So war Australien – eine Zusammenfassung

Noch bin ich am Airport in Sydney, aber von der Annahme ausgehend, dass mein Rückflug ähnlich glatt verläuft wie der Hinflug, schreibe ich schon einmal mein Resümee der Reise zusammen. Um es dem geneigten Leser etwas leichter zu machen, nicht unbedingt alles von vorne bis hinten lesen zu müssen, werde ich Zwischenüberschriften verwenden 😉

Hin- & Rückflug

Ich habe Lufthansa gebucht, weil ich unbedingt meine vorhandenen Prämienmeilen für ein Upgrade auf die Business Class nutzen wollte. Der Flugpreis ist dadurch ein wenig teurer geworden, jedoch hat sich das Upgrade mehr als gelohnt. Den zweiten Teil der Strecke, Hong Kong – Sydney und umgekehrt, konnte ich leider nicht upgraden, weil er von Cathay Pacific durchgeführt wurde, aber der Komfort auf der etwas längeren Strecke von und nach Frankfurt hat das so gut wettgemacht, dass ich die knapp neun Stunden in der Economy Class gut überstanden habe. Tipp: Sammelt Meilen und bucht auf Langstreckenflügen Upgrades.

Ankunft in Australien

Das Visum kann man sehr gut von zuhause aus online beantragen. Es ist kostenlos und bei mir war es innerhalb weniger Stunden ausgestellt. Die Einreise war auch völlig problemlos, allerdings legen die Aussies viel Wert darauf, das man mitgebrachtes vollständig deklariert. Bei mir waren das mehrere Tüten mit Nüssen aus meiner Wegzehrung. Sie wollen nicht, dass Pflanzen und Krankheiten aus anderen Kontinenten eingeschleppt werden. Kann man ja auch nachvollziehen.

Sprache, Kultur und Mentalität

In Australien spricht man ein English, das eher „british“ klingt, als alles andere. Es ist in der Regel gut zu verstehen, außer wenn man jemand mit einem heftigen Akzent vor sich hat, der auch noch schnell spricht. Auch ansonsten hat mich die Zeit in Australien zurückversetzt in meine Schulzeit, als wir von der 5. Klasse an alles in feinstem Oxford-English gelernt haben, einschließlich des dazu passenden Vokabulars. In Australien gibt es keine „pants“, man trägt „trousers“. Der Kofferraum wird „boot“ genannt und nicht „trunk“. In der Bahn wird man gebeten, seinen „rubbish“ doch bitte wieder mitznehmen, und wenn man Pipi muss, geht man auf’s „loo“.

Grinsen musste ich, als ich in natura erlebt habe, was mein Freund Daniel aus den USA immer scherzhaft über die Engländer sagt. Wenn sie etwas mögen, sagen sie: „ That’s not too bad.“ Und wenn etwas so toll ist, dass sie schier aus dem Häuschen sind, sagen sie „That’s not too bad at all!“ 😉

Ansonsten bin ich in Australien ausschließlich freundlichen und offenen Menschen begegnet. Die Standardbegrüßung und -verabschiedung ist „Cheers, Mate!“ oder „G’day“. Auch zwischendrin schleicht sich in die Sätze immer wieder ein „Mate“ ein, was soviel wie „Kumpel“ bedeutet und die Konversation auf angenehme Art informell macht. Nettes Völkchen, die Australier.

Bargeld oder Kreditkarte?

Bargeld wird in Sydney gern genommen, jedoch kommt man auch sehr gut ohne, also nur mit einer Kreditkarte aus. Es kommt jedoch regelmäßig vor, dass Geschäfte einen Aufschlag von 1-1,5% für Kartenzahlungen nehmen oder einen Mindestumsatz dafür verlangen. Zusätzlich sollte man bedenken, dass je nach Bank weitere Gebühren für den Auslandseinsatz der Karte anfallen. Ich habe während meiner Reise vor allem die N26 Karte genutzt, da die im Gegensatz zu Miles & More auf die Zusatzgebühr verzichten.

