YouTube Video Thumbnails

YouTube ThumbnailIch bin gerade dabei, mich intensiv mit YouTube auseinanderzusetzen, weil ich für den Essenzenladen einen eigenen Kanal gestartet habe. Dabei bin ich auf das Problem gestoßen, dass die Thumbnails für die einzelnen Videos auf YouTube selbst in einem Seitenverhältnis von 16:9 dargestellt werden, wenn man jedoch den RSS Feed für den Kanal abruft, kommen die Thumbnails mit einem Seitenverhältnis von 4:3, was für unschöne schwarze Balken oben und unten sorgt …

Man kann ja für jedes Video einen individuellen Thumbnail hochladen, jedoch betonen alle Hinweise, die ich im Netz gefunden habe, immer, dass man unbedingt die Bilddateien mit einem Verhältnis von 16:9 anlegen muss, was bei mir zu einigem Kopfzerbrechen geführt hat, weil ich den RSS Feed als Datenquelle für die Startseite des Shops benutze und da die Thumbs natürlich wie geleckt aussehen müssen.

Die Lösung für das Problem ist jedoch ganz einfach: Wenn man einen individuellen Thumbnail mit einem Seitenverhältnis von 4:3 anlegt, also mindestens 640 x 480 px, und hochlädt, dann wird dieser für die Anzeige auf YouTube automatisch auf ein Seitenverhältnis von 16:9 (entspricht 640 x 360 px) beschnitten, d.h. es wird oben und unten jeweils ein Streifen von 60 Pixeln weggelassen. Im RSS Feed kommt jedoch die vollständige(!) Datei mit ihren 640 x 480 px. Alles, was noch zu tun war, war die Thumbs so anzulegen, dass sie das Beschneiden vertragen und sowohl in 16:9 als auch in 4:3 gut aussehen.

Manchmal kann das Leben auch ziemlich einfach sein 🙂

Katastrophenvoyeurismus

Wieder ist etwas Schreckliches passiert und wieder überschlägt sich das Netz. Schon wenige Minuten nach den Explosionen sind die ersten Bilder und Videos in den Social Networks zu finden. Trümmer, Qualm, verstörte Menschen.

Die Journalisten sind nur allzu begierig, die angeborene Sensationslust der Menschen im Stakkato mit Livestreams und Tweets aus Brüssel zu befriedigen. Da werden Bilder von Menschen gepostet, die entgegen jeder Vernunft zu Fuß auf der Autobahn vom Anschlagsort fliehen, nur um zu belegen, dass sich Belgiens Hauptstadt im Ausnahmezustand befindet. Als ob wir das nicht auch so gewusst hätten. Spiegel Online postet auf seiner Facebook Seite ein direkt nach der Explosion aufgenommenes Amateurvideo, das vorab eine Warnung enthält: „Warnung: Das folgende Bild- und Tonmaterial kann auf manche Zuschauer verstörend wirken“. Fast hat man den Eindruck, das sowohl die Berichtenden als auch die Konsumierenden nur darauf gewartet haben, endlich wieder den Nervenkitzel einer Katastrophe zu spüren. Wahrscheinlich ist auch deshalb kaum etwas von sachlicher, unaufgeregter Berichterstattung zu spüren. Alle sind im Katastrophenfieber.

Im Verlauf des Tages kommen dann im TV die „Experten“ zu Wort, die uns erklären, warum wir alle jederzeit und überall potenzielle Anschlagsopfer sind, während sich in Facebook, Twitter & Co. die in solchen Fällen immer zu findenden Hauptströmungen austoben: Plakativ demonstrierte Betroffenheit à la „Je suis …“ und rechthaberische Hetze im Stil von „Ich hab’s ja gesagt: Der Islam ist gefährlich“ – und alle dunkelhäutigen Menschen mit Bart sollte man am besten gleich wegschließen, ausweisen oder noch Drastischeres.

