Der letzte Tag in Tokyo

Auf dem letzten Zwischenstopp meiner Rückreise nach Deutschland – bei meinem alten Bekannten Starbucks in Istanbul – finde ich die Zeit, über den letzten Tag in Tokyo zu schreiben. Die Rückfahrt from Fuji in die große Stadt verläuft angenehm und stressfrei. Der Kulturschock, nachdem wir den Bahnhof verlassen haben, ist dafür dann umso größer. Vom heiligen Berg voller Ruhe und Kontemplation mitten in das pulsierende Herz der Hauptstadt. Uff – dass muss man erstmal verarbeiten.

IMG_1314Wir besuchen Hiroshi in seiner Firma Nature World – wunderschön. Mit viel liebe zum Detail sind die Räume gestaltet und es herrscht eine gute Atmosphäre. Sabina und Tanmaya müssen sich gleich wieder Richtung Flughafen verabschieden, weil ihr Flieger einige Stunden früher geht. Ein hektischer, aber trauriger Moment. Sabina werde ich bereits in wenigen Wochen in Kanada wiedersehen, Tanmaya wird im Herbst in Europa sein. Wenn es irgendwie möglich ist, werde ich ihn treffen.

IMG_1294Danach geht es zum einzigen Programmpunkt in Tokyo, der für mich wichtig ist: Ein Besuch im Kodokan, der Wiege des Judo. Eine kurze Taxifahrt bringt uns dorthin und wir landen vor einem eher unspektakulären Gebäude mitten in der Stadt. Wir erfahren, dass gerade leider kein Training läuft, das geht erst später los. Wir sehen uns trotzdem um. Die Zuschauertribüne ist schon eindrucksvoll und die Matte sieht verlockend nahe aus. Ich beschließe mir, die Sache aus der Nähe anzusehen. Um einen Stock tiefer (7. Stock) zu kommen, muss man zuerst in den vierten fahren, die Schuhe ausziehen und dann wieder drei Stockwerke per Treppe erklimmen. Es ist niemand da.

IMG_1301Ich beschließe, es darauf ankommen zu lassen, ein böser Junge zu sein, und ohne Gi die Matte zu betreten. Erinnerungsfotos müssen schließlich sein. Geht auch alles gut, bis ich wieder von der Matte runter bin und mir gerade meine Schuhe anziehen will. Aus allen Lautsprechern dröhnt „You must leave NOW“ – immer wieder. Gruselig, besonders, wenn man ein wenig schlechtes Gewissen hat. Hat so einen Charme wie im Roman „1984“.

Auf dem Rückweg kommt uns ein Wachmann entgegen, der uns kurz befragt und dann mit einer Belehrung davon kommen lässt. Auweia – ich hoffe, keine allzugroßen Turbulenzen verursacht zu haben.

Der Rückflug von Tokyo nach Istanbul war ziemlich holpering und 13 Stunden lang – das geht in die Knochen. Und jetzt geht es zum Boarding zur letzten Etappe nach Frankfurt. Bald bin ich wieder zuhause.

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