schon einmal nicht ist, und das ist ganz sicher der Körper und der Verstand. Die Seele ist der Teil von uns, der Zugang zum Göttlichen und zu unserem Lebensplan hat, und der dafür verantwortlich ist, dass wir in die Situationen kommen und die Menschen treffen, die wir brauchen, um die Gelegenheit zu haben, unseren Daseinszweck zu erfüllen und uns zu entfalten. Die Emotionen sind die Sprache der Seele. Und wir tun gut daran, unsere Seele wahrzunehmen und uns um sie zu kümmern.

Seelenpflege bedeutet, dass wir aktiv hören, was sie uns zu sagen hat, dass wir ihre Impulse wahrnehmen und bestmöglich umsetzen. Es bedeutet auch, dass wir uns die Zeit für die Dinge nehmen, die unser Herz zum Singen bringen, und dass wir es ernst nehmen, wenn uns unsere Emotionen deutlich sagen, dass wir auf dem Holzweg sind.

Im Detail hat Cynthia heute das Thema Transformation und Veränderung anhand der Transitions Formula, sowie das Thema Überwindung von Sucht und Abhängigkeit anhand der Harmonizing Addictive Patterns Formula besprochen. Auch hier gab es wieder keine überraschend neuen Erkenntnisse für mich, jedoch ist des ein Genuss, die Klarheit und Tiefe zu sehen, mit der Cynthia über diese Themen spricht. Eine wirklich weise Frau.

Eine der Konsequenzen des heutigen Tages ist, dass ich den umfangreichen Artikel, den Cynthia schon 1997 zum Thema Transformationsprozesse geschrieben hat, als Teil des Essenzenladen Newsletters und Blogs in vier Etappen veröffentlichen werde (Danke für die Genehmigung!). Eine weitere Konsequenz ist, dass ich beschlossen habe, einen Anlauf zu nehmen, um Cynthia innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate für einen Workshop nach Deutschland zu holen. Es gibt so viele Menschen die von dem profitieren könnten, was sie zu sagen hat – mit oder ohne Essenzen.

Fotos gab es heute keine, wie gesagt, wir saßen den ganzen Tag im Seminarraum. Dafür geht es morgen Vormittag in den Tucson Botanical Garden, wo es all die Pflanzen zu sehen gibt, die wir gestern in der Wüste nicht erleben konnten. Es ist wieder Sonnenschutz angesagt, diesmal jedoch in Verbindung mit einer wärmenden Jacke, denn es steht ein Temperatursturz bevor.

Tucson 4 – Die Wüste

Tucson selbst ist eine Stadt, die selbst in der Sonora-Wüste liegt. Um dieselbe jedoch wirklich zu erfahren, muss man in den Saguaro Nationalpark fahren, der nach seinem prägnantesten Bewohner, dem Riesensäulenkaktus benannt ist. Nach nur etwa 40 Minuten ist man auch Tucson City raus und mitten in der Wüste.

Auf dem Weg dorthin kommt man an zwei, wie ich mir habe sagen lassen, sehenswerten Orten vorbei: Dem Arizona-Sonora Desert Museum, dem größen Wüstenmuseum der Welt, und an den Old Tucson Studios. Dabei handelt es sich um alte Filmstudios, in denen so ziemlich alles, was mit Western zu tun hat, gedreht worden ist – inklusive Bonanza und alles mit John Wayne. Am kommenden Samstag habe ich noch einen Tag frei und es juckt mich wirklich in den Fingern, mir einen Wagen zu mieten und dorthin zu fahren. But first things first …

Die Vorbereitung auf den Tag in der Wüste ließ wie gesagt erahnen, dass es sich dort um eine außergewöhnlich herausfordernde Umgebung handelt. Glücklicherweise haben wir den perfekten Tag erwischt – sonnig, angenehme Lufttemperatur und kein Wind. Der Spätwinter in der Wüste hat doch etwas für sich. Scherzhalber erwähne ich den Einheimischen Workshopteilnehmern gegenüber, dass der Winter hier in etwa dem Sommer in Deutschland entspricht. Dennoch ist es wichtig, dass wir viel trinken und den Sonnenschutz nicht vergessen.

In der Sonora-Wüste sieht es, wenig überraschend, wenn man an die oben erwähnten  Old Tucson Studios denkt, aus wie im Western. Dominiert wird alles von den riesigen Saguaros, die mehrere hundert Jahre alt werden können und alleine schon etwa 80 Jahre brauchen, bis sie die ersten Arme entwickeln. Die Vielfalt an Kakteen und anderen Wüstenpflanzen ist jedoch groß. Von kleinen, harmlosen niedlichen Mammilaria bis zu großen Paloverde Bäumen. Dabei gilt: Je größer die Stacheln, desto harmloser. Manche Arten haben mikroskopisch kleine Nadeln mit Widerhaken, die man nur schwer wieder los wird.