Reflexartig geschieht nach Anschlägen, Naturkatastrophen oder anderen Ereignissen mit großem „medialen Potenzial“ immer das Gleiche: Wir werden überflutet mit Bildern und Tönen vom Ort des geschehens – in Farbe und wahrscheinlich demnächst auch 3D – und viel zu viele sitzen vor ihren Geräten, lassen sich berieseln und genießen den Nervenkitzel mit dem wohligen Gefühl im Bauch, dass es sie ja (wieder) nicht erwischt hat.

Auf meinen Kommentar zu einem Bild, das ein zum Tatort eilender Reporter getwittert hatte und das mich zu der Aussage „Katastrophenvoyeurismus“ verleitete, erhielt ich die Antwort, dass es dokumentiert werden müsse, wenn die Situation eine solche Dimension erreicht habe, dass es offensichtlich keine funktionierenden Verkehrsverbindungen mehr gibt. „Muss“ das wirklich von Journalisten in den sozialen Netzwerken dokumentiert werden? Nutzt das den Menschen? Oder würde es nicht ausreichen, wenn man, nachdem sich die ersten Wogen geglättet haben, im Nachhinein reflektiert und sachlich darüber berichtet. Auf jeden Fall zeigt es, dass die Berufsjournalisten die Lust an der Katastrophe leider bereits genauso verinnerlicht haben, wie ihr sensationsgieriges Publikum.

Ich selbst bin ein großer Fan von Internet und sozialen Netzwerken. Ich denke, dass die heute nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Kommunikation das Potenzial haben, die Welt zum Besseren zu verändern. Wie bei jeder neuen Technologie braucht es jedoch Zeit, bis sich die Gesellschaft mit ihren Wertvorstellungen daran angepasst hat, bis etabliert ist, was akzeptabel und was nicht mehr akzeptabel ist. Momentan sind die meisten im Rausch der sekundenaktuellen Bilder und Töne, einfach nur, weil es jetzt möglich ist. Es gibt jedoch Situationen in denen es besser wäre, das multimediale Ventil ein wenig zu drosseln, bis sich die Lage beruhigt hat. Brüssel wäre ein solcher Fall gewesen.

Meine eigene Konsequenz gestern war es, darauf zu verzichten, die mediale Flut zu konsumieren. Wenn sich die große Aufregung gelegt hat, werde ich mir eine Quelle suchen, in der ich die Fakten nachlesen kann. Und in der Zwischenzeit werde ich mein Leben leben, ohne meine Betroffenheit (die ich durchaus spüre) in die Welt zu schreien oder rechte Parolen (die ohnehin nicht meinem Weltbild entsprechen) zu verbreiten. Ich habe schon vor langer Zeit für mich entschieden, dass es oft gesünder ist, Medien dosiert zu konsumieren – vor allem hilft es mir aber dabei, mein Leben mit viel weniger Angst zu leben, denn (wie ein schöner Spruch auf Facebook letztens proklamiert hat): 99% der Dinge, um die wir uns Sorgen machen, werden niemals geschehen.

P.S.: Da ich persönlich nichts tun kann, um den betroffenen Menschen in Brüssel direkt zu helfen, leiste ich meinen Beitrag, indem ich dafür sorge, dass ich keine Angst habe, denn das ist eines der Hauptziele solcher Attentäter.

Die Schattenseiten der Plutokratie

Spiegel Online berichtet gerade darüber, dass Ex-Porsche-Boss Wiedeking und sein damaliger Komplize Finanzvorstand Härter vom Vorwurf der Marktmanipulation im Zuge der versemmelten VW-Übernahme freigesprochen wurden. Mal abgesehen davon, dass ich als Porsche Aktionär den Typ für den entstandenen Schaden in Regress nehmen würde, gibt es eine Formulierungsänderung, die den Artikel deutlich ehrlicher machen würde, und die ich hiermit offiziell vorschlage. Der Satz

Daraufhin stieg der Wert einer VW-Aktie binnen zwei Tagen etwa um das Fünffache. Investoren, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, verloren riesige Summen.

sollte ehrlicherweise wie folgt geändert werden:

Daraufhin stieg der Wert einer VW-Aktie binnen zwei Tagen etwa um das Fünffache. Investoren Zocker, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, verloren riesige Summen.

