Eve Thermo – leider nur fast toll

Zeit für das nächste Kapitel in der Geschichte meiner Heimautomatisierung. Die Philips Hue Serie ist nach wie vor toll. Es fühlt sich inzwischen vollkommen normal an, die Farben und Intensitäten der Lampen nach Belieben zu wechseln.

Weil ein nicht näher spezifizierter Teil der Familie es zu umständlich fand, die Sprachsteuerung oder das Handy zu benutzen, haben wir uns einen Philips Hue Tap zugelegt, der vier programmierbare Szenarien auf Knopfdruck aktiviert. Was mich daran besonders begeistert: Das Teil braucht keine Batterie. Es hat auch keinen Akku. Stattessen erzeugt es sich seinen Strom selbst, und zwar über die Tastendrücke der Benutzer. Das hat zur Folge, dass der Tastenhub ungewohnt groß ist (heutzutage funktioniert ja eh fast alles mit „Touch“ …) aber dafür, dass ich keine Akkus wechseln muss, nehme ich das mehr als gerne inkauf.

Leider kann ich nicht behaupten, dass wir mit der Elgato Eve Serie ebenso zufrieden sind, wie mit der Hue Serie. Die einzelnen Komponenten sind zwar in sich gut und durchdacht, jedoch hat sich die Heizkörpersteuerung mittels Eve Thermo für uns als so nicht nutzbar herausgestellt.

Das Problem ist, dass unsere Heizkörper fast alle in Nischen sind, in denen sich die Wärme staut. Die in den Theromostatköpfen verbauten Thermometer melden daher immer ein viel zu hohen Wert, viel mehr als es normal wäre und per Temperatur-Offset eingestellt werden kann. Eine halbwegs präzise Steuerung der Raumtemperatur war damit unmöglich.

Generell empfinde ich das Konzept, die Temperatur am Heizkörper selbst zu messen – Offset hin oder her – als Sackgasse. Insbesondere bei Elgato, die ja mit dem Eve Room ein externes Thermostat im Programm haben. Leider ist es jedoch nicht möglich, den Room ohne große Verrenkungen mit komplexen Benachrichtigungen und Szenen zur Steuerung der Thermos zu benutzen. Eine Mitarbeiterin von der Elgato Hotline hat mir das bestätigt und es als „Verbesserungvorschlag“ aufgenommen. Unter uns gesprochen halte ich das jedoch für einen groben Designfehler der Serie. Kann ja aber vielleicht mit einem Firmware Update tatsächlich noch kommen.

In prähistorischen Zeiten, also bevor ich mit der Heimautomatisierung begonnen habe, hatten wir mal ein schlichtes aber funktionales System von ELV, bei dem am Heizkörper nur ein motorisiertes Ventil war, und die Steuerung von einem kleinen externen Thermostat übernommen wurde, das man frei im Raum platzieren konnte. Anscheinend gibt es das System aber leider nicht mehr und kommunikativ im Sinne einer App zur Steuerung war es auch nicht.

Nach längerem Recherchieren und Suchen bin ich dann letztlich bei Homematic IP gelandet, die genau das anbieten, was wir brauchen: Externes Thermostat, das die Ventile steuert und eine Bridge, die das Ganze mit einer App verbindet. Zusätzlich ist eine Steuerung via Internet möglich. Die dazu notwendige Cloud kann man anonym und kostenlos nutzen. Die Daten werden lt. Hersteller in Deutschland gehostet. So weit, so gut.

Die Lieferung der Komponenten – 3x Thermostatkopf, 2x externes Thermostat und 1x Bridge – war schnell und zuverlässig, die Installation und Inbetriebnahme ebenfalls. Die App macht auch einen guten Eindruck, das System ist aber leider (noch?) nicht mit HomeKit kompatibel, was ein kleiner Wermutstropfen, jedoch kein Show-Stopper ist. Das Einzige, was bei der App ein wenig doof ist, ist, dass man bei den Heizprofilen jeden Tag einzeln einstellen muss. Eine Funktion wie „Kopiere Montag in Dienstag bis Freitag“ fehlt leider vollständig. Dafür ist die App insgesamt einfach zu bedienen und optisch ansprechend.