Ein wahres Fest war es für mich, ausgiebig Apple Pay mit der Apple Watch zu nutzen. Ich habe es kein einziges Mal erlebt, dass Apple Pay nicht funktioniert hat, einschließlich des Getränkeautomaten am Flughafen, an dem ich mir gerade noch ein Wasser geholt habe. Es ist unglaublich komfortabel, einfach die Uhr hinzuhalten und damit zu bezahlen. Und das Konzept, das Apple sich in puncto Sicherheit ausgedacht hat, überzeugt mich auch. Danke Apple!

Straßenverkehr

Ja, in Australien fährt man auf der „falschen“ Seite. Es dauert ein paar Tage, sich daran zu gewöhnen, dass auch die Fußgänger automatisch nach links gehen, wenn sie sich gegenseitig ausweichen, aber dann geht es einem schnell in Fleisch und Blut über. Wer das erste Mal in ein Auto steigt, bei dem sich das Steuer auf der Beifahrerseite befindet, der sollte sich nicht unbedingt gleich in den Großstadtverkehr von Sydney stürzen. Es ist jedoch problemlos, das auf weniger befahrenen Straßen zu tun, beispielsweise in Yulara, so wie ich das getan habe. An das Linksfahren gewöhnt man sich dann recht schnell, auch wenn es eine konstante erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.

ÖPNV in Sydney

Im Großraum Sydney kann man alle Verkehrsmittel – Bus, Bahn, Straßenbahn, Fähren – mit der Opal Card nutzen. Das Coole ist: Man braucht die Karte inzwischen gar nicht mehr. Es reicht, eine NFC-fähige Kreditkarte zu haben, oder eben eine Apple Watch 😊 Beim Einsteigen macht man ein „Tap in“, hält also die Karte an den Leser, beim Aussteigen das Gleiche als „Tap out“ noch einmal. Fertig. Und die Fahrpreise sind bis auf die hohe Airport Fee echt sehr moderat. Bis 10 km zahlt man etwa 2 EUR für eine Fahrt und niemals mehr als 10 EUR pro Tag oder 30 EUR die Woche. Alles was drüber ist, wird gekappt. Sehr fair.

Ansonsten sind die Verkehrsmittel in Sydney super pünktlich und sauber und auch die Stationen sind gut in Schuss. Es macht wirklich Spaß, sich auf diese Art und Weise in Sydney zu bewegen.

Essen & Trinken

Restaurants sind in Sydney insgesamt sehr teuer. Für ein kleines Hauptgericht mit einem Getränk ist man schnell 35 Dollar, also etwas mehr als 20 EUR los. Auch Cafés sind recht teuer. Gleiches gilt für einen Espresso zum Mitnehmen oder, noch schlimmer, ein Bier. Ein Glas kostet schnell mal 9 Dollar (etwa 5,50 EUR). Das sollte man unbedingt mit einkalkulieren, wenn man einen Urlaub in Sydney plant.

Eine preiswerte Alternative zum Restaurantbesuch sind die vielen Foodcourts und kleinen Straßenimbisse, bei denen man für 7-8 EUR eine leckere und sättigende Mahlzeit kaufen kann. Alkoholische Getränke sind jedoch durch die Bank deutlich teurer als in Deutschland, auch in Läden.

Das Leitungswasser in Sydney ist zwar trinkbar, jedoch deutlich gechlort und wohl auch mit Fluoriden versetzt. Es gibt in Sydney immer wieder öffentliche Brunnen, an denen man trinken oder seine Wasserflasche auffüllen kann. Für mich war es jedoch die sinnvollere Alternative, mir Mineralwasser in Flaschen zu kaufen, auch wenn mein Herz ob der vielen Plastikflaschen geblutet hat.

Umweltschutz & Recycling

Es gibt große Kampagnen in Sydney für mehr Umweltschutz. Auch an Toiletten und Wasserhähnen finden sich immer Aufforderungen, Wasser zu sparen. Jedoch bekommt man an Imbissen in der Regel Papierbecher, Einmalteller und Plastikbesteck. Es gibt spezielle Recyclingtonnen, aber die haben auf mich keinen so vertrauenserweckenden Eindruck gemacht und sahen eher nach Augenwischerei aus. Insofern gibt es, ähnlich wie in den USA, da noch eine ganze Menge aufzuholen.