Wenn diejenigen, die damals riesige Summe verloren haben, wobei es sich vermutlich noch nicht einmal um ihr eigenes Geld gehandelt hat … wenn also diese Zocker etwas Sinnvolleres mit ihrer Zeit angestellt hätten, statt auf fallende Kurse zu wetten, dann müssten sie im Nachhinein nicht jammern. Wenn man wettet, dann gibt es eine große Chance, dass man verliert – das weiß jeder, der schon einmal auf der Pferderennbahn war. Unter einem Investor stelle ich mir jedoch einen Menschen vor, der Kapital besitzt und es in eine Firma, eine Idee oder (ganz abgefahren) in etwas steckt, das dem Gemeinwohl dient. Aber vielleicht bin ich einfach zu naiv.

Ich habe jedenfalls schon lange den Eindruck, dass das Finanzsystem sich zu einer Art Parallelwelt entwickelt hat, die mit der realen Welt nichts mehr zu tun hat und die sich selbst genug ist. Grund genug für mich, mich da komplett rauszuhalten.

Lichtstarker Prügel

Sigma 70-200 mm F2.8

Nach langer und reiflicher Überlegung war heute mal wieder Weihnachten für mich, und das mitten im März. Nachdem in in letzter Zeit immer wieder Fotos auf der Judomatte gemacht hatte und der Frust über die schlechten Lichtverhältnisse kontinuierlich gewachsen war, habe ich mir endlich ein gescheites, lichtstarkes Objektiv zugelegt, und zwar das Sigma 70-200 mm F2.8.

Alter Schwede! Was für ein Prügel! Und mit der Streulichtblende inkl. Verlängerung für den APS-C Sensor meiner Canon sieht das Ganze eher aus wie ein Raumschiff als wie ein Objektiv. Jetzt warte ich nur noch auf die nächste Gelegenheit, das Teil auch unter Realbedingungen zum Einsatz zu bringen …

Sigma 70-200 mm F2.8
Raumschiff Sigma 2.8 ist bereit zum Start …

No, we can’t. Or … can we?

In unserer Gesellschaft wird Leistung verehrt wie das goldene Kalb. Wer (in den Augen der anderen) nichts leistet, ist nichts wert. Noch mehr verehrt werden diejenigen, die besonders hart zu sich selbst sind und ohne zu zaudern und zu zagen ihre Zielen verfolgen …

Ich selbst halte von diesem Ideal nichts, denn es ist überzeichnet und gibt vielen wichtigen Aspekten des Menschseins – Mitgefühl, Liebe, „Sein“ – zu wenig Raum.

Aber: Wie immer steckt darin ein wahrer Kern und wenn man den virtuellen Lautstärkeregler des überzeichneten Ideals ein paar Stufen zurückdreht, dann kann man leicht erkennen, dass das Bild des „Machers“ sehr wertvoll ist, ja für die eigene Entfaltung und Entwicklung sogar unabdingbar.

In „esoterischen Kreisen“ wird viel Wert auf Meditation, Stille und „sein statt tun“ gelegt. Auch wenn ich grundsätzlich zustimme, dass diese Aspekte im Alltag bei fast allen zu kurz kommen, bin ich dennoch der Meinung, dass es genauso hinderlich ist, das Tun zu vernachlässigen. Menschen neigen dazu, in Extremen zu denken, doch die Natur zeigt, dass Extreme die große Ausnahme sind. Dementsprechend glaube ich, dass die Welt weder so gemeint ist, dass wir „im Schweiße unseres Angesichts unser täglich Brot verdienen müssen“ (es darf auch leicht gehen) noch befinden wir uns im Schlaraffenland, in dem uns die gebratenen Tauben von selbst in den Mund fliegen (wir müssen aktiv handeln, um das zu erreichen, was wir wollen).