Was mir in den ersten Tagen mit dem Homematic IP aufgefallen ist: Das System reagiert zügig und zuverlässig auf Eingaben von außen, beispielsweise die Änderung der Solltemperatur oder die Anpassung eines Heizprofils. Die Komponenten zeigen über eine LED an, wenn sie senden (gelb) und wenn die anderen Geräte bestätigt haben (grün). Das macht dem Teil von mir, der ein bisschen Kontrollfreak ist, großen Spaß 😉

Das Raumklima hat sich mit dem neuen System auch deutlich verbessert. Wir haben nun tatsächlich die Temperaturen, die wir haben wollen und müssen morgens nicht mehr frieren. Insgesamt bin ich mit dem Homematic IP System sehr zufrieden, wenn jetzt noch eine HomeKit Integration möglich wäre, dann wäre es perfekt.

To be continued …

Es werde Licht!

Heute ist die Zeit gekommen für den zweiten Teil meiner Heimautomatisierungsgeschichte (so lange Wörter kann man nur auf deutsch bauen … oder auf ungarisch 😉 )

Das Elgato Eve Thermo Heizkörperthermostat hat sich leider als defekt herausgestellt – ich hatte bewusst B-Ware zum Ausprobieren gekauft, kann also passieren. Es wurde jedoch vom Lieferanten anstandslos zurückgenommen. Das als Ersatz bestellte neue Gerät funktioniert erwartungsgemäß hervorragend.

Die Eve Energy Steckdose hat ihren Weg an den Fernseher gefunden, jedoch schaltet sie dort nicht nur die Glotze, sondern auch gleich noch eine Reihe von Peripheriegeräten wie den Blu-ray Player, die Wii und noch andere Kleinigkeiten. Wenn ich also die magischen Worte „Hey Siri, schalte den Fernseher aus!“ spreche, dann ist gleich alles aus und stromlos. Praktisch.

Praktisch ist übrigens auch, dass man die Apple TV Fernbedienung wunderbar als Kommunikator, äh, Mikrofon für Siri nutzen kann. Einfach den entsprechenden Knopf drücken und den Befehl in die Fernbedienung sprechen. Man fühlt sich am Anfang dabei ein wenig doof, aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist es lässig 😉 So kann man auf jeden Fall ohne iPhone oder anderes iOS Gerät die Technik im Wohnzimmer steuern.

Zur HomeKit Familie ist noch ein Starter Kit von Philips Hue dazu gekommen: Eine Bridge mit drei farbigen LED Lampen. Letztere haben ihren Weg in eine Stehlampe, eine eigens dafür angeschaffte neue Tischlampe und einen kleinen Sockel hinter dem Fernseher (Stichwort: Ambient Light) gefunden. Nun lässt sich die Beleuchtung im Wohnzimmer sowohl farblich als auch in Bezug auf die Intensität stufenlos steueren.

Ein großer Vorteil von Apples HomeKit ist, dass die Apps, also unserem Fall die von Apple und die von Elgato, gegenseitig alle Geräte kennen und steuern können. Die Apple App ist dabei etwas allgemeiner, die Elgato App kann bei den eigenen Geräten mehr Details steuern und anzeigen. Die grundlegende Kontrolle über Elgato und Philips Gadgets hat man in beiden Apps. Die Hue App von Philips zeigt dagegen nur die eigenen Geräte, Bridge und Lampen, an.

Es war interessant zu beobachten, wie die restlichen Familienmitglieder auf die neue Technik reagiert haben. Von „is‘ mir total wurscht“ (die Katze) über anfängliches Misstrauen (Frau) bis zu totaler Begeisterung (die Kinder) gingen die Reaktionen. Man redet ja immer über die positive Unbedarftheit, mit der Kinder an so etwas herangehen. In diesem Fall konnte ich das mit eigenen Augen erleben. Während ich mich noch an den „langweiligen“ Sprachkommandos (an/aus) festhielt, forderte die Kurze Siri gleich mit mit einem „Mach das Licht grün“ heraus. Siri war brav, das Licht war grün und ich war begeistert. Unnötig zu erwähnen, dass die Farbe des Lichts im Wohnzimmer seitdem im Minutentakt wechselt. Die Palette der Töne, die Siri versteht, ist dabei erstaunlich groß.

