Über Glasfasern und Apple

Warum ich Apple Produkte liebe? Weil sie einfach funktionieren und schon heute Probleme lösen können, die ich erst morgen haben werde. Aber der Reihe nach. Vor einiger Zeit hatte ich über eine kleine Odyssee in Sachen FTTH und Glasfaseranschluss berichtet. Heute ist die Zeit reif für ein kleines Update.

Die Glasfasern sind inzwischen verbuddelt und die Anschlussdose für das Fiber-Modem sitzt da wo sie sein soll. War ein längerer Prozess, bei dem ich gefühlt 25 verschiedene Angestellte der Telekom und ihrer Subunternehmen kennenlernen durfte, die sich im Schnitt alle drei Tage bei uns gemeldet haben, um wieder einen Handgriff an unserem FTTH Anschluss zu machen. Ohne Witz – alleine um zwei Kästchen im Keller zu montieren und anzuschließen waren vier Telekomiker bei uns, wovon einer tatsächlich nur den Kasten mit drei Schrauben an die Wand gedübelt und sich anschließend direkt wieder getrollt hat. Naja … nicht mein Problem. Nun ist der Anschluss also fertig „gebaut“, wie es die Telekom so schön nennt, und ich harre der Dinge, die da kommen, namentlich der Aktivierung des neuen Internetanschlusses mit „konkret Lischtgeschwindigkeit“.

Das Ausharren gehört nun aber nicht wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, weshalb ich mich heute, ca. drei Wochen nachdem der letzte Techniker die letzten Schrauben in meiner Wand versenkt hat, telefonisch an die Glasfaserhotline der Telekom gewendet habe – bisher habe ich ja gute Erfahrungen gemacht, warum sollte es also auch diesmal nicht von Erfolg gekrönt sein.

Nach einem wirklich kurzen Zwischenspiel der Warteschleife teilt mir die erste Telekommitarbeiterin mit, dass sie mich in die Fachabteilung weiterleitet. Ok, kein Problem. Nach ebenfalls kurzer Wartezeit nimmt mich der Kollege in Empfang, legitimiert mich mit Kundennummer und Adresse und stellt fest, dass er in der Fachabteilung rückfragen  muss. Häh? Da bin ich doch schon, oder? Nun gut.

Nach einer deutlich längeren Wartezeit meldet sich ein schon von Anfang an leicht genervt klingender Herr, der mich routiniert noch einmal legitimieren möchte. Meinen Einwand, dass sich eigentlich sein Kollege nur mal schlau machen wollte und ihm wenn schon, dann eigentlich meine Daten hätte geben müssen, lässt er nicht gelten. Leicht irritiert lasse ich die Legitimation noch einmal über mich ergehen. Anschließend stellt er fest, dass mein FTTH Anschluss laut System noch nicht fertig gebaut ist. Nachdem ich ihm glaubhaft versichert habe, dass sich neben mir eine durch den Telekom Service angebrachte Anschlussdose für das Glasfasermodem befindet, lässt er sich erweichen, an die Fachabteilung (aha!) weiterzumelden, dass der Anschluss fertig sei. Die würden sich dann mit mir in Verbindung setzen. Auf meine Bemerkung, dass ich den FTTH Anschluss gerne parallel zu meinem Kupferanschluss geschaltet haben möchte, um im unwahrscheinlichen Fall, dass die Umstellung nicht auf Anhieb funktioniert, nicht ohne Telefon und Internet dazusitzen, reagiert er mürrisch. Er wisse nicht, ob das überhaupt geht. Da müsste ich ja dann wohl einen kompletten Neuanschluss beantragen. Aber er vermerkt es in der Datenbank. Immerhin.

Meine Schlussfrage, wann wie lange es größenordnungsmäßig erfahrungsgemäß dauert, bis sich jemand meldet („Tage, Wochen oder Monate“) lässt ihn empört mit Metaphern um sich werfen, deren Aussage wohl sein soll, dass er mir das wirklich nicht beantworten kann. Ich habe nach den ersten paar Sätzen aufgehört, ihm zuzuhören. Um längere Diskussionen zu vermeiden kratze ich meinen verbliebenen Rest an Selbstbeherrschung zusammen, bedanke ich mich artig und lege auf.