Ich glaube, dass jeder Mensch mit einer grundlegenden charakterlichen Konstitution auf die Welt kommt. Ich bin jedoch auch davon überzeugt, dass man diese verändern kann. Ein Beispiel für so einen konstitutionellen Charakterzug ist die Art und Weise, wie wir automatisch (also initial und ohne darüber nachzudenken) auf Herausforderungen reagieren.

Manche Menschen, dazu gehöre ich auch, denken, wenn sie mit einem Hindernis konfrontiert sind, zuerst in die Richtung: „Was muss ich tun, um das Hindernis zu umgehen oder zu beseitigen?“ Anderen Menschen gehen in so einer Situation zuerst die Gründe durch den Kopf, warum sie das verfolgte Ziel aufgrund des Hindernisses auf gar keinen Fall mehr erreichen können. Beide Charakteristika kann ich immer wieder in unterschiedlich deutlichen Ausprägungen im Alltag sehen.

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier nur über eine Prädisposition rede, das heißt, der Mensch, der dazu neigt den Stier bei den Hörnern zu fassen wird (hoffentlich) erkennen, wenn es Zeit ist, das Ziel zu verändern, weil die Hindernisse einfach zu groß sind, und derjenige, der sich zuerst machtlos fühlt, wird hoffentlich doch noch ins Handeln kommen, damit er nicht vor jedem kleinen Problem kapitulieren muss.

In einer Zeit, in der es für alle Menschen darum geht, sich zu entfalten und den eigenen Lebensplan umzusetzen, um letztlich glücklich zu sein, ist es natürlich ziemlich unpraktisch, wenn man zuerst immer darüber nachdenkt, warum etwas nicht funktionieren kann, anstatt Wege zu suchen, wie es das doch tut. Deshalb ist es mir heute ein Bedürfnis, Sie zum Nachdenken anzuregen. Stellen Sie sich doch einmal die folgenden Fragen- einfach nur zum Spaß:

  • Wie ist üblicherweise meine erste automatische Reaktion, wenn ich mich mit einem Hindernis konfrontiert sehe?
  • Falls ich dazu neige, zuerst die Dinge zu sehen, die verhindern, dass ich mein Ziel erreiche: In welchen Situationen hat das dazu geführt, dass ich ein Vorhaben aufgegeben habe, obwohl es im Nachhinein betrachtet vielleicht doch einen gangbaren Weg gegeben hätte?
  • Was kann ich tun, um meinen Blickwinkel zu verändern?

Ich denke, es wird mir niemand widersprechen, wenn ich sage, dass es für die persönliche Entfaltung und das eigene Glücklichsein hilfreicher ist, zuerst einmal anzunehmen, dass ein Ziel erreichbar ist, und bei Hindernissen nach Lösungen zu suchen, als wenn man von vorneherein daran zweifelt und sich beim ersten Problem selbst sagt: „Ich wusste doch, dass es nicht funktionieren kann!“

Der Winter ist zwar noch nicht ganz vorbei, dennoch möchte ich heute zu frühlingshaftem Mut zum Optimismus aufrufen. Wenn es nicht schon so ausgelutscht wäre, würde mir sogar ein „Yes, we can“ aus der Feder fließen 😉

Der Spruch „Wo ein Wille ist, ist ein Weg“ drückt es ziemlich gut aus, wenn man ihn ein wenig relativiert, indem man erkennt, dass es sinnvoll ist, den eigenen Willen zu modifizieren, wenn man feststellt, dass man gerade „mit dem Kopf durch die Wand“ will. Wie bei allem im Leben sind Extreme auf die Dauer schädlich. Auf das richtige Gleichgewicht zwischen Durchsetzungskraft und Nachgiebigkeit kommt es an.