Spannend finde ich auch die Möglichkeit, Szenen zu definieren, mit denen man Gruppen von Geräten gleichzeitig in einen definierten Zustand versetzen kann. Die erste, die ich angelegt habe, heißt „Glotzen“ und sie schaltet das Licht ein, reguliert Farben und Intensitäten der Lampen und aktiviert die Steckdose für den Fernseher. Leider bringt Siri noch nicht auf Kommando Bier und Knabberzeug – aber da arbeitet Apple bestimmt schon dran 😉 Entspannt ist es auf jeden Fall wenn man dann vor dem Schlafengehen nur noch „Gute Nacht“ in die Fernbedienung sprechen muss und mit einem Schlag alles ausgeht. Die Zukunft hat begonnen 🙂

Überlegungen für neue Erweiterungen sind: Die Thermostate im gesamten Erdgeschoss sowie der demnächst erscheinende Bewegungssensor. Da muss ich aber erst überlegen, ob es eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit gibt.

Tea, Earl Grey, hot!

Es ist eine der klassischen Szenen aus Star Trek – The Next Generation: Captain Jean Luc Picard geht entspannt zum Replikator, sagt die magischen Worte: „Tea, Earl Grey, hot!“ und wie durch Zauberhand materialisiert sich dort eine dampfende Tasse heißen Tees.

So weit ist es bei uns leider noch nicht, aber nachdem mir mit iOS 10 auf meinem iPhone die „Home“ App ständig verführerisch zuzwinkerte, habe ich begonnen, mit dem Thema Heimautomatisierung zu spielen.

Weil ich mit den Produkten von Elgato, im übrigen ein deutscher Hersteller, bisher gute Erfahrungen gemacht habe, habe ich mir ein selbst zusammengestellte Starterpaket aus einem Raumsensor, einer schaltbaren Steckdose und einem Heizkörperthermostat besorgt. Die Einsatzgebiete für Sensor und Thermostat sind offensichtlich, für die Steckdose suche ich noch die geeignete Anwendung … aber haben musste ich sie schon einmal 😉

Da in unserem Haus ein Apple-Biotop gedeiht, ist HomeKit der Standard, den ich nutze. Die Eve-Reihe von Elgato unterstützt dieses Protokoll und die Kopplung der Geräte ist, ganz Apple-like, ein Traum gewesen. Einfach App starten, Gerät hinzufügen und entweder den Koppelcode eingeben, oder – Kinnlade fällt das erste Mal – mit der Kamera aufnehmen. Der Code steht im Klartext auf dem Gerät und wird von der Kamera in Sekunden erkannt. Bäm! Fertig. Gerät ist gekoppelt.

Die Steckdose und der Sensor wollten danach noch ein Firmware Update haben, was die Elgato App auch in wenigen Minuten erledigt hatte. Letztere klinkt sich übrigens schön in die HomeKit Umgebung ein, so dass Geräte, die mit der Home App gekoppelt wurden auch direkt in der Elgato App sichtbar sind. Elegant gemacht. Die weitere Konfiguration beschränkte sich darauf, einen Raum anzulegen („Wohnzimmer“) und ihm die Geräte zuzuweisen.

Die Heizperiode hat noch nicht ganz begonnen, daher ist das Heizkörperthermostat noch arbeitslos, aber als ich das erste Mal die magischen Worte: „Hey Siri, wie ist die Temperatur im Wohnzimmer?“ sage und nach wenigen Worten die Antwort bekam, fühlte ich mich schon ein wenig wie auf der Enterprise 🙂

Der Fernzugriff auf die eigene Infrastruktur geschieht mittels eines Apple TV (4. Generation) oder seit iOS 10 auch mittels eines iPads, das jedoch ständig an und mit dem Stromnetz verbunden sein muss. Die Einrichtung ist ebenfalls trivial, weil nicht nötig. Das Apple TV muss lediglich in der iCloud hängen, den Rest erledigen die Geräte selbst untereinander. Einzige Voraussetzung ist, dass die Zwei-Faktor-Authentifizierung für iCloud aktiviert ist, was ich für durchaus sinnvoll halte.

In den nächsten Wochen werde ich ein wenig mit den Geräten herumspielen und Zeitpläne und „Szenen“ ausprobieren. Von Elgato gibt es übrigens noch Sensoren für Fenster und Türen, jedoch habe ich für uns noch keine sinnvolle Anwendung dafür gefunden. Ich werde berichten.