Zwischenfazit: Offensichtlich kann die Qualität des kaufmännischen Teils der Telekom Glasfaser-Hotline nicht mit der des technischen Teils, mit dem ich das letzte Mal gesprochen hatte, mithalten. Schade auch.

Zu meiner großen Überraschung klingelt jedoch einige Stunden später das Telefon und eine Mitarbeiterin des Glasfaserteams (ist das jetzt die Fach-Fach-Fach-Abteilung oder doch nur die Fach-Fach-Abteilung?) meldet sich mit der Bemerkung, dass der Kollege (war wohl der Muffi-Schlumpf von vorhin) etwas konfuse Notizen in die Datenbank geschrieben hat, und sie sich lieber mal direkt melden wollte. Ich bin begeistert. Es scheint doch noch vereinzelt aufmerksame Mitarbeiter im Telekom Konzern zu geben. Tatsächlich stellt sich heraus, dass die Dame Teil des „kleinen aber feinen Teams“ ist, das die Anschlüsse tatsächlich bucht. Zusätzlich zu ihrer offensichtlich vorhandenen kundenfreundlichen Ader ist sie auch im Rahmen ihres Fachgebiets kompetent. Ein Glückstreffer. Natürlich kann sie mir nicht alle Fragen, mit denen ich sie bombardiere, bis ins letzte Detail beantworten, aber das ist schon ok – schließlich reichen die über gefühlte 25 verschiedene Disziplinen der Telekommunikation.

Der Wermutstropfen: Die Telekom sieht sich nicht in der Lage, einen neuen FTTH Anschluss zu buchen und den alten Entertain noch einen Monat laufen zu lassen, ohne dass ich die volle Vertragslaufzeit (immerhin noch über ein Jahr) des Entertain Anschlusses bezahlen muss. Ich äußere meine Unzufriedenheit, doch selbst dafür hat die nette Dame am anderen Ende der Leitung Verständnis, und stimmt mir zu, dass das nicht sonderlich kulant sei, ihr seien jedoch die Hände gebunden. Nach einem wirklich netten Gespräch, in dessen Verlauf sie mir tatsächlich noch ihre direkte Telefonnummer gegeben hat (Nicht die, die Sie jetzt denken! Die geschäftliche!) falls ich noch Fragen hätte, bedanke ich mich vielmals. Mit dem abschließenden Hinweis, dass ich mir nun einen Plan B ausdenken müsste, lege mit etwas mehr Glauben an das Gute im Telekom-Menschen auf.

Wie soll nun also mein Plan B aussehen? Die Telekom bietet keine Internettarife ohne Mindestlaufzeit an. Und andere Provider will ich nicht involvieren – das endet nur im Chaos. Da fällt mir ein, dass mit dem neuen iPhone das Tethering („Persönlicher Hotspot“) doch funktionieren müsste. Und da wir hier einen guten UMTS und sogar LTE Empfang haben, sollte es doch im schlimmsten Falle eines Falles möglich sein, das iPhone mit dem Mac zu verheiraten und zumindest E-Mail und Internet nutzen zu können.

Das muss ich gleich mal ausprobieren! Flugs am iPhone den Hotspot aktiviert und in den Netzwerkeinstellungen des Macs den Ethernetanschluss deaktiviert, um den persönlichen Hotspot zu testen. Doch was ist das? In meinen Netzwerkeinstellungen taucht ein neues Gerät mit dem Namen „iPhone-USB“ auf. USB? Ach ja! Das iPhone hängt ja gerade zum Laden am Kabel. Brauche ich etwa noch nicht einmal das WLAN zu aktiviere? Die Antwort war nur noch einige Klicks entfernt. Ethernet getrennt, iPhone-USB aktiviert, et voilá … das kabellose Internet zuhause funktioniert einwandfrei und schnell. Danke Apple! Jetzt kann ich wieder ruhig schlafen, bis der Tag der Umstellung naht. Den konnte mir die freundliche Glasfaserexpertin übrigens auch ungefähr nennen: Anfang bis Mitte Februar. Vielen Dank. Genauer wollte ich es auch von Anfang an tatsächlich nicht wissen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.