Handy & WLAN

Ich habe mir für die Reise nach Australien eine Data-only SIM-Karte gekauft. Die hat etwa 35 EUR gekostet und mich mit 3 GB an Datenvolumen ausgestattet. Für die elf Tage, die ich hier war, war das auf jeden Fall ausreichend, da es auch reichlich kostenloses WLAN gibt. Zu beachten sind jedoch zwei Punkte:

Erstens ist die Abdeckung der Mobilfunkprovider sehr stark davon abhängig, wo man sich gerade befindet. In Sydney ist alles kein Problem. In Yulara, bei Uluru und Kata Tjuta, also auf den üblichen touristischen Pfaden, gab es zwar vollen Empfang, aber der Datendurchsatz war mäßig. Am Ayers Rock/Uluru Airport war dann Schicht im Schacht, was insbesondere während meines dortigen Martyriums ein echter Nachteil war.

Zweitens habe ich zwar nicht wirklich eine australische Rufnummer gebraucht, während meiner Reise konnte ich aber aufgrund meiner Data-only Karte keine SMS empfangen, was sich in wenigen Situationen als unvorteilhaft erwiesen hat. Optimalerweise hat man ein Smartphone mit zwei Slots (oder ein iPhone mit eSIM und Slot), so dass man seine deutsche Karte aktiv lassen kann und die australische einfach dazu steckt.

Navigation & Sicherheit

Dank Apple Maps ist es ein Leichtes, sich in Sydney zu bewegen. Insbesondere, da die Karten App auch den kompletten ÖPNV in der Hauptstadt von NSW kennt und einen so perfekt von einem Ort zum nächsten leiten kann – inklusive Abfahrtszeiten und eventueller Verspätungen. Die Zeiten, in denen man mit der Karte vor der Nase herumgelaufen ist, sind endgültig vorbei. Heute erledigt man das mit dem Kopfhörer im Ohr oder alternativ der Apple Watch am Handgelenk. Dementsprechend muss man sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, unterwegs verloren zu gehen.

Ebenfalls problemlos ist es, sich auf Sydneys Straßen zu bewegen. Ich kann mir zwar gut vorstellen, dass es auch zwielichtige Viertel gibt, jedoch habe ich mich am Hafen, in Paddington, im CDB und in Chinatown zu jeder Zeit sicher gefühlt. Nach allem, was ich von meinen einheimischen Bekannten gehört habe, ist Sydney auch allgemein eine sichere Stadt.

Aktivitäten

Sydney bietet eine Fülle von möglichen Aktivitäten – oder man erkundet die Stadt im Alleingang. Eine gute Anlaufstelle für Touren etc. ist TripAdvisor, entweder als App oder auf der Website. Dort findet sich eine Menge an Dingen, die man machen kann, vieles auch auf eigene Faust.

Die Oper und die Sydney Harbour Bridge sind auf jeden Fall ein Muss. Das nahe gelegene Viertel „The Rocks“ ist auch nett. Das Geschäftsviertel CBD ist toll zum Shoppen und um die Großstadtatmosphäre zu schnuppern. Mit der Fähre kann man eine schöne Tour nach Manly machen oder an den Cremorne Point. Und auch der berühmte Bondi Beach ist es durchaus wert, besucht zu werden. Mit dem Bus alles kein Problem.

Wer genügend Zeit hat, sollte unbedingt einen Abstecher in die Blue Mountains machen, entweder mit dem Mietwagen oder man bucht einfach eine Tour. Die Ausblicke dort sind sagenhaft!

Fazit

Sydney und Australien sind eine Reise wert. Punkt. Die elf Tage, die ich hier war, haben mir gut ausgereicht, um alles zu machen, was ich vorhatte. Auch das Thema Jetlag war gut handhabbar – vor allem wegen der Travel Essenz von den Australischen Buschblüten. Man kann sicherlich noch viel mehr Zeit hier verbringen, aber mich zieht es inzwischen tatsächlich wieder nach Hause. Das mag aber daran liegen, dass ich ohnehin nicht der ganz große Reisefreak bin. Insgesamt waren die Tage eine mehr als bereichernde Erfahrung. Amen 😉

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