 

Alltägliche Schizophrenie

Als Apple damals den Fingerabdrucksensor für die Touch ID eingeführt hat, gab es einen großen Aufschrei. „Wir geben unsere Fingerabdrücke doch nicht an Apple!“ war allerorten zu vernehmen. Das war damals schon offensichtlich ein künstliches Sich-aufregen-wollen, denn wer in den letzten Jahren einmal ins Ausland geflogen ist, der hat mit ziemlicher Sicherheit bei der Einreise seine Fingerabdrücke abgeben müssen. Wenn man gar in die USA geflogen ist, musste man obendrein auch noch einen „Mugshot“ machen lassen, sozusagen ein präventives Fahndungsbild. Wer sich also um die Privatsphäre seiner Fingerabdrücke Sorgen macht, dem sei gesagt: Mit außerordentlich großer Wahrscheinlichkeit hat die NSA die ohnehin bereits in ihrer Datenbank – kein Grund sich viele Gedanken um Apple zu machen.

Die alltägliche Schizophrenie zeigt sich jedoch in diesen Tagen besonders deutlich. Apple tut offensichtlich alles, um die im iPhone gespeicherten Fingerabdruckdaten zu sichern. Wenn von Dritten der Fingerabdrucksensor manipuliert (also beispielsweise ausgetauscht) wird, dann verweigert das Telefon fürderhin die Arbeit – theoretisch wäre es ja möglich, dass es jemand auf die sensiblen Daten abgesehen hat oder den gespeicherten Fingerabdruck missbrauchen will.

Zugegeben, das iPhone komplett lahmzulegen, schießt etwas über das Ziel hinaus. Das hat auch Apple eingesehen und einen Patch bereitgestellt, mit dem sich deaktivierte Telefone wieder gangbar machen lassen. Der Touch-ID-Sensor bleibt jedoch – mit Fug und Recht, wie ich finde – deaktiviert. Der Tenor in der Presse sieht diese Einschränkung als Wermutstropfen – frei nach dem Motto: Wasch mich, aber mach mich nicht nass …

Mir bleibt wieder einmal nur, den Kopf darüber zu schütteln.

Wenn doch nur alles so wär‘ … (wie AppleCare)

Das 5W Netzteil meines iPhones macht Probleme. Kann passieren – Shit happens. Nach wenigen Minuten Textchat mit einem Apple Mitarbeiter (auf den ich keine 10 Sekunden warten musste) bekomme ich die Zusage, dass das Teil ausgetauscht wird. Noch am selben Tag erhalte ich eine E-Mail, dass das neue Netzteil unterwegs sei. Ablauf und Zeitaufwand: Vorbildlich.

Nun ist das Teil heute noch immer nicht da – offensichtlich wurde es mit der Briefpost versandt. Dennoch erinnert mich Apple freundlich daran, dass ich das defekte Teil zurücksenden soll (geht aber nicht ohne Retourenaufkleber). Und dann steht ja auch noch die Kaution im Raum, die sie auf meiner Kreditkarte geblockt haben.

Diesmal ein Anruf bei AppleCare. Weil ich vor längerer Zeit schon meine Rufnummer hinterlegt und zugestimmt habe, dass die Apple Support Hotline mich an der Telefonnummer erkennen darf, läuft das Gespräch wie folgt ab:

Apple Automat: „Tuuut … ratter, ratter … Hallo Carsten, rufen Sie wegen einer aktuellen Reparatur an?“

Ich: „Ja!“

Apple Automat: „Ok, ich verbinde Sie zu einem Mitarbeiter, der Ihnen weiterhelfen kann.“

Keine 10 Sekunden später:

Apple Mitarbeiterin: „Hallo, mein Name ist XYZ. Wie kann ich Ihnen weiterhelfen?“

Es gab 1-2 Dinge zu klären, jetzt weiß ich, dass der Briefversand von Apple auch mal ein paar Tage länger dauern kann (kein Problem!) und dass ich das defekte Netzteil (natürlich) dann zurückschicke, wenn das neue da ist. Um meine Kaution muss ich mir keine Sorgen machen. Mein Resumée:

  • Dauer, bis ich eine Mitarbeiterin am Rohr hatte: Geht nicht besser.
  • Kompetenz, Freundlichkeit und Motivation, mein Problem zu lösen: Vorbildlich
  • Ergebnis: Ich habe alle Infos, die ich brauche, mein Problem ist erstmal gelöst.