Besonders mies sind dabei die Kakteen der Cholla (sprich: Tschoja) Familie, mit botanischem Namen Cylindropuntiae. Man kann die Stacheln gut sehen, jedoch enden sie in so feinen Widerhaken, dass sie sich schon festkrallen, wenn man glaubt, noch in sicherem Abstand zu sein. Am eigenen Körper durfte ich das mithilfe eines „Jumping Cholla Cactus“ erfahren, der diesen fiesen Trick bis zur Perfektion beherrscht. Ich hatte hinterrücks ein Segment dieses Kaktus in der Hand stecken, und obwohl die Stacheln so aussahen, als ob sie nur darauf lägen, saß das Ding mit einer ganze Reihe von ihnen so fest in meiner Haut, dass ich es alleine nicht mehr losgeworden bin. Ich musste Cynthia und ihr High-Tech-Hilfsmittel (=Kamm) bemühen. Dieser wird auf der Haut angesetzt und dann wird das Kaktussegment mit einer eleganten Handbewegung weggeschnickt. Ja, manchmal fließt dabei auch etwas Blut. Gottseidank haben die Blutung und der Schmerz relativ schnell wieder nachgelassen. Meine Lektion hatte ich gelernt: Halte Dich von den Cholla-Kakteen fern.

Die erste Station unserer Tour war Signal Hill, eine heilige Stätte der Indianer mit Felszeichnungen. Dort hatten wir dann auch die Gelegenheit, uns auf die Pflanzen einzustimmen und mit ihnen in Verbindung zu treten. Obwohl äußerlich unspektakulär, habe ich das Gefühl, dass es sehr wichtig war, dort gewesen zu sein, und dass ziemlich viel passiert ist. Was genau, ist jedoch nicht in Worte zu fassen.

An zwei weiteren Stationen, unter anderem dem relativ bekannten Gates Pass, konnten wir noch einmal voll in die Alchemie der Wüste eintauchen, was ein einmaliges Erlebnis, jedoch auch sehr, sehr anstrengend war. Dementsprechend platt sind wir dann irgendwann wieder im Hotel angekommen. An dieser Stelle lasse ich dann jetzt einfach mal die Fotos für sich sprechen …

Tucson 3 – Einstieg in den Workshop

Der dritte Tag der Reise (und der erste Tag des Workshops) ist vor allem vom gegenseitigen Kennenlernen und grundlegenden Informationen über die Auswahl von Blütenessenzen geprägt. Eigentlich ist nichts dabei, was ich nicht schon einmal gehört hatte, jedoch ist es interessant, die unterschiedlichen Facetten zu bemerken, die jeder Hersteller diesem Thema gibt.

Die Gruppe ist klein – nur sieben Teilnehmer mit mir als einzigem Nicht- Amerikaner. Der Workshop findet in den Räumen von Desert Alchemy statt, einem kleinen, unscheinbaren Gebäude in Tucson, das jedoch innen drin mit viel Liebe eingerichtet ist. Jetzt kenne ich also auch den Ort, an dem diese Essenzen abgefüllt und verschickt werden.  Gut, auf allen Ebenen zu wissen, dass auch diese Essenzen „aus gutem Hause kommen“.

Morgen geht es dann endlich in die Wüste. Die Vorbereitungen und Hinweise bestätigen nochmals, dass sie ein extremer Ort ist. Natürlich wusste ich das auch schon vorher, aber zwischen „wissen“ und „erleben“ ist halt doch ein großer Unterschied. Geschichtete Kleidung, Sonnenschutz, geeignete Schuhe und eine ausreichende Kopfbedeckung sind Pflicht. Für Wasser und Essen wird gesorgt. Beim Thema Kopfbedeckung kommen mir Zweifel, ob die vorhandene Baseballkappe mit Nackenschutz ausreicht. Deshalb geht es nochmal kurzfristig einkaufen. Strohhüte (made in China) findet man hier in vielen Geschäften. Jetzt fühle ich mich gewappnet.

Zeit für Fotos war heute nicht wirklich, deshalb muss es das Bild von den Strohhüten tun. Aber ich bin mir sicher, dass ich morgen Abend mit einer reichen fotografischen Beute im Hotel sein werde. Nun heißt es zeitig ins Bett zu gehen, denn der Tag morgen beginnt früh.