Danke, Apple! Wenn doch nur alle Service Hotlines so gut wären, wie Eure. Und jedes Mal, wenn ich beim Kauf eines Eurer Gadgets etwas mehr Geld auf den Tisch lege, als bei der Konkurrenz, denke ich mit einem wohligen Schauer auf dem Rücken daran, dass ich es gerne tue – weil Eure Produkte einfach hübscher aussehen, eine fantastische Qualität haben und weil Ihr mich auch bei Problemen nicht am langen Arm verhungern lasst.

Mac OS X: Mehrere E-Mail Adressen mit einem Account in Apple Mac Mail verwenden

Beim Einrichten einer neuen E-Mail Adresse bin ich gerade über eine interessante Neuerung in Mac OS X 10.11 El Capitan gestolpert. Beim Anlegen von Aliasen für E-Mail Konten (also wenn Mails an verschiedene E-Mail Adressen in ein und demselben Postfach landen) muss man sich nicht mehr mit dem hier beschriebenen Trick behelfen – es gibt jetzt eine saubere und ordentliche Möglichkeit, Aliase für Postfächer zu definieren. Und das Beste: Man kann im Gegensatz zu früher auch den Anzeigenamen für jedes Alias einzeln festlegen 🙂

Wie geht es? Ganz einfach: Man öffnet die Einstellungen von Mail (⌘,), geht dort auf Accounts und wählt den entsprechenden Account aus. Im Tab Accountinformationen gibt es ein neues Dropdown mit der Bezeichnung Alias. Dort kann man die neuen Aliase eintragen. Diese stehen dann direkt beim Verfassen neuer E-Mails zur Verfügung. Praktisch.

apple-mail-alias

Warum ich Apple Produkte mag

Warum ich die Produkte von Apple mag und sie jedem Microsoft/Samsung/Google Krempel vorziehe? Ein Grund ist dieser:

Das über sechs Jahre alte MacBook Pro meiner Schwiegermutter hat seinen Geist aufgegeben – trotz seines Alters hätte es übrigens immer noch unter dem aktuellen OS X laufen können. Aber shit happens.

Festplatte ausgebaut, ins externe USB Dock gesteckt, einfach irgendeinen(!) anderen Mac im Haus von der nun externen Platte gebootet – et voilà: Das gerade noch gestorbene System ist zumindest zeitweise wieder zum Leben erwacht, damit ich die Daten sichern und umziehen kann. Kleine Randbemerkung: Die Nummer hatte insgesamt schon etwas von „Ghost – Nachricht von Sam“ 😉

Musste ich einen Treiber installieren? Nö. Hochfahren im Safe-Mode? Keine Spur. Irgendwelche Klimmzüge, um von der externen Platte zu booten? Nicht die Bohne. Der andere Mac ist einfach mit dem alten System hochgefahren, als hätte er nie etwas anderes gekannt. Ist übrigens ein iMac von 2007, der unter Yosemite (bald unter El Capitan) läuft 😀

Die ganze Sache war in fünf Minuten erledigt. Danke, Apple!

Über Glasfasern und Apple

Warum ich Apple Produkte liebe? Weil sie einfach funktionieren und schon heute Probleme lösen können, die ich erst morgen haben werde. Aber der Reihe nach. Vor einiger Zeit hatte ich über eine kleine Odyssee in Sachen FTTH und Glasfaseranschluss berichtet. Heute ist die Zeit reif für ein kleines Update.

Die Glasfasern sind inzwischen verbuddelt und die Anschlussdose für das Fiber-Modem sitzt da wo sie sein soll. War ein längerer Prozess, bei dem ich gefühlt 25 verschiedene Angestellte der Telekom und ihrer Subunternehmen kennenlernen durfte, die sich im Schnitt alle drei Tage bei uns gemeldet haben, um wieder einen Handgriff an unserem FTTH Anschluss zu machen. Ohne Witz – alleine um zwei Kästchen im Keller zu montieren und anzuschließen waren vier Telekomiker bei uns, wovon einer tatsächlich nur den Kasten mit drei Schrauben an die Wand gedübelt und sich anschließend direkt wieder getrollt hat. Naja … nicht mein Problem. Nun ist der Anschluss also fertig „gebaut“, wie es die Telekom so schön nennt, und ich harre der Dinge, die da kommen, namentlich der Aktivierung des neuen Internetanschlusses mit „konkret Lischtgeschwindigkeit“.

Das Ausharren gehört nun aber nicht wirklich zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, weshalb ich mich heute, ca. drei Wochen nachdem der letzte Techniker die letzten Schrauben in meiner Wand versenkt hat, telefonisch an die Glasfaserhotline der Telekom gewendet habe – bisher habe ich ja gute Erfahrungen gemacht, warum sollte es also auch diesmal nicht von Erfolg gekrönt sein.

Nach einem wirklich kurzen Zwischenspiel der Warteschleife teilt mir die erste Telekommitarbeiterin mit, dass sie mich in die Fachabteilung weiterleitet. Ok, kein Problem. Nach ebenfalls kurzer Wartezeit nimmt mich der Kollege in Empfang, legitimiert mich mit Kundennummer und Adresse und stellt fest, dass er in der Fachabteilung rückfragen  muss. Häh? Da bin ich doch schon, oder? Nun gut.

Nach einer deutlich längeren Wartezeit meldet sich ein schon von Anfang an leicht genervt klingender Herr, der mich routiniert noch einmal legitimieren möchte. Meinen Einwand, dass sich eigentlich sein Kollege nur mal schlau machen wollte und ihm wenn schon, dann eigentlich meine Daten hätte geben müssen, lässt er nicht gelten. Leicht irritiert lasse ich die Legitimation noch einmal über mich ergehen. Anschließend stellt er fest, dass mein FTTH Anschluss laut System noch nicht fertig gebaut ist. Nachdem ich ihm glaubhaft versichert habe, dass sich neben mir eine durch den Telekom Service angebrachte Anschlussdose für das Glasfasermodem befindet, lässt er sich erweichen, an die Fachabteilung (aha!) weiterzumelden, dass der Anschluss fertig sei. Die würden sich dann mit mir in Verbindung setzen. Auf meine Bemerkung, dass ich den FTTH Anschluss gerne parallel zu meinem Kupferanschluss geschaltet haben möchte, um im unwahrscheinlichen Fall, dass die Umstellung nicht auf Anhieb funktioniert, nicht ohne Telefon und Internet dazusitzen, reagiert er mürrisch. Er wisse nicht, ob das überhaupt geht. Da müsste ich ja dann wohl einen kompletten Neuanschluss beantragen. Aber er vermerkt es in der Datenbank. Immerhin.

Meine Schlussfrage, wann wie lange es größenordnungsmäßig erfahrungsgemäß dauert, bis sich jemand meldet („Tage, Wochen oder Monate“) lässt ihn empört mit Metaphern um sich werfen, deren Aussage wohl sein soll, dass er mir das wirklich nicht beantworten kann. Ich habe nach den ersten paar Sätzen aufgehört, ihm zuzuhören. Um längere Diskussionen zu vermeiden kratze ich meinen verbliebenen Rest an Selbstbeherrschung zusammen, bedanke ich mich artig und lege auf.

Zwischenfazit: Offensichtlich kann die Qualität des kaufmännischen Teils der Telekom Glasfaser-Hotline nicht mit der des technischen Teils, mit dem ich das letzte Mal gesprochen hatte, mithalten. Schade auch.

Zu meiner großen Überraschung klingelt jedoch einige Stunden später das Telefon und eine Mitarbeiterin des Glasfaserteams (ist das jetzt die Fach-Fach-Fach-Abteilung oder doch nur die Fach-Fach-Abteilung?) meldet sich mit der Bemerkung, dass der Kollege (war wohl der Muffi-Schlumpf von vorhin) etwas konfuse Notizen in die Datenbank geschrieben hat, und sie sich lieber mal direkt melden wollte. Ich bin begeistert. Es scheint doch noch vereinzelt aufmerksame Mitarbeiter im Telekom Konzern zu geben. Tatsächlich stellt sich heraus, dass die Dame Teil des „kleinen aber feinen Teams“ ist, das die Anschlüsse tatsächlich bucht. Zusätzlich zu ihrer offensichtlich vorhandenen kundenfreundlichen Ader ist sie auch im Rahmen ihres Fachgebiets kompetent. Ein Glückstreffer. Natürlich kann sie mir nicht alle Fragen, mit denen ich sie bombardiere, bis ins letzte Detail beantworten, aber das ist schon ok – schließlich reichen die über gefühlte 25 verschiedene Disziplinen der Telekommunikation.