 

Tucson 2 – Der wilde Westen heute

Heute ist mein persönlicher „Brückentag“. Ein Tag, um mich zu akklimatisieren und die nähere Umgebung zu erkunden. Außerdem ist mir heute immer wieder eine Brücke über ein ausgetrocknetes Flussbett begegnet. Doch dazu gleich.

Ich befinde mich gerade im „Wilden Westen“, da wo die einsamen Cowboys mit Vorliebe in den Sonnenuntergang geritten sind. Die Landschaft, zumindest das, was ich bisher gesehen habe, schaut auch genauso aus wie im Film. Riesige Kakteen, viel Sand und Steine und ganz wenig Wasser. Der Vollständigkeit halber muss man sagen, dass ich bisher nur von Tucson aus „nach draußen“ geschaut habe. Aber der Trip in die Wüste kommt ja noch.

Das Prägnanteste in meiner Umgebung ist neben der mexikanischen Architektur (die Grenze zu Mexico ist nur etwa eine Stunde entfernt) das riesige ausgetrocknete Flussbett, dass nur einmal im Jahr zur Monsunzeit Wasser führt. Dafür aber dann auch gleich richtig viel.

Um wieder auf das Thema Brücken zurückzukommen: Wenn der Monsun mal richtig zuschlägt, überspült der Fluss sogar die Brücken. Schwer vorstellbar, wenn man die Bilder sieht.

Ein besonderes Schauspiel wird mir wahrscheinlich nicht vergönnt sein. Unter einer der Brücken leben Tausende von Fledermäusen, die sich um den Sonnenuntergang herum in Schwärmen auf den Weg machen, um Insekten zu fressen und Kakteenblüten zu bestäuben. Nur halt noch nicht so früh im Jahr. Das Schauspiel ist hier in Tucson so bekannt, dass sich Einheimische und Besucher mit Klappstühlen und einem kalten Bier in der Nähe der Brücke platzieren, um sich das Schauspiel in geselliger Runde anzusehen.

Insgesamt sieht Tucson als Stadt im „wilden“ Westen der USA genauso und ganz anders aus. Genau so, wie man es aus den Filmen kennt und ganz anders als in Europa. Die Häuser sind allesamt ziemlich niedrig, dafür verteilt sich die Stadt mit ihren 530.000 Einwohnern über eine fast unanständig große Fläche. Aber Platz hat es hier ja genug. Der Grund für die niedrigen Gebäude ist nach Aussage eines Einheimischen übrigens, dass die Leute gerne den Himmel und die Landschaft sehen und beides deshalb nicht mit Häusern zubauen. Nicht der schlechteste Grund, finde ich.

Morgen beginnt dann der Workshop. Der erste Tag findet voraussichtlich zum größten Teil drinnen statt, dafür geht es dann am Dienstag in die Wüste. Wie gesagt: Ich freue mich drauf 🙂

On the road again … Tucson, AZ

Wenn der Jetlag einen zur Unzeit wach sein lässt, kann man auch mal um kurz vor fünf Uhr morgens einen Blogpost schreiben. Kurz vor fünf ist es jetzt gerade in Tucson, Arizona, USA. Dorthin bin ich gestern gereist, um an einem Workshop von Cynthia Athina Kemp Scherer von den Desert Alchemy Blütenessenzen teilzunehmen.

Nach all dem Hickhack um die USA, ihren „Kampf“ gegen den „Terror“ und die Eskapaden ihres Präsidenten war mir schon etwas mulmig, in das Land der grenzenlosen Überwachung Möglichkeiten zu fliegen. Erstaunlicherweise ging die Einreise jedoch sehr stressfrei, und, anders als bisher, auch ohne „Verhör“ durch einen Immigraton Officer, denn das funktioniert jetzt alles automatisch, also mit Automaten und so. Nachdem ich ja bereits im Vorfeld für mein ESTA Visum datenmäßig die Hosen runterlassen musste und im Internet sicherlich genügend Spuren hinterlassen habe, gibt es eigentlich auch keinen Grund mehr, das nicht zu automatisieren … George Orwell lässt grüßen.

Aber zumindest konnte sich Uncle Sam von meinen heeren Absichten überzeugen, so dass ich nun hier im Hotel in Tucson Sitze, den Sonntag noch frei habe und ab Montag am Desert Alchemy Workshop teilnehme. Ich freue mich schon drauf, besonders auf den Tag, den wir in der Wüste verbringen werden 🙂

P.S. Das Bild zeigt mich, vollkommen verstrahlt nach 20 Stunden Reisezeit vor dem Wahrzeichen der Wüste, einem Saguaro Kaktus.