Der Wermutstropfen: Die Telekom sieht sich nicht in der Lage, einen neuen FTTH Anschluss zu buchen und den alten Entertain noch einen Monat laufen zu lassen, ohne dass ich die volle Vertragslaufzeit (immerhin noch über ein Jahr) des Entertain Anschlusses bezahlen muss. Ich äußere meine Unzufriedenheit, doch selbst dafür hat die nette Dame am anderen Ende der Leitung Verständnis, und stimmt mir zu, dass das nicht sonderlich kulant sei, ihr seien jedoch die Hände gebunden. Nach einem wirklich netten Gespräch, in dessen Verlauf sie mir tatsächlich noch ihre direkte Telefonnummer gegeben hat (Nicht die, die Sie jetzt denken! Die geschäftliche!) falls ich noch Fragen hätte, bedanke ich mich vielmals. Mit dem abschließenden Hinweis, dass ich mir nun einen Plan B ausdenken müsste, lege mit etwas mehr Glauben an das Gute im Telekom-Menschen auf.

Wie soll nun also mein Plan B aussehen? Die Telekom bietet keine Internettarife ohne Mindestlaufzeit an. Und andere Provider will ich nicht involvieren – das endet nur im Chaos. Da fällt mir ein, dass mit dem neuen iPhone das Tethering („Persönlicher Hotspot“) doch funktionieren müsste. Und da wir hier einen guten UMTS und sogar LTE Empfang haben, sollte es doch im schlimmsten Falle eines Falles möglich sein, das iPhone mit dem Mac zu verheiraten und zumindest E-Mail und Internet nutzen zu können.

Das muss ich gleich mal ausprobieren! Flugs am iPhone den Hotspot aktiviert und in den Netzwerkeinstellungen des Macs den Ethernetanschluss deaktiviert, um den persönlichen Hotspot zu testen. Doch was ist das? In meinen Netzwerkeinstellungen taucht ein neues Gerät mit dem Namen „iPhone-USB“ auf. USB? Ach ja! Das iPhone hängt ja gerade zum Laden am Kabel. Brauche ich etwa noch nicht einmal das WLAN zu aktiviere? Die Antwort war nur noch einige Klicks entfernt. Ethernet getrennt, iPhone-USB aktiviert, et voilá … das kabellose Internet zuhause funktioniert einwandfrei und schnell. Danke Apple! Jetzt kann ich wieder ruhig schlafen, bis der Tag der Umstellung naht. Den konnte mir die freundliche Glasfaserexpertin übrigens auch ungefähr nennen: Anfang bis Mitte Februar. Vielen Dank. Genauer wollte ich es auch von Anfang an tatsächlich nicht wissen 🙂

Innovator vs. Mitläufer

Letzte Woche habe ich noch über die dramatisch ehrliche Aussage von Microsofts Chefstrategen geschrieben – diese Woche wird Phil Schiller, Marketingchef von Apple, in einem Artikel bei giga//mac mit folgenden Worten zitiert:

Zu Windows 8 wollte sich Schiller übrigens nicht äußern: “In erster Linie denken wir darüber nach, was wir machen und nicht, was andere tun.”

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen 🙂

Mitläufer vs. Innovator

Gerade in einem Artikel auf Heise Online gelesen:

„Wir agieren jetzt fast 40 Jahre in der am härtesten umkämpften Industrie der Welt, wir mussten gegen jede gute Idee auf diesem Planeten kämpfen, der Wagniskapitalgeber das Geld hinterhergeworfen haben, und wir sind immer noch hier“

So wird in dem Artikel Microsofts Chief Research and Strategy Officer (also der Chefforscher- und stratege) zitiert. Genau aus diesem Grund ist Microsoft, was Innovation angeht nur Mittelmaß, während andere den Mut aufbringen, selbst Neues zu wagen. Ich hätte es schöner nicht ausdrücken können 🙂